Detailinformationen

Autor

Thomas Rommerskirchen

Chefredakteur

im Heft

5/2011

Das Rating

Im Internet wird auf unzähligen Websites, Foren, Blogs und Plattformen über Marken diskutiert. Die Software „Hidden Images“ wertet diese Quellen systematisch aus. Die aktuelle Untersuchung umfasst die Vereine der ersten Bundesliga und ihre Cheftrainer. Insgesamt wurden rund 15 Millionen Zitate, Bewertungen und Meinungsäußerungen gefunden und ausgewertet. weiter

Imageanalyse: Bundesliga-Trainer

Jürgen Klopp und der BVB Meister beim Online-Image

Der deutsche Fußball-Meister Borussia Dortmund und sein Trainer Jürgen Klopp haben das beste Online-Image in der Bundesliga. Felix Magath vom VfL Wolfsburg und Stuttgart-Trainer Bruno Labbadia sind Letzte.

BVB-Meistermacher Jürgen Klopp ist beim Online-Image Spitzenreiter unter den Bundesliga-Trainern. (Foto: ddp)

Was braucht ein Trainer für einen Platz in der oberen Tabellenhälfte des Online-Imagerankings? Mehrere Faktoren müssen zusammenkommen: Autorität, strategischer Weitblick und Nachhaltigkeit muss man ihm zutrauen. Eine gewisse Härte und Disziplin gehören dazu. Vor allem aber sehen die Internetnutzer bei Jürgen Klopp, dem punktgleichen Zweitplatzierten Frank Schaefer (bis Ende April beim 1. FC Köln), dem Dritten Jupp Heynckes (Bayer Leverkusen) und ihren fünf Kollegen eine große Verlässlichkeit. Sie polarisieren nicht.

In der unteren Tabellenhälfte gibt es wenige „Totalversager“, die für komplett unfähig gehalten werden. Dagegen fällt auf, dass diejenigen Trainer besonders schlecht abschneiden, mit denen die Nutzer Unstetigkeit, Unberechenbarkeit und Irrationalität verbinden – etwa Felix Magath, der mitten in der laufenden Saison binnen weniger Tage von Schalke 04 zu seinem früheren Verein VfL Wolfsburg wechselte. Magath ist im Ranking Vorletzter, dahinter bildet Bruno Labbadia vom VfB Stuttgart das Schlusslicht.

Das Trainer-Ranking auf einen Klick.

Der Abstand zwischen Tabellenspitze und Abstiegsplätzen im Trainer-Reputationsranking ist wesentlich größer als bei den Vereinen, wo Borussia Dortmund vor Bayer Leverkusen das Image-Ranking anführt. Den Trainern gelingt es mit wenigen Ausnahmen schlechter, ihre Reputation langfristig aufzubauen. Ein Grund dafür sind Vereinswechsel: Diese können, wenn sie nicht angemessen kommuniziert werden, den Eindruck der Unberechenbarkeit hervorrufen, der sich sofort neagtiv auf die Reputation auswirkt.

Das Beispiel von Bayerns Ex-Trainer Louis van Gaal zeigt zudem, dass die Reputation schnell darunter leidet, wenn Stilfragen und Fragen des menschlichen Umgangs zu wichtig werden. Egal, ob der Trainer daran schuld ist oder nicht: Der Fan will über Fußball reden, nicht über Management.

Das Ranking beruht auf einer Analyse des prmagazins und des Berliner Softwarespezialisten Hidden Images, bei der in den 15 Monaten bis April 2011 rund 15 Millionen Zitate, Bewertungen und Meinungsäußerungen untersucht wurden. Die komplette Auswertung zu den 18 Bundesliga-Vereinen lesen Sie in der Beilage „Imagefaktor Fußball“ in der Mai-Ausgabe des prmagazins.

