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Autor

Redaktion

verfasst am

21.10.2020

im Heft

10/2020

Schlagworte

Buchverlosung, Die Grünen, „Avantgarde oder angepasst?“, Michael Wedell, Georg Milde

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Ausgabe 10/2020

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Die Grünen

"Ökologie und Ökonomie versöhnen sich"

Wo stehen Die Grünen im Jahr 2020? Mit ihrem Buch „Avantgarde oder angepasst?“ (Ch. Links Verlag) legen Michael Wedell und Georg Milde eine Bestandsaufnahme vor. Im Interview mit dem prmagazin erklären sie, wieso Unternehmen grünen Zielen nicht plakativ hinterhereilen sollten, weshalb Lobbyisten bei grüner Regierungsbeteiligung einen Bündnispartner gewinnen würden und warum Ökologie und Ökonomie längst untrennbar sind.


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prmagazin: In Ihrem neuen Buch thematisieren Sie die Frage, ob die Grünen auf dem Weg zu einer neuen Volkspartei sind. Ist das heute schon eindeutig zu beantworten?


Michael Wedell, Partner Brunswick Group: „Die Grünen sind auf dem besten Weg, alle gesellschaftlichen Schichten zu erreichen.“ (Foto: Brunswick Group GmbH/Hoffotografen)

Michael Wedell: Ungefähr so eindeutig wie die Frage, ob die SPD noch eine Volkspartei ist. Die Grünen sind sicherlich auf dem besten Weg, alle gesellschaftlichen Schichten zu erreichen – mit einem Schwerpunkt auf den jüngeren Generationen.

Wo müssen Unternehmen kommunikativ umsteuern?

Georg Milde: Es bringt nicht viel, wenn Unternehmen grünen Zielen nur plakativ hinterhereilen. Besser ist es, wenn beide Seiten – Wirtschaft und Politik – klar benennen, was möglich ist und was nicht. Für Unternehmen bedeutet das, dass sie Dekarbonisierung und Maßnahmen zum Klimaschutz unterstützen, aber ebenso klar sagen, dass Schlüsselbranchen in Europa nicht überleben können, wenn sie zum Beispiel keinen bezahlbaren Industriestrom beziehen.

Wedell: Im Grunde müssen die meisten Unternehmen gar nicht umsteuern, es gibt bereits eine große Schnittmenge: Der Green New Deal und das Pariser Klimaabkommen passen zu den Plänen der meisten Unternehmen, ihren CO2-Ausstoß zu reduzieren – insbesondere in den kommenden zehn Jahren. Die Politik sollte weniger auf Symbole setzen, sondern der Industrie bei der Umsetzung ihrer Transformation helfen. Dabei können einige Unternehmen mit besonderem CO2-Ausstoß große Wirkung entfalten. Wenn es etwa thyssenkrupp gelingt, grünen Wasserstoff statt Kohle in „Hochöfen 2.0“ einzusetzen und damit grünen Stahl zu produzieren, dann ist das für den gesamten Industriestandort Deutschland von enormer Bedeutung.

Angenommen, die Grünen sitzen im nächsten Kabinett – was heißt das für die Berliner Lobbyisten?


Georg Milde, Publizist und zuvor Herausgeber politik& kommunikation: „Aus dem Bundestag in die Wirtschaft gewechselte Grüne zeigen die Ankopplungsfähigkeit.“ (Foto: Jana Legler)

Wedell: Ich nehme seit einigen Jahren eine Veränderung im Selbstverständnis wahr. Lobbying wird zunehmend nicht mehr als Mittel zur Durchsetzung partikularer Interessen wahrgenommen, sondern als ein Mittel, um durch organisierte Interessenvertretung eine zukunftsfähige Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung mitzugestalten. Die meisten Lobbyisten hätten mit den Grünen also einen Bündnispartner gewonnen, beide Seiten müssen sich aber wahrscheinlich noch an diesen Gedanken gewöhnen.

Milde: Grüne Wirtschaftskongresse und Initiativen wie der „Grüne Wirtschaftsdialog“ zeigen bereits heute, dass die Partei und Unternehmen stärker miteinander ins Gespräch kommen wollen – und müssen. Auch aus dem Bundestag in die Wirtschaft gewechselte Grüne wie Kerstin Andreae (Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft; Anm. d. Red.) und Matthias Berninger (Leiter Public Affairs und Nachhaltigkeit bei Bayer; Anm. d. Red.) zeigen die Ankopplungsfähigkeit. Dennoch dürften Interessenvertreter auch stark auf einen ausgleichenden Koalitionspartner der Grünen setzen.

Philipp Amthor behauptet in seinem Gastbeitrag in Ihrem Buch: „Die Grünen sind und bleiben eine linke Partei.“ Unterstellt, das sei richtig: Kann Unternehmens-PR dann überhaupt ökologisch getrieben argumentieren, oder rücken die systemrelevanten politischen Themen in den Vordergrund des Disputs?

Wedell: […]

Dieser Text ist ein Auszug. Das komplette Interview mit Michael Wedell und Georg Milde lesen Sie in der Oktober-Ausgabe des prmagazins.

Die prmagazin-Ausgabe 10/2020 – darin unter anderem:

Die Neue:
Kristin Breuer kam mitten in der Covid-19-Pandemie zum Pharmaverband vfa. Ein Sprung ins ganz eiskalte Wasser war es trotzdem nicht.

Historische Nullleistung: Im Pressestellentest der Streaming-Dienste zeigt sich Disney von seiner schlechtesten Seite. Es gibt aber auch echte Lichtblicke.

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