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Ausgabe 08/2020

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Detailinformationen

verfasst am

26.08.2020

im Heft

09/2020

Schlagworte

Horst Avenarius, 90. Geburtstag, Uwe Kohrs, Deutscher Rat für Public Relations, PR-Rat, DRPR

Horst Avenarius

Dem Ansehen des Berufsstands dienen


PR-Legende Horst Avenarius mit seiner Ehefrau Gudrun Avenarius.


Horst Avenarius wird am heutigen 26. August 90 Jahre alt. Der frühere Vorsitzende des Deutschen Rats für Public Relations (DRPR) war über viele Jahre einer der relevanten Meinungsbildner der bundesrepublikanischen Public-Relations-Branche. Ethische Grundsätze und professionelle Standards des Berufsstands sind bis heute eng mit seinem Namen verbunden.

Als Mitglied der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG) und langjähriger Vorsitzender des Deutschen Rats für Public Relations (DRPR) hat Horst Avenarius den Weg der PR und des Branchenkontrollgremiums fast 20 Jahre lang streitbar mitgeprägt. 2008 war Schluss mit der aktiven Gremienarbeit. Als Ehrenvorsitzender des DRPR hat Avenarius aber seine Nachfolger und die Ratsarbeit weiter aufmerksam begleitet – bis heute. Wie blickt er auf die Zunft? Wie haben sich die PR und die Ratsarbeit in seinen Augen verändert? Ratsmitglied Uwe A. Kohrs hat mit ihm über den Zustand der Branche und des Kontrollgremiums damals und heute gesprochen.


Uwe A. Kohrs: Herr Avenarius, verfolgen Sie noch die Arbeit des aktuellen PR-Rats?

Horst Avenarius: Ich bin nicht mehr ganz so nah dran, aber die Entwicklung der Branche bewegt mich weiterhin. Und natürlich auch die Fallentscheidungen des Rats. Als Ehrenvorsitzender ist das ja Pflicht. Manchmal gebe ich auch noch Empfehlungen. Den Storymachine-Fall habe ich zum Beispiel sehr intensiv verfolgt. Ich finde das ist ein sehr gutes Urteil mit einer sehr versierten Begründung. Der Rat rügt ein Verhalten, das für das Ansehen des Berufsstands extrem schädlich ist und mit dem ich mich schon in meiner aktiven Zeit auseinandersetzen musste.

Welches Verhalten meinen Sie?

So zu tun, als gehöre das eigene Geschäftsgebaren zur gängigen PR-Praxis. Das erinnert mich daran, dass wir damals Moritz Hunzinger aus dem gleichen Grund gerügt haben. Nicht wegen eines Vergehens, sondern weil er durch die Art seines Arbeitens das Ansehen des Berufsstands geschädigt hat. Also ich erkenne, dass der Rat auch heute unsere damaligen Kriterien bei Fällen anwendet.

Sind Sie eigentlich mit ihren Nachfolgern im Rat zufrieden?

Das ist insbesondere gegenwärtig schon ein sehr gutes Team, das hellwach ist, und das freut mich sehr. Ein Wermutstropfen ist das Ausbleiben aktueller Jahresberichte. Man muss lange auf sie warten. Dadurch fehlt der Überblick über die Moralfestlegung der Zunft. Da wünschte ich mir etwas mehr „geistige Rechnungslegung“ des Rats.

Welche Fälle aus Ihrer aktiven Zeit haben Sie besonders bewegt?

Ein bewegender Fall war die Auseinandersetzung um die Lufthansa und die Süddeutsche Zeitung, die damals wegen kritischer Berichterstattung aus den Maschinen entfernt wurde. Der Rat hat mehrheitlich geurteilt, dass dies zulässig ist. Allerdings haben wir nach hitziger Debatte erstmals auch ein Minderheitsvotum veröffentlicht. Hier war es mir wichtig, die unterschiedlichen Beurteilungen dieses komplexen Falles transparent zu kommunizieren. Wir haben das später bei zwei weiteren Fällen ebenso gemacht. Die Affäre um Moritz Hunzinger war natürlich auch ein besonderes Verfahren mit großer öffentlicher Aufmerksamkeit.

Dieser Text ist ein Auszug. Das vollständige Gespräch zwischen Horst Avenarius und Uwe A. Kohrs lesen Sie in der September-Ausgabe des prmagazins, die am 7. September 2020 erscheint. Darin: Wie Avenarius den Zustand der PR-Branche sieht, wie sich das Verhältnis zwischen PR und Marketing aus seiner Sicht verändert hat, wie er die Zusammenarbeit der Verbände im PR-Rat beurteilt und was er der Branche und dem Rat mit auf den Weg geben will.

Die prmagazin-Ausgabe 08/2020 – darin unter anderem:

Die Rationale:
Susanne Glasmacher vom Robert Koch-Institut war die inoffizielle Corona-Pressestelle der Bundesregierung.

From Voodoo to Value: Communications und Affairs werden mit Strategie und Planung verschmelzen, meint Joachim Koschnicke von Hering Schuppener.

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