Detailinformationen

Autor

Christina Ullrich

Verantwortliche Redakteurin

verfasst am

10.02.2016

Schlagworte

Centrum für Europäische Politik, Harald Händel, Thomas Widder, Lüder Gerken, Johanssen + Kretschmer, EU-Kommissionssprecher

Centrum für Europäische Politik

Harald Händel ist wieder da

Der frühere EU-Kommissionssprecher in Berlin, Harald Händel, übernimmt am 1. März den Posten des Kommunikationschefs beim Centrum für Europäische Politik (CEP), der Denkfabrik der Stiftung Ordnungspolitik. Die Organisation plant nach den Worten des 54-Jährigen, seine Kommunikation umzustrukturieren, um die Wahrnehmung der Organisation bei Medien und Öffentlichkeit zu verstärken.

Derzeit hat das CEP mit Thomas Widder einen Pressesprecher und mit Judith Joos eine Referentin für Öffentlichkeitsarbeit. Widder hatte nach gut zwei Jahren auf dem Posten zu Ende Februar gekündigt, um einen neuen Job anzutreten. Am 1. März wechselt der 52-Jährige als Pressereferent in die gemeinsame Pressestelle der Verbände Südwestmetall und Arbeitgeber Baden-Württemberg nach Stuttgart. Joos bleibt im Amt. 

Die Sprecheraufgabe beim CEP übernimmt Händel in Personalunion. Auf der neu geschaffenen Stelle wird er an Lüder Gerken berichten, Vorsitzender des CEP und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Ordnungspolitik. „Wir freuen uns, mit Harald Händel einen Kommunikationsprofi gewonnen zu haben, der Europa bestens versteht und in der Lage ist,  Probleme, Chancen und Grenzen des europäischen Integrationsprozesses zu erklären“, sagte Gerken. „Wir hoffen, dass es mit ihm gelingt, die wichtige Arbeit des CEP einer noch breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen.“

Händel sagte: „Europa befindet sich am Scheideweg und vor riesengroßen Herausforderungen. Ich finde es spannend, in dieser kritischen Phase für die Gemeinschaft die Kommunikation des Centrums für Europäische Politik neu aufzusetzen und so dazu beizutragen, dass diese wichtige Stimme mit ihren Analysen und Studien zur europäischen Politik noch stärker in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.“

Einer der jüngeren Anlässe, die ein größeres, überregionales Medienecho auslösten, war eine Äußerung von Wolfgang Schäuble bei der Veranstaltung zum zehnjährigen CEP-Jubiläum im November 2015 in Berlin. Der Bundesfinanzminister hatte dort gewarnt, die „Flüchtlingsströme“ könnten sich zu einer „Lawine“ ausweiten.

Von gesellschaftspolitischen Themen abgesehen profilierte sich der Thinktank in der Vergangenheit vor allem als Input-Geber für Parlamentarier in Berlin und Brüssel, etwa mit der Bewertung von EU-Gesetzesvorhaben oder Studien. Dem Kuratorium des CEP gehören unter anderem der frühere Bundespräsident Roman Herzog, Ex-EZB-Direktoriumsmitglied Jürgen Stark, der als EU-Skeptiker bekannte FAZ-Mitherausgeber Holger Steltzner sowie Ex-Bundesbank-Präsident Hans Tietmeyer an. Letzterer saß bis Juli 2012 rund zwölf Jahre lang dem Kuratorium der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) vor.

Chancen, die Aufmerksamkeit für die Arbeit der Denkfabrik zu erhöhen, sieht Händel unter anderem in intensiverer Medienarbeit, mehr Veranstaltungen und einem Ausbau von Kooperationen, wie es sie etwa mit dem „Konvent für Deutschland“ gibt. Auch in Berlin und Brüssel will das CEP, das weit abseits des Politikbetriebs in Freiburg sitzt, künftig präsenter sein. In Berlin sei Händel zufolge ein Büro geplant, in Brüssel gehe es eher darum, ähnlich orientierte Partner zu suchen, um die Vernetzung innerhalb Europas zu fördern.

Mit der europäischen Politik- und Medienlandschaft sowie den Mechanismen innerhalb der Europäischen Union ist Händel gut vertraut. Er war von September 2003 bis September 2008 Sprecher der Europäischen Kommission in deren deutscher Vertretung in Berlin sowie von November 2009 bis Januar 2012 Pressesprecher von EUPOL, der Europäischen Polizeimission in Afghanistan. Ab der Jahrtausendwende hatte der frühere ARD-Südasien-Korrespondent und Grünen-Sprecher drei Jahre lang als Redakteur und Reporter beim TV-Kanal Euronews gearbeitet.

Nach seinem Ausscheiden bei der EU leitete Händel von 2012 bis 2014 die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Eberswalde. Zuletzt war er für die Agentur Johanssen + Kretschmer als Redaktionsleiter tätig und verantwortete als Seniorberater den Bereich Media Management. Ende 2015 verließ er die Berliner im Zuge einer Umstrukturierung. Händel lebt in der Bundeshauptstadt und wird bis auf Weiteres nach Freiburg pendeln.

Aktuelle Kommentare

Noch keine Kommentare.

Kommentare werden moderiert.

Kommentar verfassen

Adding an entry to the guestbook

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spam-Abwehr.

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.