Detailinformationen

verfasst am

06.12.2017

Der Klimagipfel in Bonn sorgte für viel Traffic im Netz.

Die Klima-Kluft

Ernsthaftes Klima-Engagement zahlt sich im Social Web für die Dax-Unternehmen aus. Die Diskrepanz zwischen Anspruch und Handeln strafen die User hingegen ab. Linkfluence hat für das prmagazin die Social-Media-Aktivitäten der Dax 30 und die Reaktionen im Netz während des 23. UN-Klimagipfels in Bonn ausgewertet.

thyssenkrupp zeigt, wie es geht: Zwei Facebook-Posts genügten, um jeweils mehr als 13.000 Interaktionen im Netz auszulösen. Den höchsten Zuspruch erhielt der Konzern am 6. November für seinen Post „Good news for optimists“ – 13.300 Likes, fünf Kommentare und 66 Shares. Für die Auszeichnung als eins der klimafreundlichsten Unternehmen weltweit gab’s am 8. November 13.500-mal „Daumen hoch“ und Emojis. 13-mal wurde kommentiert, 40-mal geteilt.

Auch die Allianz tat sich mit einem Facebook-Post während der COP 23, der 23rd Conference of the Parties, besonders hervor. 2.300 Likes, 23 Kommentare und 110 Shares gab es für den Beitrag vom 6. November zur „Unterstützung neuer Lösungen gegen klimabedingte Schäden“.

Das Netz spiegelt aber zugleich eine Diskrepanz zwischen Deutschlands Image als Klimaschutzvorreiter und dem Handeln mancher Konzerne. RWE war mit 861 Nennungen sowie einer geschätzten Reichweite von 1,46 Millionen Usern das am häufigsten erwähnte Dax-Unternehmen – in negativem Kontext. Die Essener wurden meist im Zusammenhang mit Protesten von Klimaschützern erwähnt. Mit der bis 2045 rechtsgültigen Betriebsgenehmigung

für den Braunkohleabbau steht der Energieversorger sinnbildlich für das Festhalten am klimaschädlichsten Verfahren zur Stromerzeugung. Klimaschutzaktivisten brandmarkten RWE als Verhinderer eines raschen Kohleausstiegs und Mitverursacher für das Verfehlen der deutschen Klimaziele. Der Nutzer @DivestBerlin bringt es in einem Tweet am 3. November auf den Punkt: „Wo findet nochmal der 23. Klimagipfel statt? Ach ja, in #NRW! Näher am CO2-#Kohle-#RWE-Problem waren die Teilnehmenden wohl selten ...“

Die höchste Sichtbarkeit von RWE erzielte ein Video zur COP 23 von @tagesschau. Geschätzte Reichweite: 186.000 Nutzer. Darin ist der peruanische Bergführer und Kleinbauer Saúl Luciano Lliuya zu sehen, der RWE verklagt hatte: „Mit der Klage will ich die Botschaft vermitteln, dass sie mit der Luftverschmutzung aufhören und den CO2-Ausstoß stoppen sollen.“ Linken-Politiker @ZdebelHubertus bezeichnete das auf Twitter am 14. November als „David gegen Goliath“.

Dieser Text ist ein Auszug aus unserer Dezember-Ausgabe. Dort finden Sie auch eine Grafik und Details zur Auswertung.

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