Detailinformationen

Autor

Wolf-Dieter Rühl

Geschäftsführender Redakteur

verfasst am

07.04.2011

im Heft

4/2011

Schlagworte

Meldungen

Middelhoff-Prozess

Karnevalsscherz?

Der frühere Arcandor-CEO Thomas Middelhoff versucht sich vor seinen anstehenden Gerichtsverhandlungen ins rechte Licht zu rücken. Hannes Bahrmann, Geschäftsführer der Berliner Beratung Plan B Communications und seit acht Jahren Sprecher des Topmanagers, lud Anfang März zu einer Pressekonferenz nach Stuttgart ein, auf der Middelhoffs Anwälte den Medien ihre Sicht der Dinge darstellten.

Mitte April beginnt der Prozess vor dem Essener Landgericht, mit dem der Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg 175 Millionen Euro Schadenersatz von Middelhoff und anderen Managern einklagen will. Die Pressekonferenz stand unter einem schlechten Stern. Obwohl sie unter anderem im Tageskalender der Nachrichtenagentur DAPD angekündigt war, warf die FTD Plan B tags darauf vor, nur ausgesuchte Journalisten benachrichtigt zu haben. Die Geladenen zeichneten kein schmeichelhaftes Bild von Thomas Middelhoff. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung attestierte dem einstigen Senkrechtstarter auf einer Doppelseite zunehmenden Realitätsverlust.

Um in die Offensive zu kommen, hat er unter anderem Insolvenzverwalter Görg wegen Prozessbetrugs angezeigt. Görgs Sprecher Thomas Schulz konnte sich gegenüber Berichterstattern den Hinweis nicht verkneifen, sie sollten berücksichtigen, dass die Pressekonferenz der Middelhoff-Anwälte am Tag nach Rosenmontag stattfand, und stellte die Offensive als Karnevalsscherz dar.

Middelhoff-Sprecher Bahrmann wollte mit dem prmagazin nicht über Einzelheiten des Mandats und sein Vorgehen sprechen. Litigation-PR im eigentlichen Sinn übernimmt plan B ihm zufolge aber nicht. Er setze nur das Licht, auf der Bühne stünden andere.

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