Detailinformationen

Autor

Olaf Wittrock

Freier Autor

verfasst am

06.06.2019

im Heft

06/2019

Schlagworte

Gabor Steingart, Media Pioneer

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Ausgabe 06/2019

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Media Pioneer

Club-Schiff mit Biosiegel


Das Leitungsteam von Media Pioneer (von rechts): Gabor Steingart, Charlotte Schüller, Max Franke (ganz vorn), Mark Schubert, Chelsea Spieker, Michael Iseghohi, Michael Bröcker und Ingo Rieper. (Foto: Phil Dera)


Gabor Steingart startet ein neues Medienprojekt, gemeinsam mit dem Axel-Springer-Konzern als strategischem Investor. Ab Frühjahr 2020 soll ein Schiff durchs Berliner Regierungsviertel schippern, auf dem Podcasts, Website, Newsletter und andere digitale journalistische Produkte entstehen. Dafür bezahlen sollen Mitglieder eines neuen Clubs. Werbefinanzierung lehnt Steingart strikt ab. Was hält die PR-Branche von dem Projekt? Das prmagazin hat sich unter Kommunikationschefs und Beratern umgehört.


Die Aufmerksamkeit der Medienszene war groß, als Ex-Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart Anfang Mai den Start seines Medienunternehmens bekanntgab. Und das gleich aus drei Gründen. Erstens: Steingart hat einen Investor gefunden. Axel Springer hält ab sofort 36 Prozent der Anteile an der neuen Media Pioneer Publishing. In die GmbH wird Steingarts journalistische Arbeit einfließen, die er bislang aus eigener Tasche finanzierte. 54 Prozent der Firma gehören dem Gründer und seinem Management-Team, zu dem im Oktober noch Michael Bröcker stößt, derzeit Chefredakteur der Rheinischen Post. Zehn Prozent von Media Pioneer sollen ab Herbst interessierte Kleinanleger kaufen können. Über konkrete Investitionssummen spricht derzeit keiner der Beteiligten. 

Zweitens: Steingart und Springer investieren in ein Schiff. Ab Frühjahr 2020 soll die 40 Meter lange „Pioneer One“ durch Berlins Wasserstraßen fahren. Auf der schwimmenden Redaktion nebst Podcast-Studio soll das Team diverse digitale Medienkanäle füllen. Drittens: Das neue Unternehmen will werbefreien Bezahljournalismus etablieren. Das soll auf Dauer die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Redaktion sichern, die andernfalls in Gefahr sei, wie Steingart sagt: „Wichtige Anzeigenkunden stellen Forderungen, und der Übergang zur Prostitution ist schleichend.“ Sein Angebot sei dagegen wie Biolebensmittel: vielleicht etwas teurer, dafür aber ohne Zusatzstoffe. 

Das prmagazin hat sich bei Kommunikationschefs großer Konzerne und Beratern umgehört, was sie von dem neuen Medienprojekt halten. In dieser Zielgruppe hat Steingart mit seinem Morning Briefing viele regel mäßige Hörer und Leser und manchen Fan gewonnen. [...]

Dieser Text ist ein Auszug. Was die PR-Branche von Gabor Steingarts Plänen hält, lesen Sie in der Juni-Ausgabe des prmagazins.

Die prmagazin-Ausgabe 06/2019 – darin unter anderem:

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