Detailinformationen

Autor

Daniel Neuen

Redakteur

verfasst am

23.02.2015

Schlagworte

Meldungen

Stephan Heimbach

Siemens

Fast 70 PR-Stellen sollen wegfallen

Rund 3.300 Arbeitsplätze will Siemens in Deutschland abbauen. Auch die Kommunikationsabteilung ist betroffen: Mehr als zehn Prozent der Jobs stehen vor dem Aus. Wer nicht willens oder fähig ist, den digitalen Wandel mitzugehen, hat schlechte Karten. Viel Arbeit für Siemens Kommunikationschef Stephan Heimbach und seine PR-Verantwortlichen Dennis Hofmann und Oliver Santen.

Am ersten Freitag im Februar war Stephan Heimbach voll und ganz mit dem Thema Stellenabbau beschäftigt: Am Vormittag schob der PR-Chef von Siemens die externe und interne Kommunikation an, begleitete seinen CEO Joe Kaeser zu einem Hintergrundgespräch mit Journalisten. Für den Nachmittag hatte der 53-Jährige seine 600 Kommunikatoren in Deutschland zu einem Web-Chat eingeladen und fuhr selbst in das rund 200 Kilometer entfernte Erlangen, um die dortigen Mitarbeiter persönlich zu treffen.

Heimbach brachte schlechte Nachrichten: Im Rahmen eines größeren Stellenabbaus in der Siemens-Verwaltung stehen auch rund 70 Kommunikationsjobs in Deutschland zur Disposition. Erlangen wird neben München besonders betroffen sein. „Ein Großteil davon regelt sich durch natürliche Fluktuation. Das heißt also, dass uns bei Weitem nicht so viele Mitarbeiter verlassen müssen“, sagte Heimbach. „So konnte bereits rund ein Viertel der Anpassungen dadurch erreicht werden, dass Mitarbeiter innerhalb der Abteilung auf Positionen, die neu zu besetzen waren, oder zu anderen Unternehmen gewechselt sind.“

Hintergrund des geplanten Stellenabbaus – vorbehaltlich der nun anstehenden Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Management – ist der von Kaeser im vergangenen Jahr vollzogene Konzernumbau. Bis zum Oktober 2014 war Siemens in vier Sektoren und 16 Divisionen unterteilt. Sieben dieser Divisionen und alle vier Sektoren, von denen drei in Erlangen saßen, schaffte Kaeser ab. Durch schlankere Zentralen will er bis 2016 eine Milliarde Euro sparen.

Als Folge sind rund 3.300 Arbeitsplätze in Deutschland und insgesamt 7.800 weltweit redundant. Jede der gestrichenen Einheiten hatte eigene Verwaltungsfunktionen, eine eigene interne Kommunikation, Messe-, Eventmanagement und Pressesprecher. Insbesondere die Sektoren galten als eigene Fürstentürmer. „Wir werden durch die Straffungen nicht an Fahrt verlieren“, sagte Heimbach. „Im Gegenteil: Früher waren zahlreiche interne Abstimmungen zwischen den Kommunikatoren der Divisionen, Sektoren und der Zentrale nötig, die viel Zeit und Kraft gekostet haben.“ Diese Komplexität sei nun aufgelöst.

Stärkere Kürzungen dürften aus der Zusammenführung der gesamten Mitarbeiterkommunikation und Pressearbeit in eine integrierte Abteilung resultieren, die in der neuen Konzernstruktur auf rund 130 Mitarbeiter gewachsen ist. Gute Karten auf einen Verbleib haben dann wohl vor allem die Beschäftigten, die bereit und fähig sind, den digitalen Wandel der Kommunikation mitzugehen und zunehmend kanalübergreifend zu arbeiten.

Noch keine Kommentare.

Kommentare werden moderiert.

Kommentar verfassen

Adding an entry to the guestbook

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spam-Abwehr.

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.