Detailinformationen

Autor

Christina Ullrich

Verantwortliche Redakteurin

verfasst am

23.03.2016

Deutsche Telekom

Stress mit WhatsApp

"Vollkommen unangemessen", findet PR-Chef Philipp Schindera das Vorgehen von WhatsApp.

Die Deutsche Telekom hat Ärger mit WhatsApp. Als erstes Dax-Unternehmen hatten die Bonner am 10. März einen WhatsApp-Kanal gestartet, um Abonnenten mit „Infos und News rund um den Konzern zu versorgen“, wie es in der ersten Nachricht hieß. Wenige Tage später nahm das Experiment eine für den Konzern unerfreuliche Wende.

17 Nachrichten waren versandt, als der Augsburger Dienstleister WhatsBroadcast der Telekom mitteilte, WhatsApp habe den Zugriff auf die Telefonnummern der Abonnenten gesperrt. Das Geschäftsmodell von WhatsBroadcast ist es, die Nachrichten seiner Auftraggeber über WhatsApp zu verbreiten. „Dass WhatsApp einem kleinen Start-up so ohne Weiteres den Saft abdreht, ist vollkommen unangemessen“, kommentierte Philipp Schindera, Kommunikationschef der Telekom. Man habe das Gespräch mit WhatsApp gesucht, eine Einigung sei aber derzeit nicht in Sicht. Am 16. März ging die vorerst letzte Nachricht an die Abonnenten.

Über derartige Schwierigkeiten bei der Nutzung des Diensts hatte das prmagazin bereits im Oktober in einem Beitrag zu Instant Messaging in der Unternehmenskommunikation berichtet (siehe „Nachrichten-Dienst“ in Ausgabe 10/2015, S. 30-35). Zuletzt hatte es allerdings nach einem Strategiewechsel bei WhatsApp ausgesehen. Maximilian Tietz, Geschäftsführer von WhatsBroadcast, wundert sich daher: „Für uns ist nicht ersichtlich, was die Motivation von WhatsApp ist, gerade die Telekom für den Dienst zu sperren. Auf der Digital-Life-Design-Konferenz hatte die Firma eigentlich angekündigt, Unternehmen künftig unterstützen zu wollen.“ Vergleichbare Probleme bei anderen Kunden seien ihm nicht bekannt.

Zahlreiche Medienunternehmen setzen bereits WhatsApp ein, darunter die größten Fernsehsender Deutschlands (etwa Pro7, Sat1, n-tv, RTL und Sky) und fast jede große deutsche Tageszeitung. Die Deutsche Bahn nutzt den Dienst beispielsweise für Verspätungsmeldungen.

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