Detailinformationen

Autor

David Selbach

Freier Autor

verfasst am

05.10.2017

im Heft

10/2017

Schlagworte

Interview

Gary Stockman, langjähriger weltweiter CEO von Porter Novelli und heute Senior Vice President und Chief Marketing and Communications Officer von DXC Technology.

DXC Technology

Neue Rolle klassischer Medien

Gary Stockman verantwortet die Gesamtkommunikation von DXC Technology, dem nach eigenen Angaben größten unabhängigen IT-Dienstleister der Welt. Wir haben den Amerikaner am Deutschland-Sitz in Stuttgart getroffen. Wie er das junge Unternehmen positioniert, wieso er offener sein will als andere US-Konzerne – und wie er die Disruption in den Medien von Anfang an in seine Strategie einbaut. Eine Blaupause für PR-Konzepte der Zukunft?

prmagazin: Sie sind dabei, ein Unternehmen komplett neu zu erfinden, das aus der Fusion von zwei Dickschiffen der Branche hervorgegangen ist. Wie packt man so etwas an?

Gary Stockman: Ich sage immer: DXC ist wie ein 25 Milliarden Dollar schweres Start-up. Wir haben die Fusion Ende Mai 2016 bekannt gegeben und damals angekündigt, dass die neue Firma Anfang April 2017 startet. Also hatten wir rund zehn Monate, um uns eine Identität zu überlegen – und eine Strategie, wie wir unseren Führungsanspruch im Markt artikulieren können.

Hatten Sie anfangs schon einen Namen?

Nein, wir hatten nur das Konzept, die Gründe für die Fusion und drei Vorstände. Gleichzeitig war uns klar: Das neue Unternehmen würde auf Anhieb der größte unabhängige IT-Dienstleister der Welt sein. Wenn man das richtig machen will, muss man sich ziemlich grundsätzliche Fragen stellen: Wie wollen wir den Mehrwert der Fusion erklären? Was ist die Unternehmensstrategie? Wie lauten Markenversprechen und Kernbotschaften?

HPE Enterprise Services und CSC hatten doch Kunden, Strategien, Markenversprechen. Konnten Sie deren Marken nicht weiterentwickeln?

So einfach war es leider nicht. Das neue Unternehmen sollte nicht einfach eine Mixtur der beiden alten sein. Wir konnten es weder CSC noch HPE nennen noch einfach einen Doppelnamen aus den alten Marken machen. Also haben wir uns entschieden, in eine ganz neue Richtung zu gehen. Das ist eine ziemlich spannende Übung, vor allem wenn es derart viele Abhängigkeiten gibt.

Was für Abhängigkeiten?

Wir brauchten zum Beispiel einen Namen, der in 70 Ländern funktioniert. Dann musste dafür auch eine Web-Domain zu bekommen sein, ebenfalls in 70 Ländern. Der Name musste ein schönes Börsenkürzel ergeben. Irgendwann hatten wir eine Liste mit 20.000 Namen in allen möglichen Variationen. Die haben wir am Ende auf drei oder vier Kandidaten gekürzt. DXC blieb nicht nur übrig, weil der Name passte, sondern auch wegen des markanten, schwarz-weißen Logos.

Was heißt DXC denn in lang?

Das ist keine Abkürzung, sondern der Ausdruck unseres Leitbilds. „DX“ ist inzwischen ein gängiges Kürzel für „digitale Transformation“, „C“ wäre also „Company“. Aber es geht darum, positive Assoziationen hervorzurufen. Es soll nicht wirklich „Digital Transformation Company“ heißen. Das „X“ ist uns ebenfalls wichtig. Wir sprechen gern vom „X-Faktor“ in unserer Arbeit. Das „X“ steht auch für die Verbindung mit Partnern wie Oracle oder SAP. Jedenfalls scheint die Marke anzukommen: Die Rückmeldungen sind sehr gut.

Auch bei den Mitarbeitern?

Zum Markenprozess gehörte natürlich, dass wir intensiv mit unseren Stakeholdern gesprochen haben, vor allem mit Mitarbeitern und Kunden. Dieses Feedback floss in die Namensfindung ein. Es gab ein „Integration Decision Team“, mit dem wir viel Zeit verbracht haben, darin haben Führungskräfte aus beiden Unternehmen zusammengearbeitet.

Ist es einfacher als vor einigen Jahren, ein Unternehmen inklusive Marke neu zu erfinden? Immerhin kann man dank Social Media und Content Marketing auch selbst Themen setzen.

Ja, das stimmt schon. Aber es gibt zwei Seiten der Medaille. Einerseits können wir über soziale Medien mit eigenen Inhalten Stakeholder erreichen. Andererseits müssen wir aber eben auch viel mehr Kanäle einsetzen und orchestrieren als früher. Vor allem die Abstimmung ist weitaus komplizierter geworden. Das Konzept für die Einführung einer Marke war früher vielleicht zwei Seiten lang. Damit kommen Sie heute bei Weitem nicht mehr hin.

(...)

Das komplette Interview mit Gary Stockman lesen Sie in unserer Oktober-Ausgabe. 

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