Detailinformationen

Autor

Christina Ullrich

Verantwortliche Redakteurin

verfasst am

25.11.2015

Volkswagen

Volkswagen: Signale aus Wolfsburg

In der VW-Kommunikation zeichnen sich größere Veränderungen ab: Konzern und Pkw-Marke sollen stärker auseinandergezogen werden. Nach Andreas Lampersbach ist nun auch Peter Thul seinen Job los.

Hans-Gerd Bode

Eigentlich war für den 12. November in Wolfsburg ein „Innovationstag“ mit den Kommunikatoren des Volkswagen-Konzerns und der Marke VW geplant. Der Termin war noch unter Ex-Kommunikationschef Stephan Grühsem festgelegt worden, der VW Ende September, kurz nach seinem CEO und engen Vertrauten Martin Winterkorn, verlassen hat.

Grühsems Nachfolger Hans-Gerd Bode (Foto), zuvor Porsche-Kommunikationschef, ließ den Termin stehen, widmete ihn aber um. Statt um Themen für die kommenden Jahre und Vorschläge der einzelnen Kommunikationsabteilungen dazu ging es um NOx und CO2. Bode nutzte das Treffen, um die Kollegen auf den neuesten Stand in Sachen Abgasskandal zu bringen – zum dritten Mal in dieser Runde seit seinem Antritt am 1. Oktober.

Die Ereignisse werden den 54-Jährigen noch eine Weile beschäftigen. „Wir haben eine Vielzahl anderer Themen, aber die personellen Ressourcen sind derzeit vor allem durch die aktuelle Thematik gebunden. Wie lange das noch so sein wird, hängt von den Entscheidungen der Behörden ab. Darauf müssen wir unser Handeln abstimmen“, sagte Bode dem prmagazin.

Unterdessen zeichnen sich größere Veränderungen in der Organisation ab. Die Kommunikation für den Konzern und die Pkw-Marke soll stärker auseinandergezogen werden. „Der Konzern und die Marke stehen vor unterschiedlichen kommunikativen Herausforderungen. Wir wollen beide stärker positionieren“, sagte Bode. Hintergrund ist die Personalie Herbert Diess, der im Juli, noch unter Winterkorn, zum VW-Markenvorstand ernannt wurde. Zuvor hatte Winterkorn die Pkw-Tochter in Personalunion geführt.

Welche Veränderungen das im Detail nach sich ziehen wird, ist noch unklar. „Erst wenn die Struktur des Konzerns und der Kommunikationsabteilung steht, werden wir Personalien und Strategie festlegen. Das wird nicht vor 2016 der Fall sein“, sagte Bode Mitte November.

Wenige Tage später war diese Aussage indes in Teilen überholt. Der Kommunikationschef der Marke VW, Peter Thul, ist seinen Job los. Thul, zuvor viele Jahre zuständig für die Produktkommunikation aller Konzernmarken, war erst im Juli – unter Grühsem – befördert worden. Die Aufgabe übernimmt Stefan Ohletz, seit 2003 bei Volkswagen und zuletzt CvD Konzernkommunikation.

Ein anderer Grühsem-Mann hat VW bereits mit Wirkung zum 15. November verlassen: Andreas Lampersbach, insgesamt 14 Jahre im Konzern und zuletzt Leiter Kommunikation Unternehmen und Wirtschaft der AG. Diesen Job macht kommissarisch Eric Felber, seit 2011 Konzernsprecher.

Laut Pressemeldung hat sich Lampersbach „in bestem Einvernehmen“ verabschiedet. Aus der Branche sind Zweifel zu vernehmen. Lampersbach wird für seine Arbeit hoch gelobt und war erst im Juli mit Sack und Pack nach Norddeutschland gezogen. „Jammerschade“, findet die Braunschweiger Zeitung.

Bode verweist zu dem Thema auf die Pressemeldung und will die Personalie darüber hinaus nicht kommentieren. Lampersbach war zuvor viele Jahre PR-Chef von MAN in München, seit 2011 eine VW-Tochter.

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