Blumberry

Amil Hota

1) Auftragsinhalte:
a) Komplexe Kommunikationsprojekte mit hohem Digital- und Bewegtbildanteil haben weiter zugenommen. Die Bedeutung der Wirkung von eigentlich externer Kommunikation auf Mitarbeiter und zukünftige Mitarbeiter wird auch kundenseitig stärker wahrgenommen

b) Alle Blumberry-Kampagnen waren grundsätzlich schon immer disziplinübergreifend gedacht, da es einfach effektiver und glaubwürdiger ist, PR mit werblichen Maßnahmen taktisch zu verknüpfen.
Die Nachfrage liegt bei unseren Kunden nicht darin, dass sie unbedingt alle Kanäle gleichzeitig bespielen möchten – sie sind vielmehr an der Wirkung in der Zielgruppe interessiert, und dabei beraten wir sie zur strategisch richtigen Verknüpfung.
Die Einbindung von Influencern funktioniert gerade bei Kampagnen für jüngere Zielgruppen sehr gut, ist jedoch nur für bestimmte Themenfelder sinnvoll. Wenn es um politische Inhalte geht, ist eine Nutzung von Influencern oft fragwürdig. 

c) Der Umsatzanteil digitaler Natur ist weiter wie erwartet angestiegen, und einige Projekte sind auch exklusiv digital: Für den Handel haben wir dessen erste rein digitale Employer-Branding-Kampagne umgesetzt, für die Fraunhofer Academy setzen wir derzeit ausschließlich Kampagnen im Social-Media-Bereich um.
Eine öffentliche Kommunikation zu gesellschaftlich relevanten Themen ist ohne digitale Kanäle schon seit Jahren nicht mehr sinnvoll.
Künstliche Intelligenz bleibt aktuell noch ein Experimentierfeld, das wir weiterhin beobachten. Das Thema VR/AR wird von unserer Live-Kommunikation immer mitgedacht und hat sich als Kommunikationsform bereits etabliert. Hier gilt allerdings: AR/VR nur dann einsetzen, wenn sie einen echten Mehrwert bietet und ausreichend Budget für ein echtes Erlebnis da ist. 

d) „Purpose“, also der höhere Sinn bei einer Tätigkeit, ist für Blumberry-Mitarbeiter schon immer wichtig gewesen. Wir bewegen uns überwiegend im politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich relevanten Themen und möchten hier für unsere Kunden etwas bewegen. Dies treibt uns mehr an als goldene Nägel oder Preise.
Für unsere Aufträge spielt „Purpose“ dahingehend eine Rolle, dass die Generation Z – eine Generation, die materiell vergleichsweise gut abgesichert in das Erwachsenenleben startet – sich mit Blick auf politische Ziele, Wahl des Arbeitgebers und Konsumverhalten anders verhält als vorherige Generationen. Daher muss der moralische Aspekt in der Kommunikation immer auch transportiert werden.
Unseren eigenen, kleinen Beitrag für eine bessere Welt leisten wir dieses Jahr unter anderem mit dem Verzicht auf physische Weihnachtsgeschenke/Grußkarten, stattdessen spenden wir auch im Namen unserer Kunden für ein wohltätiges Berlin-Projekt.

e) Nach wie vor gibt es bei den meisten Kunden keinen Wunsch von sich aus nach einer quantitativen Messung der Ergebnisse, es werden eher abstrakte Ziele formuliert. Wir verstehen es als Beratungsaufgabe der Agentur, hierbei messbare Ziele zu definieren und KPIs gemeinsam zu formulieren. Denn Kommunikation muss sich immer an ihrer Wirkung für das Unternehmen messen lassen.

2) Auftragsumfang:
Der Umfang der einzelnen Aufträge ist tendenziell in diesem Jahr größer geworden, Einzelprojekte bildeten eher die Ausnahme.

Der Eigenbeitrag der Kunden lässt sich nicht pauschal beantworten, da dies stets mit den Strukturen beim Kunden verbunden ist. Blumberry bietet seinen Kunden stets die Option, entweder eine Komplettsteuerung der Projekte zu übernehmen oder aber größere Teile selbst zu übernehmen.

3) Budgethöhe:
Die Budgethöhe der einzelnen Aufträge ist ebenfalls in 2019 tendenziell größer geworden, es gab dabei weniger kleine Etats.

4) Neukundengewinnung:
Wir beobachten bei öffentlichen Ausschreibungen oft eine stärkere Preissensibilität, was bei unkonkreten Aufgabenbeschreibungen oft eine Schwierigkeit darstellt.
In der Neukundengewinnung setzt Blumberry immer auch auf Eigeninitiative mit Blick auf Entwicklung neuer Projekte und ist hiermit oft sehr erfolgreich.

5) Ausblick:
Wir erwarten für 2020 weiterhin eine starke Nachfrage nach Kommunikationsunterstützung im Bereich Employer Branding. Der Wettbewerb um Arbeitskräfte wird nicht nur zwischen Unternehmen, sondern stärker auch zwischen Branchen und Standorten stattfinden.

Die Aufbereitung von Content in der am einfachsten verdaulichen Form (Grafiken, Gifs, Video, Podcasts, Vodcasts) wird noch wichtiger, um die Zielgruppe für ein Thema zu interessieren. Individuelles Targeting mit inhaltlichem Bezug auf die Interessen und Aktivitäten der Zielgruppen wird dabei noch wichtiger, eine generelle Werbekommunikation mit One-Message-fits-All-Motiv wird es schwer haben.

Die politische und gesellschaftliche Entwicklung wird viele Konfliktlinien noch verschärfen (Klimawende, Stadtpolitik, Mobilität, Wandel der Arbeitswelt, Digitalisierung, Außenpolitik). Für einen sozialen Zusammenhalt wird Kommunikation und darüber Dialog eine entscheidende Rolle spielen. Gerade Regierungen auf allen Ebenen werden ihre Ziele und Wege noch besser und effektiver erklären müssen.

Es ist zu erwarten, dass Dialoge über Sprachsteuerung sich als wichtiger Faktor einer ganzheitlichen, digitalen (Marken-)Kommunikation etablieren werden.

In Anbetracht der weiter anwachsenden Zahl an internen und externen Kanälen werden sich gute Agenturen dadurch profilieren, ihren Kunden fundierte Empfehlungen für eine Konzentration auf die wesentlichen Elemente zu liefern. Viel hilft wenig, wenn damit die Ziele des Absenders nicht erreicht werden.