Detailinformationen

Autor

Redaktion

im Heft

2/2012

Zur Person

Christian Lawrence

Leiter Group Communications des Versicherers Munich Re.

Christian Lawrence (Munich Re)

1   Wie erklären Sie Ihren Freunden, was Sie tun?

Erst einmal erkläre ich, dass Munich Re, anders als der Name suggeriert, die Kombination eines Rückversicherers mit einem Erstversicherer (Ergo) ist. Und dass es meine Aufgabe ist, Ziele, Strategie und Werte des Unternehmens zu verdeutlichen.

2   Was sollte ein PR-ler nie tun?

Sich zurücklehnen, weil man meint, schon alles gesehen zu haben oder alles zu können. Der Erfolg von gestern ist nur die Eintrittskarte für den Wettbewerb von heute, wie der amerikanische Berater Tom Peters zu Recht gesagt hat.

3   Für was/wen würden Sie nie arbeiten?

Die politisch korrekte Antwort wäre: für Organisationen mit Werten, die ich nicht teile. Das ist aber zu Schwarz-Weiß. Viele wollen oder müssen sich verändern, wissen aber nicht, wie – etwa die Staaten in Nordafrika. So jemandem zu helfen, ist doch okay.

4   Ihr Berufswunsch in der Grundschule?

Versicherungskommunikator … Nein, das ist ein Witz. Ich weiß es nicht mehr.

5   Ein Buch, das ein PR-ler unbedingt gelesen haben muss?

Die Memoiren von Tony Blairs Kommunikationschef Alastair Campbell. Der ist kontrovers, aber brillant. Was er über den Niedergang der britischen Medien berichtet, macht dankbar für die Situation in Deutschland.

6   Ihre Lieblingspersönlichkeit in der Branche?

Hilke Stamatiadis-Smidt. Sie hat in ihrer Zeit als Sprecherin des Deutschen Krebsforschungszentrums den „Krebsinformationsdienst“ aufgebaut, der Menschen beim Thema Krebs hilft. Als Sprecher so etwas zu entwickeln, finde ich sehr beeindruckend.

7   Eine Meisterleistung der PR war …

... den deutschen Atomausstieg so zu „verkaufen“, dass es keine echte Debatte über die Folgen für Klimaziele, Natur-/Landschafts-/ Denkmalschutz und Versorgungssicherheit gab. Ich zweifle aber, ob diese PR-Strategie nachhaltig ist.

8   Wer braucht zurzeit dringend einen guten PR-Berater – und warum?

Alle, die den Zeitpunkt, Fehler einzuräumen und dadurch ihre Glaubwürdigkeit zu retten, verpassen. Wir erleben jeden Tag, dass das im Zeitalter totaler Transparenz nicht mehr funktioniert.

9   Wer sollte diesen Fragebogen noch ausfüllen?

Der Pressesprecher einer der drei großen Ratingagenturen. Die haben herausfordernde Zeiten hinter sich, gerade auch in der Kommunikation.

 

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