Detailinformationen

Autor

Daniel Neuen

Redakteur

verfasst am

30.04.2012

im Heft

5/2012

Schlagworte

Meldungen

Dirk Popp

Ketchum Pleon

Popp holt Campaigning-Chef für Berlin

Christof Biggeleben wird am 1. Juni Head of Campaigning von Ketchum Pleon in Berlin. Der 42-Jährige wechselt innerhalb der Bundeshauptstadt von Scholz & Friends Agenda, wo er seit 2005 tätig war und zuletzt seit 2009 die Beratung leitete.

Der promovierte Historiker zieht in die Geschäftsleitung des Berliner Ketchum-Pleon-Büros ein. Biggeleben soll auf der neu geschaffenen Position vor allem Ministerien, politische Organisationen und Verbände beraten. Ketchum Pleon arbeitet für drei Bundesministerien (Arbeit, Familie und Finanzen). Mit dem Neuzugang will die Agentur ihre integrierte Kampagnenkompetenz stärken und Rivalen wie Scholz & Friends, FischerAppelt und Serviceplan Projekte abjagen. „Jedes Jahr gibt es bis zu zehn politisch orientierte Etats mit signifikantem Budget. Davon wollen wir uns einen Teil sichern“, sagte Deutschland-CEO Dirk Popp.

Der Tod von Public-Affairs-Chef Detlev Samland im Jahr 2009 hat bei Ketchum Pleon eine große Lücke hinterlassen, das Neugeschäft schwächelt. Im vergangenen Jahr musste der Berliner Standortleiter Cornelius Winter gehen. Er ist im April als Managing Director bei der 2011 gegründeten Hering-Schuppener-Firma Corporate Affairs & Public Strategies eingestiegen. Galt der Standort Berlin für die erfolgs- und honorarverwöhnte Truppe von Ralf Hering bis vor einigen Jahren noch als wenig attraktiv, hat sich diese Einschätzung inzwischen geändert. Zwar ist in der Hauptstadt nicht das große Geld zu verdienen, aus strategischen Gründen ist die Nähe zur Politik aber notwendig und von den Kunden auf Unternehmens- und Verbandsseite gefragt.

Wer Winters Nachfolger bei Ketchum Pleon wird, steht noch nicht fest. Die Suche läuft. Zudem plant Deutschland-Chef Popp, weitere Senior Partner ins Boot zu holen. Popp war im vergangenen Jahr als CEO an die Spitze der angeschlagenen Agentur gerückt und hatte mit dem Umbau begonnen. Nach dem Zusammenschluss von Ketchum und Pleon im Sommer 2009, die beide der Omnicom-Holding gehören, hatten mehrere führende Kräfte den Dienstleister verlassen. Das einst boomende Bonner Büro wurde eingedampft, Personal abgebaut.

Zuletzt ging auch noch die jahrelange Position als Branchenprimus verloren – zumindest wenn man das Ende April veröffentlichte PR-Agenturranking von Gerhard Pfeffer als Grundlage nimmt. Darin kam Ketchum Pleon im Jahr 2011 auf einen geschätzten Honorarumsatz von 40,42 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es 42,02 Millionen Euro. Weil Omnicom an der New Yorker Börse notiert ist, darf Ketchum Pleon keine eigenen Zahlen veröffentlichen. „Natürlich hat die neue Position im Ranking bei uns keinen Jubel ausgelöst, aber wir nehmen das sportlich. Entscheidender sind jedoch für uns die Themen Kreativität, Qualität und Innovationsfreude. Das sind die Aspekte, für die sich Kunden wirklich interessieren“, sagte Popp.

Neuer Marktführer ist Media Consulta (MC). Obwohl CEO Harald Zulauf im Jahr 2011 nur 14 Mitarbeiter mehr beschäftigte, konnte die Agentur ihren Honorarumsatz um mehr als 11,5 Millionen Euro auf 49,34 Millionen Euro steigern. Zulauf erklärte, Wachstumstreiber seien vor allem Social Media (mit fünf Millionen Euro), Tourismus, Markenkommunikation, Broadcast-PR, Corporate Publishing sowie etwa 20 Millionen Euro schwere Rahmenverträge der EU-Kommission.

Indes: Pfeffer wies darauf hin, MC habe in der Rangliste für die Werbebranche rund 78 Millionen Euro Honorarumsatz und 348 Mitarbeiter mit 44 Prozent PR-Anteil gemeldet: „Danach würden sich rund 34 Millionen Euro PR-Umsatz ergeben. Unerklärlich bleibt, warum in beiden Rankings 348 Mitarbeiter ausgewiesen sind. Anteilsmäßig sollten es 153 sein, was einen ungewöhnlich hohen Pro-Kopf-Umsatz zur Folge hätte.“ Dazu Zulauf: „Im Pfeffer-Ranking sind, wie von ihm ausdrücklich gewünscht, auch die Umsätze für Social Media und Event-Kommunikation eingeflossen. Rechnet man diese heraus, kommt man auf exakt 34 Millionen Euro klassischen PR-Umsatz. Der Pro-Kopf-Umsatz bei MC ist schon immer höher gewesen, da wir bereits seit Jahren paneuropäische Kampagnen betreuen, die nicht nur von unseren Mitarbeitern in Deutschland, sondern in allen europäischen Netzwerkagenturen umgesetzt werden.“

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