Detailinformationen

Autor

Judith Pohl, Journalistik-Studentin an der Macromedia Hochschule

verfasst am

31.10.2016

Kommunikationsmanager live

„Kommunikation ist erst mal ein Missverständnis“

Mit einem Gastvortag von Emilio Galli-Zugaro, 23 Jahre lang Kommunikationschef der Allianz in München, ging am 23. November „Kommunikationsmanager live“ weiter, eine Veranstaltungsreihe der Macromedia Hochschule und des prmagazins, diesmal zusätzlich in Kooperation mit der PR-Lounge Köln. Die Kernaussagen hat Judith Pohl, Journalistik-Studentin an der Macromedia Hochschule, für das prmagazin zusammengefasst. 

„Das wenige, das ich weiß – Erfahrungen eines Konzernkommunikators“ – unter diesem Titel berichtete der langjährige Allianz-Kommunikationschef Emilio Galli-Zugaro bei seinem Gastvortrag in Köln aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung in der Unternehmenskommunikation und über deren Entwicklung. 

In einer Übung mit dem voll besetzten Auditorium, in der das Publikum sich paarweise über die Erwartungen an den Vortrag austauschte und später von Emilio Galli-Zugaro dazu befragt wurde, kristallisierten sich zwei wesentliche Bestandteile der Kommunikation heraus: das „Nachjustieren“ und die „Feedback-Schlaufe“. „Kommunikation ist erstmal ein Missverständnis“, so der gebürtige Neapolitaner. Erst über das Nachjustieren von Informationen und das Feedback dazu funktioniere Kommunikation.

Diese zwei Aspekte und die Trends in einer Gesellschaft zwingen die Kommunikatoren zum Umdenken: weg von der Rolle des Lautsprechers hin zum Coach. Zwei Trends spielen Galli-Zugaro zufolge in diesem Veränderungsprozess eine wichtige Rolle: erstens der Verlust der Glaubwürdigkeit der Eliten, zweitens die Ermächtigung des Individuums. 

Damit Unternehmen in diesem Wandel überleben, müsse das Vertrauen wiederhergestellt werden, und die Kommunikatoren müssten besser zu hören. „Heutzutage ist das wichtigste Wachstum für Unternehmen die persönliche Weiterentwicklung der Mitarbeiter“, sagte Galli-Zugaro, „denn jeder Mitarbeiter ist ein Botschafter des Unternehmens.“  

Für die Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung der Mitarbeiter zeigte er vier notwendige Schritte auf:

1) Die Unternehmen müssten ihre Glaubwürdigkeit wiedererlangen.

2) Der Dialog mit den Stakeholdern in die Unternehmenskommunikation müsse etabliert werden.

3) Die Menschen müssten befähigt werden. Jeder im Unternehmen müsse die Ziele und Strategien kennen. Nur so könne auch jeder für das Unternehmen sprechen.

4) Die Menschen müssten motiviert werden. Das gelinge nur, indem Unternehmen in ihrer Struktur mehr auf Autonomie der Mitarbeiter setzten und ihnen so Sinnhaftigkeit vermittelten.

Diese vier Schritte in der Veränderung der Unternehmenskultur und der Rollenwechsel der Kommunikatoren würden Unternehmen glaubwürdiger und robuster erscheinen lassen. Künftig würden nach den Worten von Emilio Galli-Zugaro mehr Philosophen, Psychologen, Mathematiker und Pädagogen in den Unternehmen als Leiter der Kommunikation gebraucht.

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