Detailinformationen

Autor

Franziska von Lewinski

CEO Syzygy

verfasst am

07.02.2021

im Heft

02/2021

Schlagworte

#AgenturderZukunft, Franziska von Lewinski, Syzygy, Digitalisierung

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Ausgabe 02/2021

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#AgenturderZukunft (13)

Heute ist schon morgen

(Illustration: Happypictures/Fotolia.com)


In der prmagazin-Rubrik #AgenturderZukunft machen sich branchenbekannte Köpfe Gedanken über Themen, die die Szene bewegen: den Wandel der Agenturwelt, notwendige Veränderungsimpulse, Agenturmodelle der Zukunft und vieles mehr. Franziska von Lewinski, CEO der Digital-Agenturgruppe Syzygy, meint: Die #AgenturderZukunft ist im Herzen digital und lebt die digitale Kultur auf allen Ebenen. Je umfassender sie ihre Verantwortung für die Veränderungen in der Digitalisierung übernimmt, desto maßgeblicher und tragender wird ihre Rolle sein.


In unserer Gegenwart scheinen die Grenzen zwischen heute und morgen zu verschwimmen.
In dieser Dimension ist mir das neu. Oder, anders ausgedrückt: Es fühlt sich für mich so an. Die Zukunft ist jetzt. Es gab Momente im vergangenen Jahr, in denen wir den Eindruck bekommen konnten, dass uns die Zukunft überholt. Für mich verstärkt das die Wichtigkeit, die Agentur der Gegenwart neu zu denken und vorwärts zu entwickeln.


Die Pandemie ist zum Katalysator der digitalen Transformation geworden. Unternehmen, Behörden und Institutionen werden davon enorm profitieren.


Damals, als die Welt viel weniger digital war, ließen sich Pressesprecher Zeitungsausschnitte über ihre Firma regelmäßig per Post auf Papier zuschicken. Sie zählten, wie viele Veröffentlichungen es in welchen Zeitschriften und Zeitungen gab, um zumindest quantitativ im Nachgang den Erfolg – oder Misserfolg – ihrer vor Wochen geleisteten Pressearbeit zu dokumentieren. Nur begrenzt nützlich, aber es mangelte an Alternativen.

Heute sieht das anders aus: Die digitale Revolution ermöglicht Unternehmenskommunikatoren, Resonanzanalysen quasi in Echtzeit automatisiert durchzuführen. Und dabei nicht einfach nur Erwähnungen zu zählen – sondern auch Themen und Tonalitäten zu erkennen, die eigene Position mit dem Wettbewerb zu vergleichen, entscheidende Multiplikatoren zu identifizieren und sich anbahnende Kommunikationskrisen zu entdecken, bevor sie ausbrechen.

Mit anderen Worten: nicht nur eine quantitative, sondern auch eine qualitative Analyse zeitnah und robust zu erstellen. Solche Analysen sind für Kommunikatoren wesentlich wertvoller für die Kommunikationssteuerung – und sie werden künftig selbstverständlich sein in gut geführten Pressestellen.

Verstärkt und beschleunigt durch die Pandemie, erleben wir seit vergangenem Jahr eine tiefgreifende und nachhaltige Veränderung, die dringend notwendige Entwicklungen mit überraschender Geschwindigkeit voranbringt. Unser Land, unsere Gesellschaft, jeder Einzelne ist davon ebenso betroffen wie unsere Unternehmen und damit natürlich auch Agenturen und Beratungen. Wir alle erleben eine neue gesellschaftliche Realität, die bis vor einem Jahr noch Zukunftsprojekt oder gar Zukunftsvision war.

Plötzlich geht alles, was vor einem Jahr noch undenkbar war

Einige Eindrücke des vergangenen Jahres aus meiner privaten Perspektive: Meine ältere Tochter weiß nun, dass Klavierunterricht und Turntraining auch im Remote-Modus funktionieren und Spaß machen. Meine Eltern waren per Zoom bei der Konfirmation meiner Nichte während des Gottesdiensts und während des Abendessens dabei. Damit unsere Familie über Ostern wenigstens digital zusammen sein konnte, haben wir Skype auf dem PC unserer Schwiegereltern installiert – und zwar remote.

Heute klingt das alles wenig aufregend. Doch vor nur einem Jahr hat niemand an all das auch nur gedacht. Schulunterricht via PC und Laptop? Einen Gottesdienst per Zoom übertragen? Klavierunterricht per WhatsApp? Ich bin sicher: Jede*r von uns kann hier über viele eigene Beispiele und Erfahrungen berichten.

Plötzlich gibt es digitale Weinproben, ein virtuelles Whiskey-Tasting in Irland, die Berliner Philharmoniker kommen live auf die Bildschirme zu uns nach Hause, die Theater inszenieren ihre Stücke für die digitalen Kanäle, Schriftsteller lesen über Zoom aus ihren Werken, und wir spazieren auf unserem Laptop durch Museen und Ausstellungen. Selbst virtuelle Reisen, etwa durch Island und Grönland oder eine Städtereise nach Rom mit Live-Schaltung in die Ewige Stadt, können wir nun buchen – allein, zu zweit, mit Freunden oder der Familie, ganz wie es uns gefällt.

Digital hält uns zusammen und wird zur neuen Nähe

Die digitalen Tools sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen und allgegenwärtig. Sie haben uns in unserem privaten Leben geholfen, uns neu zu sortieren und zu organisieren, und sie tun es immer noch. Jeden Tag. Die digitalen Tools ermöglichen es uns, Familie und Freundeskreis zusammenzuhalten und ihnen auf neue Art und Weise nah zu sein. Großeltern konnten ihre Enkel*innen das erste Mal virtuell erleben und somit trotz aller Distanz Teil des Alltags sein.

Für Menschen, die beruflich bis dahin noch keine Erfahrungen mit einer digitalen Arbeitswelt gemacht hatten, sind die vermeintlichen Zukunfts-Tools nun nicht mehr nur der Weg, ihre Arbeitskraft und damit ihr Einkommen zu erhalten, sondern sie sind auch in der Zukunft nicht mehr wegzudenken. So ist, für uns alle unerwartet und überraschend, eine neue, eine digitale Nähe entstanden. Manchmal noch immer ein wenig ungewohnt. Denn wer hätte sich vor einem Jahr vorstellen können, dass diese digitale Nähe in der Lage ist, emotionale Verbindungen und Wertschätzung auf ein neues Level zu heben? [...]

Dieser Text ist ein Auszug. Lesen Sie in der Februar-Ausgabe des prmagazins: Wie digitale Kultur zum Transformationsbeschleuniger und Wertsteigerer wird. Warum Agenturen mit Fokus auf zeitgemäße Wertschöpfung einen unverzichtbaren Beitrag für Unternehmen und Gesellschaft leisten. Wieso neben Geschäftsmodell und Leistungsportfolio die Haltung entscheidend ist. Und was es für die Agenturwelt bedeutet, dass Unternehmen 2021 so schnell wie noch nie digitalisieren werden.

Die prmagazin-Ausgabe 02/2021 – darin unter anderem:

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