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Autor

Daniel Neuen

Redakteur

im Heft

9/2012

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Exxon

Offensive gegen die Angst

Die Deutschland-Tochter von ExxonMobil fährt seit Monaten eine der größten Kommunikationsoffensiven ihrer Geschichte. Der Energieriese will damit gegen Ängste der Bevölkerung vor der umstrittenen Fördertechnik „Fracking“ ankämpfen.

Umstrittenes Fracking: ExxonMobil stößt bei seinen Förderplänen auf Widerstand bei Bürgern und Protestgruppen. (Foto: David Hecker/dapd)

Beim „Fracking“ werden Gesteinsschichten unter Einsatz von Wasserdruck und Chemikalien aufgebrochen, um Gas freizusetzen. „Wir nehmen die Sorgen der Menschen ernst, aber Fracking ist sicher“, lautet die Botschaft, die der Konzern durch intensive Medienarbeit verbreitet. Im April 2011 startete Exxon einen Dialogprozess mit mehreren Veranstaltungen, bei dem Wissenschaftler Fragen der Öffentlichkeit beantworten. Im Herbst vergangenen Jahres folgten Fernsehspots mit den Exxon-Mitarbeitern Michael Schietz und Dieter Sieber, die für die Sicherheit der Technik werben. Das bis Anfang 2011 sechsköpfige PR-Team wurde mit vier Mitarbeitern aus dem Konzern verstärkt. Zwei spezielle Internetseiten gingen online. Die Agentur Fleishman-Hillard soll in Berlin Kontakte zur Politik herstellen, der Monitoringdienstleister Unicepta liefert täglich Medienanalysen. „Durch unsere Kommunikation konnten wir eine Versachlichung der Debatte erreichen, die sehr emotional begonnen hat“, sagte ExxonMobil-Sprecherin Ritva Westendorf-Lahouse.

Europa-Chef Gernot Kalkoffen zufolge nutzt der Konzern das Verfahren seit Jahrzehnten, hierzulande bislang in Niedersachsen. Vor knapp zwei Jahren begann sich laut Westendorf-Lahouse die Wahrnehmung der Öffentlichkeit zu verändern. Damals lief in den USA der Oscar-nominierte Film „Gasland“, der Sicherheit und Umweltverträglichkeit des Verfahrens anzweifelt. In dem Streifen ist ein brennender Wasserhahn in einer Wohnung zu sehen – angeblich eine Folge von Fracking. „Die Bilder machen Angst und haben für erhöhte Aufmerksamkeit von Medien und Öffentlichkeit gesorgt“, sagte die Exxon-Sprecherin. Der Konzern intensivierte seine vor allem regional ausgerichtete PR und weitete sie auf Bundesebene aus. Denn zeitgleich mit dem Filmstart und der wachsenden Kritik an Fracking geriet Erdgas aus Nordrhein-Westfalen ins Visier des Multis. „Dort sind die Vorbehalte womöglich besonders groß, weil die Menschen lange unter Schäden durch den Kohlebergbau litten“, so Westendorf-Lahouse.

Ob ExxonMobil in NRW weiter tätig werden kann, hängt auch vom Gutachten der Landesregierung ab, das für Herbst erwartet wird. Das Bundesumweltministerium hat Anfang September seine Studie vorgestellt, wonach Fracking nur unter strengen Auflagen zugelassen werden sollte. Wo die Auswirkungen der beim Fracking eingesetzten Chemikalien nicht eindeutig zu klären seien, solle laut Gutachten auch keine Genehmigung erteilt werden. Im April legten die im Rahmen des von Exxon initiierten Dialogprozesses tätigen Experten eine Untersuchung vor, der zufolge die Risiken durch Fracking beherrschbar sind. Dafür habe man zwar die Mittel zur Verfügung gestellt, aber inhaltlich keinen Einfluss genommen, so die Exxon-Sprecherin.

Neuer Ärger droht aus den USA: „Gasland“-Regisseur Josh Fox arbeitet an einer Fortsetzung des Films. Die Industrie-Organisation EnergyIndepth hat den Streifen „Truthland“ veröffentlicht, um Vorwürfe und Bilder des Kritikers zu kontern.

 

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Darin unter anderem:
Zahlenfrau:
Insa Calsow verteidigt das Geschäftsmodell von Kabel Deutschland.
Schwachbrüstig: Die Luftverkehrslobby ringt mit internem Zwist.

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