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09.05.2018

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Pressestellentest

Abgestürzt

Das Auswärtige Amt und das Finanzministerium schmieren im Pressestellentest ab. Auch andere Bundesbehörden machen es sich zu einfach.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bildet die dritte Große Koalition ihrer Amtszeit. Diesmal, so heißt es, soll alles anders werden. Doch wie steht es wirklich um die inhaltliche Neuausrichtung? Da der Koalitionsvertrag viele Fragen offenlässt, hören wir in den Pressestellen der Ministerien nach, wie deren Pläne und Prioritäten aussehen.


Die Testsiegerin: Ramona Simon, Pressesprecherin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Der Test fällt in die erste Arbeitswoche der Regierung. Viele Ministerien haben zu diesem Zeitpunkt noch kein konkretes Programm formuliert. Entsprechend anspruchsvoll ist die Testaufgabe. Mehrere Sprecher senden uns einfach die vorbereitete Regierungserklärung des jeweiligen Behördenchefs, in der die Grundlinien der Arbeit darlegt sind. Das ist eine einfache Lösung, aber kein guter Service für Journalisten. Die müssen sich nämlich aus mehrseitigen Redemanuskripten die Antworten selbst heraussuchen.

Dass es besser geht, beweist Lukas Neuhaus vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Der Sprecher liefert ausführliche, hintergründige und perfekt auf unsere Fragen zugeschnittene Antworten. Um ein Haar hätte der Sprecher mit dieser Leistung den Testsieg geholt. Der geht nämlich an Ramona Simon vom Entwicklungsministerium, die ihre – ebenfalls sehr guten – Antworten etwas früher liefert. Schlusslichter sind das Auswärtige Amt und das Finanzministerium. Dort hielt man es gar nicht für nötig zu antworten.



So schnitten die Pressestellen im Test ab:

  1 – Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

  2 – Bildung und Forschung

  3 – Familie, Senioren, Frauen und Jugend

  3 – Verteidigung

  5 – Bundespresseamt

  6 – Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit

  7 – Arbeit und Soziales

  8 – Justiz und Verbraucherschutz

  9 – Wirtschaft und Energie

10 – Gesundheit

11 – Ernährung und Landwirtschaft

12 – Verkehr und digitale Infrastruktur

13 – Inneres, Bau und Heimat

14 – Auswärtiges

15 – Finanzen

Hier geht es zu den Testkriterien.


Den vollständigen Pressestellentest mit allen Detailwertungen finden Sie in unserer Mai-Ausgabe.


Die Mai-Ausgabe 2018 ist da. Darin unter anderem:

Ground Control: Seit Andreas Lampersbach bei dem Rückversicherer
Munich Re im Amt ist, geht es bodenständiger zu in München.

Corporate Influencer: Die eigenen Mitarbeiter sind die besseren Markenbotschafter im Netz. Wie man sie findet und führt.

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Aktuelle Kommentare zu diesem Beitrag

09.05.2018 16:13

Katja Irle

Betrifft: Ihre Meldung vom 9.5. über Pressestellen der Bundesregierung

Sehr geehrte Kollegen vom prmagazin,

der Pressesprecher-Test lässt mich doch sehr ratlos und auch ärgerlich zurück. Ihre Definition von journalistsicher Arbeit ist offenbar: gut + schnell verpackte Informationshäppchen = optimaler Pressesprecher. Ich habe in meiner Ausbildug gelernt, Dinge selbst+gründlich zu recherchieren und gerade bei "PR"-Texten aus dem politischen Betrieb immer zwischen den Zeilen zu lesen. Sie kritisieren dagegen, "dass sich Journalisten aus mehrseitigen Redemauskripten ihre Antworten selbst heraussuchen müssen." Das ist, sorry, keine Zumutung, sondern unser Job!
Katja Irle,
Nachrichtenredaktion Hessischer Rundfunk

 
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