Detailinformationen

Autor

Daniel Neuen

Redakteur

verfasst am

07.09.2012

im Heft

9/2012

Schlagworte

Meldungen

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Wiesenhof

„Werder-Fans sind genervt“

Trotz der Proteste von Fans und Tierschützern sieht der umstrittene Fleischproduzent Wiesenhof sein Sponsoring von Fußball-Bundesligist Werder Bremen als „konsequenten Teil“ seiner Kommunikationsstrategie. Das sagte Wiesenhof-Sprecher Frank Schroedter. „Dieser sogenannte Shitstorm war nicht überraschend. Die Aufmerksamkeit war noch nie so hoch, das nutzen wir, um unsere Themen und Botschaften gezielt übe rdie Medien zu transportieren“, so der Vorstand der Agentur Engel & Zimmermann, die die PHW-Gruppe, zu der Wiesenhof gehört, seit mehr als 20 Jahren berät. Das Unternehmen, das seit der Ausstrahlung einer ARD-Dokumentation im vergangenen Jahr wegen angeblicher Tierquälerei massiv in der Kritik steht, setze weiter auf „Dialog, Transparenz und Offenheit“.

Rund zwei Wochen vor dem Start der Bundesliga-Saison gab der Geflügelproduzent seinen Einstieg als Haupt- und Trikotsponsor bei den Bremern bekannt. Medienberichten zufolge erhält der mehrfache Deutsche Meister dafür rund zehn Millionen Euro für zwei Jahre. Im Internet formierte sich der Protest auf einer Facebook-Seite, auf der sich nach drei Tagen mehr als 20.000 Fans zusammengefunden hatten. Einige Werder-Mitglieder traten aus dem Verein aus, bei der Saisoneröffnung wurde gegen den Geldgeber demonstriert. „Wir messen dem Bedeutung bei, aber diese Kampagne wird geprägt von mehr oder weniger radikalen Tierrechtlern. Die Werder-Fans sind zunehmend genervt von der Diskussion“, behauptete Schroedter und spielte damit wohl auf die Organisation Peta an.

Die Entrüstung sei von Beginn an mitbedacht worden: „Wer sich auf die Bühne Bundesliga begibt, entscheidet sich bewusst für eine hohe Sichtbarkeit“, so der PR-Berater. „Als einziger bekannter Markenartikler im Geflügelfleischsegment in Deutschland muss Wiesenhof sich der Diskussion stellen. Wir wollen unsere Stakeholder überzeugen und vor allem auch zeigen, dass wir vor Transparenz keine Scheu haben. Wir müssen und wollen uns nicht verstecken.“ Ob die Strategie im Fall des Fußballsponsorings aufgeht? Dazu Schroedter: „Wir werden in einem Jahr ein Zwischenfazit ziehen und schauen, ob wir über die Plattform Werder Bremen unsere Themen wie gewünscht transportieren und die erhoffte Wirkung erzielen konnten.“

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