Detailinformationen

Autor

Daniel Neuen

Redakteur

im Heft

5/2011

RTL / Undercover-Boss

Experiment geglückt

Jeweils rund sechs Millionen Zuschauer sahen im April die Sendungen der RTL-Serie „Undercover Boss“. Bei der montags im Abendprogramm ausgestrahlten Doku-Reihe schlüpften leitende Manager inkognito in die Rolle eines einfachen Angestellten. Die Firmen werten ihre Teilnahme als Erfolg.

Vom Geschäftsführer zum Koch: Marcus Smola von den Best Western Hotels. (Foto: RTL/Andreas Mann)

„Es war goldrichtig, bei dem Experiment mitzumachen, denn es war eine gute Chance, die Hotelbranche jenseits von Debatten über Steuererleichterungen und schlechte Arbeitsbedingungen zu präsentieren“, sagte Anke Cimbal, PR-Chefin der Best Western Hotels.

Geschäftsführer Marcus Smola hatte fünf Tage lang Betten aufgeschüttelt, Toiletten geputzt und Gemüse geschnitten. Ein Kamerateam folgte ihm auf Schritt und Tritt. Für die Tarnung hatte man den Angestellten erklärt, RTL drehe für eine Dokumentation über einen Arbeitslosen. Zwar habe man der Produktionsgesellschaft MME bei der Organisation geholfen, redaktionellen Einfluss konnten die Kommunikatoren aber nicht nehmen, so Cimbal: „Es gab einen Vertrag, der das ausschloss.“

Das Risiko eines Imageschadens sei gering gewesen, sagt sie: „Selbst wenn viele Fehler und Probleme aufgedeckt worden wären, hätten wir als ein Unternehmen dagestanden, dass sich um Schwachstellen kümmert und sich verbessern will.“ Best Western Hotels begleitete die Ausstrahlung mit einem Blog. Medien wie Spiegel und vor allem Bild berichteten über „Undercover Boss“ und die teilnehmenden Unternehmen überwiegend positiv. Die Zahl der Bewerbungen sei in den ersten Wochen nach Ausstrahlung deutlich gestiegen, so Cimbal.

Bei Eismann, Vertreiber von Tiefkühlkost aus Mettmann, zieht Hubertus Menke ein positives Fazit. „In der Regel investieren wir sehr wenig in Werbung und Öffentlichkeitsarbeit. Da die Produktionsfirma mit der Idee auf uns zukam, eröffnete sich die Gelegenheit, Millionen Menschen Eismann als Unternehmen und als Arbeitgeber vorzustellen“, sagte der Sprecher, der die Teilnahme befürwortete, nachdem MME versichert hatte, dass es nicht darum gehe, Firma oder Mitarbeiter bloßzustellen.

Zudem hatte der Betriebsrat seinen Segen gegeben: Die Mitarbeiter sollten nicht den Eindruck bekommen, sie würden überwacht. Für Eismann schuftete Geschäftsleitungsmitglied Mika Ramm in Kühlhäusern. Auf ihn war die Wahl nach einem Casting gefallen. Auch bei Eismann seien die Bewerberzahlen und Aufrufe der Website vorübergehend in die Höhe gegangen.

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