Detailinformationen

Autor

Olaf Wittrock

Freier Autor

verfasst am

04.05.2017

im Heft

05/2017

Schlagworte

Hintergrund

Nord Stream 2

"Politisch überhöht“

Ulrich Lissek leitet als Head of Communications and Governmental Relations die PR von Nord Stream 2. Die Schweizer Projektgesellschaft will eine neue Unterwasser-Pipeline für Erdgas von Russland nach Deutschland bauen. Schon beim Vorgängerprojekt Nord Stream, das vor gut fünf Jahren in Betrieb ging, steuerte Lissek die Kommunikation. Über eine PR-Mission, die unpolitisch sein will, aber nicht kann.

prmagazin: Herr Lissek, seit anderthalb Jahren versuchen Sie, die Öffentlichkeit vom Sinn und Wert einer neuen Gas-Pipeline auf dem Boden der Ostsee zu überzeugen, bei der der russische Energiekonzern Gazprom mitmischt. Nun sind inzwischen Polen, Dänemark, die Ukraine, die Slowakei, das Baltikum, die USA, sowie Parlament und Kommission der EU dagegen. Was läuft da schief? 

Ulrich Lissek: Ich gebe Ihnen recht: Wenn man die öffent­liche Wahrnehmung des Projekts verfolgt, könnte man den Eindruck gewinnen, dass eine große Mehrheit dagegen ist und wir gegen die Wand fahren. Doch dieser Eindruck täuscht. Erstens melden sich die Kritiker schlicht lauter zu Wort als die vielen Befürworter und Unterstützer, die wir auch haben. Zweitens hat die Opposition gegen Nord Stream 2 oft gar nichts mit der Pipeline direkt zu tun. Gegen den Bau an sich sehe ich sogar so gut wie keinen Protest. 

Worum geht es denn?

Was da zur Sprache kommt, hat vor allem geopolitische Ursachen. Der Pipeline-Bau dient vielen als politische Präsentations­plattform für grundlegende Kritik an Russland. Das lässt sich auch geografisch belegen: Der Kern der negativen Bericht­erstattung findet sich vor allem in der Ukraine, in den baltischen Staaten und in Polen. In Schweden und Finnland sieht man die Sache viel pragmatischer. Auch in Dänemark stößt Nord Stream 2 gar nicht so vielen auf. In Deutschland und Österreich ist die Zustimmung sogar sehr groß. 

Das verwundert nicht wirklich. Die Russen können durch die Pipelines Gas nach Europa liefern, ohne Transitländer wie die Ukraine, Polen und die baltischen Staaten zu durchqueren. 

Natürlich sehen wir, dass ein derart bedeutsames Infrastrukturprojekt auch politische Implikationen hat. Aber ...

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