Detailinformationen

Autor

Redaktion

verfasst am

08.09.2017

im Heft

09/2017

Schlagworte

Hintergrund

Die Analyse

Gepflegte Langeweile

Der Bundestagswahlkampf geht in den Endspurt. Linkfluence hat für das prmagazin ausgewertet, welche Resonanz die Kampagnen von CDU, CSU, SPD, FDP, Linken, Grünen und AfD in den Print-Medien finden.

370 Artikel in Leitmedien spiegeln die Resonanz auf die Kampagnen der Parteien kurz vor der Bundestagswahl. Im Fokus: die Präsentation der Botschaften. Die FAZ (5. August) kritisiert unter dem Titel „Wahlplakate zum Wegschauen“: „Früher be­auftragten die Parteien häufig alte Parteifreunde, die sich selbständig gemacht hatten. Heute schmückt man sich mit der Crème de la Crème der Werbebranche, allen voran die CDU.“ 

Jung von Matt kommt mit Merkel vor den Nationalfarben und dem Claim „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“ nicht gut weg: „Wer die Hoffnung hatte, dass in die politische Werbung ein Wortwitz einziehen könnte, wie er in der kommerziellen Werbung zumindest gelegentlich durchblitzt, wird enttäuscht.“ 

Von Merkels Sturmfrisur in der früheren Sixt-Cabrio-Werbung sei nichts übrig, so die FAZ. „Was die Parteien von den Markenherstellern gelernt haben, ist leider das Falsche. Die in der klassischen Werbung grassierende Risikoscheu, das Aufweichen von Ideen in immer neuen Marktforschungsrunden, wird nun auch in der Wahl­wer­bung bis zur Perfektion betrieben.“

Die SPD muss mit ihrer Kampagne „Zeit für Gerechtigkeit“ im klassisch rotbetonten Look von KNSK in „Die doppelte Wahlschlacht“ ziehen (Handelsblatt, 8. August). Sie muss sinkenden Umfrage­werten für den Spitzenkandidaten Martin Schulz und verlorenen Regierungsbeteiligungen wie in Schles­wig-Holstein und NRW entgegentreten: „Der Bundestagswahlkampf wird kurzfristig um ein Kapitel erweitert: Die Neuwahlen in Niedersachsen …“

Galt der Merkel-Herausforderer zu Jahresbeginn geradezu als Heilsbringer, sind nun Ironie und Spott zu vernehmen: „Martin Schulz hat versprochen, dass er keine Schmutzkampagne führen wird, aber völlig harmlos soll der Wahlkampf auch nicht daherkommen“, konstatiert Der Spiegel (8. August). Auf den ersten TV-Spot („Zeit für Martin Schulz“) gab es im Analysezeitraum (bis 20. August) noch keine Reaktion in den Print-Medien. (...)

Dieser Text ist ein Auszug aus unserer September-Ausgabe.

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