Detailinformationen

Autor

Wolf-Dieter Rühl

Geschäftsführender Redakteur

im Heft

1/2013

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ABDA

Wirbel um Thomas Bellartz

Der 43-Jährige, zwischen 2007 und Mitte 2011 Pressesprecher des Apothekerverbands, steht im Mittelpunkt eines angeblichen Lobbyskandals.

Hat Thomas Bellartz in seiner Zeit bei der ABDA zu unsauberen Methoden gegriffen?

Bellartz soll laut Medienberichten einem IT-Fachmann aus dem Bundesgesundheits-ministerium Geld für interne Dokumente gezahlt haben. Die Papiere seien dann teilweise beim Online-Dienst „Apotheke adhoc“ veröffentlicht worden, den Bellartz mitgegründet hat. Die Staatsanwälte ermitteln gegen beide Männer.

Der Apothekerverband müht sich offenbar, mit seiner Krisenkommunikation eine Brandmauer zu Bellartz zu errichten. In einer am Tag nach den ersten Medienberichten anberaumten Pressekonferenz sagte die Verbandsspitze, dass „keine ABDA-Mittel verwendet wurden, um Informationen aus dem Gesundheitsministerium zu kaufen“. Der jetzige Sprecher Florian Martius ergänzt auf Nachfrage, gegen die ABDA werde bislang nicht ermittelt. Der Verband habe auch keinen Auftrag vergeben, sich Informationen auf diesem Weg zu beschaffen, um in laufende Gesetzgebungsverfahren einzugreifen. „Deswegen ist es falsch, von einem ABDA-Lobbyskandal zu sprechen“, so Martius. Bellartz wollte sich nicht zu den Vorwürfen äußern, da er keine Akteneinsicht habe und deswegen nicht wisse, was ihm im Einzelnen zur Last gelegt werde. Auf Facebook setzte er zwei Statusmeldungen ab: „wird dann mal auf die Schlachtbank gelegt ...“ und „ist dank Spiegel und Focus dann offiziell vorverurteilt. Jetzt: Gegenreaktion.“ Aus seinem Umfeld verlautete, er habe die Berliner Kanzlei Schertz Bergmann damit beauftragt, gegen die seiner Ansicht nach falsche Berichterstattung vorzugehen, die einer öffentlichen Vorverurteilung gleichkomme.

Nach Informationen des Focus vergab Bellartz in seiner Zeit als ABDA-Sprecher Aufträge für PR-Dienstleistungen an eine von ihm mitgegründete Agentur. So soll er den Dienstleister El Pato unter anderem damit beauftragt haben, Pressemitteilungen zuverfassen und zu versenden. Dafür soll die Agentur in fünf Jahren rund 800.000 Euro kassiert haben. Verbandssprecher Martius will sich zu der kolportierten Summe nicht äußern. Es stimme, dass die ABDA seinem Vorgänger Nebentätigkeiten erlaubt und dass ein Dienstleistungsverhältnis zu Apotheke adhoc/El Pato bestanden habe. Welche Zahlungen genau erfolgten, werde derzeit intern ermittelt. Aus Bellartz’ Umfeld heißt es, jeder Auftrag wurde mehrfach geprüft und abgezeichnet. Martius hat laut eigenen Angaben nach seinem Dienstantritt im Januar 2012 jegliche Zahlungen an Apotheke adhoc und El Pato eingestellt. In der Krisenkommunikation wird er von fischerAppelt unterstützt.

 

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