Aktuelle Kommentare

10.05.2011 21:09

Philipp Wanders

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich muss gestehen, dass ich einigermaßen verwundert bin über die Herangehensweise der "Studie".
Mir ist nämlich noch kein Computerprogramm bekannt, dass zwischen den Zeilen lesen kann. Und das wäre in Fussballforen eine Fähigkeit, die das Programm zur Analyse nun wirklich benötigen würde.
So ist zum Beispiel der FSV Mainz 05 in Kaiserlautern unter den Namen "Der Depp", "die Meenzer", "M1", "die Hauptstädter" etc. bekannt. Und so hat jede Fanszene vor allem für die verhassten Vereine seine Spitznamen.
Der 1.FC Kaiserlautern wird gerne mal als die Bauern, die Kartoffelbauern, der Inzuchtverein, die Provinzler, die Region bezeichnet...
und so geht es mit jedem Verein weiter...
Ich bezweifle, dass ein Computerprogramm derartige Leistungen vollbringt,dass es diese Art der Interpretation bewältigen kann.
Auch zu den Suchbegriffen kann man etwas anmerken. "Gefahr, gefährlich" muss nicht unbedingt negativ gemeint sein, kann sich z.B. auch auf die Gefährlichkeit eines Stürmers vor dem Tor beziehen.
Masse ist eben keine Klasse... 15 Mio. Posts untersucht und wahrscheinlich hat Ihr Programm nur die Hälfte davon verstanden.
Anders ist es z.B. nicht zu verstehen, dass Leverkusen z.B. auf Platz 2 der Tabelle steht. Die Pillendreher, der Plastikclub usw. gehört in der allgemeinen Fanszene zu den Vereinen die den meisten völlig egal sind. Es wird zwar anerkannt, dass dort ein gutes Konzept gefahren wird, aber es interessiert sich niemand wirklich für diesen Verein ausserhalb der Stadtgrenzen von LEverkusen, was sich auch regelmäßig an der Füllung des Gästeblocks im Stadion ablesen lässt. Gemocht wird er in den allerseltesten Fällen.
Da hätten Sie mal besser die Programierer, die dieses Programm geschrieben haben damit beauftragt die Foren zu durchforsten, es wäre mehr dabei herausgekommen...

16.05.2011 14:44

Hidden Images

Sehr geehrter Herr Wanders,

natürlich werden nicht alle Spitznamen untersucht, aber alle gängigen Spitznamen und alle Kürzel. Was die "Gefahr" betrifft, haben wir schon darauf geachtet, dass es dort darum geht, dass der Verein in Gefahr ist, nicht der Gegner. Unser Programm kann nicht zwischen den Zeilen lesen, aber wir. Und wir ziehen immer Stichproben aus dem Originaltext, wenn wir bei der Interpretation unsicher sind.
Zum Punkt "die Foren lesen": Wir fragen eben nicht ausschließlich die Hardcore-Fans, weil diese nur einen Anteil an der Kommunikation über einen Verein haben. Wenn man die gesamte Kommunikation nimmt, also auch die Online-Medien von BILD.de bis zum Kicker, dann machen Blogs und Foren ca. 20 Prozent der Gesamtheit aus.

16.05.2011 14:46

Sebastian Kern

Sehr geehrte Damen und Herren,
einigermaßen verwundert habe ich die im PR Magazin aufgeführte Studie zur Kenntnis genommen. Leider wird nichts über die angewendeten Auswertungskriterien ausgesagt oder werden auch nur einigermaßen seriöse Ansätze kolportiert. Vielmehr bekommt man den Eindruck, dass es sich um einen billigen Versuch handelt, mit der Marke Fußball etwas Aufmerksamkeit zu erlangen. Letztlich leider ein gescheiterter Versuch, denn sowohl die Ergebnisse als auch die Art und Weise der Aufbereitung sind zutiefst dilettantisch.
Also: Setzen, Note sechs!

Mit freundlichem Gruß
Sebastian Kern

 
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