Detailinformationen

Autor

Boris Glatthaar

Freier Autor

verfasst am

24.07.2017

im Heft

07/2017

Schlagworte

Meldungen, Interview

Ingo Nathusius, Mitautor der arte-Doku "Wie gefährlich ist die Deutsche Bank".

Deutsche Bank

"Kommunikatoren teils angespannt"

Für die arte-Doku „Wie gefährlich ist die Deutsche Bank?“ hat der Finanzkonzern erstmals TV-Journalisten in sein Innerstes blicken lassen. Mitautor Ingo Nathusius hat eine Bank erlebt, die sich öffnen will, aber im Umgang mit dem Fernsehen noch maches lernen muss.

prmagazin: Wie haben Sie es geschafft, mit der Kamera in eine Vorstandssitzung der Deutschen Bank zu gelangen?

Ingo Nathusius: Wir haben ein Jahr vorher angefangen, mit der Deutschen Bank zu verhandeln, ob und wie sie bei diesem Film mitmacht. Wir haben von Anfang an gesagt, wir werden einen Film über die Deutsche Bank drehen, überlegen Sie sich doch, inwieweit Sie an diesem komplexen Kommunikationsprozess teilhaben wollen.

Wie haben Sie den Umgang mit den Vertretern der Deutschen Bank in diesem einen Jahr der Anbahnung erlebt?

In Sachen Kommunikation ist die Bank in einem Umbruch. Die Deutsche Bank kommt aus einer Tradition, in der man mit Handelsblatt und Börsen-Zeitung gesprochen hat und mit sonst niemandem. Fernsehen fand man sowieso ordinär. Aber das neue Management hat sehr klar erkannt, dass es so nicht weitergeht, dass die Bank eine gesellschaftliche Verankerung braucht. Das sagt Achleitner im Film ja auch sehr deutlich. Die Bankenkrise ist schon in die Glieder gefahren. Und ich denke, sie haben begriffen, dass es legitim ist, wenn Bürger Fragen stellen, nachdem die Finanzkrise weltweit mit Steuergeldern gemeistert wurde. Das ist der eine Grund für die Öffnung der Bank in Sachen Kommunikation.

Und der andere Grund?

Der andere war sicherlich, dass es im vergangenen Jahr zwei Einschläge bei der Deutschen Bank gab: erst der IWF mit seiner Einschätzung, die Bank sei „main contributor to systemic risk“, und dann das US-Justizministerium mit seiner 14-Milliarden-Dollar-Forderung, die ja über die Medien kolportiert wurde, über das Wall Street Journal und dann über Bloomberg. Da war denen schon klar: Wenn wir jetzt nicht anfangen, die Medien mal richtig zu bespielen, dann werden wir da in ein Problem laufen.

Haben Sie die Situationen und Gesprächspartner, die Sie filmen wollten, selbst ausgewählt?

Im Grunde ja. Wir sind mit einem redaktionellen Konzept an die Bank herangetreten, haben grob gesagt, was wir vorhaben. Da kamen natürlich die Nachfragen ... 

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