Detailinformationen

Autor

Christina Ullrich / Kathi Preppner

Verantwortliche Redakteurin

verfasst am

01.12.2015

Allianz

„Wie eine Geschichte interpretiert wird, ist nicht Aufgabe des Unternehmens“

Sabia Schwarzer hat im November die globale Kommunikation der Allianz von Emilio Galli-Zugaro übernommen. In ihrem ersten großen Interview erläutert die 45-Jährige, wie sie den Auftritt des Vorstandsvorsitzenden Oliver Bäte internationalisieren und die Chancen der Digitalisierung nutzen will. Von der deutschen Praxis der Interviewautorisierung hält sie nichts. Und die Kommunikationsabteilung will sie stark umbauen.

Allianz-Kommunikationschefin Sabia Schwarzer: „Wenn die Leute die Kommunikationsabteilung der Allianz anschauen, sollen sie sehen, wie die Zukunft der Arbeit aussehen wird.“


Den seit Mai amtierenden Allianz-CEO Oliver Bäte will die neue Kommunikationschefin Sabia Schwarzer internationaler positionieren, als das bei seinem Vorgänger Michael Diekmann der Fall war. Sein erstes Interview gab Bäte der Financial Times, das zweite dem TV-Sender CNBC. Schwarzer: „Mir ist wichtig, dass wir seinen Auftritt internationalisieren, wir sind ein internationaler Konzern.“ Bäte werde seine Zeit zwischen Deutschland und dem Rest der Welt aufteilen. „Das Unternehmen hat sich gewandelt, und das hat sich noch zu wenig in der Berichterstattung widergespiegelt“, so Schwarzer.

Die vom Vorstand erarbeitete „Renewal Agenda“ sieht vor allem eine konsequente Kundenorientierung und die umfassende Digitalisierung des Münchner Versicherungsriesen vor. Ihre eigene Abteilung müsse dabei ein „Leuchtturm“ sein: „Wenn die Leute die Kommunikationsabteilung der Allianz anschauen, sollen sie sehen, wie die Zukunft der Arbeit aussehen wird“, sagt Schwarzer im Interview in der Dezember-Ausgabe des prmagazins, die heute erscheint.

Mit der Digitalisierung ändere sich die Funktion der Kommunikation: „Die klassische Rolle der Kommunikationsabteilung, die, überspitzt gesagt, die schönen Geschichten schreibt, gibt es nicht mehr. Wir sind nicht mehr so sehr der Sender von Botschaften, sondern der Zuhörer“, sagt Schwarzer, der ein sehr modernes Verständnis von Kommunikation nachgesagt wird. „Wir müssen wissen, was gerade trendet und worüber sich die Journalisten unterhalten. Wir müssen die Sicht aus den Netzwerken ins Unternehmen holen.“

Die in Deutschland übliche Praxis, Wortlautinterviews zu autorisieren, findet Schwarzer „schwierig“. Die Kommunikationschefin, die einen Großteil ihrer bisherigen Karriere in den USA verbracht hat, vertritt die Überzeugung: „Wie eine Geschichte wiedergegeben oder interpretiert wird, das ist die Aufgabe des Journalisten und nicht des Unternehmens.“ Schwarzer setzt auf ein Vertrauensverhältnis zwischen Journalist und Unternehmen, betont aber auch: „Wenn mich jemand bewusst missverstehen will, wird das Konsequenzen haben.“

Was gute oder schlechte Storys angehe, habe sie es bisher so gehalten: „Wenn eine Geschichte unangenehm für die Allianz ist, aber sie ist wahr und richtig, dann ist es für alle Beteiligten gut, dass sie ans Licht kommt. In der digitalen Welt kommt es früher oder später sowieso raus.“

Wie sich Schwarzer das im Detail vorstellt und wie sie ihre Abteilung umstrukturieren will, um Organisation und Prozesse zukunftsfähig zu machen, lesen Sie in der Dezember-Ausgabe des prmagazins. (Zum E-Paper)

Die Dezember-Ausgabe des prmagazins ist da. Hier geht es zum E-Paper.

Darin unter anderem:
● „Jeder ist Kommunikator“: Sabia Schwarzer lebt bei der Allianz den Kulturwandel vor
● Nutzwert zählt:
Das sollten Sie über Wearables wissen

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