Detailinformationen

Autor

Boris Glatthaar

Freier Autor

verfasst am

04.05.2017

im Heft

05/2017

Schlagworte

Hintergrund

Journalistenakkreditierung

Draussen bleiben!

Das Vorgehen widerspricht allen Standards der PR-Branche: Ob bei der AfD, beim Fußballklub 1860 München oder anderswo – immer wieder verwehren Organisationen Journalisten die Akkreditierung zu Veranstaltungen oder halten sie auf andere Art von ihrer Arbeit ab. Trend oder Einzelfälle? Folgt das rigide Vorgehen einem Muster? Und was tut die PR-Branche?

Es war ein Paukenschlag von internationalem Nachhall, als Donald Trump, damals noch Anwärter auf das Amt des US-Präsidenten, im Juni 2016 die Washington Post von seinen Wahlkampfauftritten ausschloss. Als Begründung führte er eine angeblich fehlerhafte Berichterstattung der Zeitung an – ein Vorwurf, den diese unmittelbar zurückwies.

Als die Trump-Administration kurz nach Amtsantritt mehreren bekannten Medien im Februar 2017 die traditionelle Teilnahme an einem Briefing im Weißen Haus verweigerte, wurde das von Medien in zahlreichen demokratischen Staaten als skandalöse Fortsetzung eines Kampfs gegen die Pressefreiheit gewertet. 

Das Gegenteil sei der Fall, hieß es aus dem Weißen Haus, man wolle im Briefing Room nur Platz machen für kleinere Medien, die bislang nicht die Chance auf eine Teilnahme gehabt hätten. Die Folge: Der Sender CNN, das Politikmagazin Politico und die New York Times mussten draußen bleiben, während das neurechte Portal Breitbart dabei sein durfte.

Eine weitere Folge: Trump hatte erneut die Aufmerksamkeit auf seiner Seite. Aber auch viele Medien von New York Times über Washington Post bis hin zu Wall Street Journal und Vanity Fair, die kritisch über den Präsidenten berichten und von ihm angegangen oder ausgeschlossen worden waren, meldeten da­raufhin steigende Reichweiten bis hin zu einem handfesten Auflagenwachstum, das insbesondere der Printbranche so nicht prognostiziert worden war.

In Deutschland war die Nicht-Zu­lassung von Journalisten bislang vor al­lem ein Phänomen privatwirtschaftlicher Events wie Messen, Konzerte und Sport­ereignisse ...

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