Detailinformationen

Autor

Sandra Middendorf

Freie Autorin

verfasst am

03.04.2020

im Heft

04/2020

Schlagworte

Bilanzpressekonferenzen, Bilanz-PK, Corona-Krise, Covid-19, Webcasts

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Ausgabe 04/2020

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Bilanzpressekonferenzen 2020

Sicher im Netz


Vor dieser Stellwand präsentierte das Henkel-Management am 5. März die Jahresbilanz des Konsumgüterkonzerns.


Wegen der Corona-Krise haben viele Unternehmen ihre Bilanzpressekonferenzen ins Netz verlegt. Obwohl das kurzfristig geschehen musste, hat es bei den meisten gut funktioniert. Wenn die Krise vorbei ist, werden reine Webcasts oder andere Alternativlösungen aber wieder die absolute Ausnahme sein, zeigt unser Stimmungsbild.


Carsten Tilger ist zufrieden: „Die Berichterstattung nach unserer digitalen Bilanzpressekonferenz war genauso gut wie in den Jahren zuvor, in denen die Journalisten bei uns in Düsseldorf vor Ort waren“, sagt der Kommunikationschef von Henkel. An dem Webcast hätten etwa gleich viele Medienvertreter teilgenommen, die auch in ähnlichem Umfang berichtet hätten.  

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, hatte der Konsumgüterkonzern seine Bilanzpressekonferenz als Präsenzveranstaltung kurzfristig abgesagt und ins Web verlegt. Geplant war sie für den 5. März, als es schon erste Empfehlungen gab, auf Reisen und große Versammlungen zu verzichten. Auch andere Unternehmen luden die Journalisten wieder aus und schwenkten auf andere Formate um, unter ihnen zum Beispiel Bertelsmann, Beiersdorf, HeidelbergCement, Debeka, Hugo Boss, Adidas und Merck.

Obwohl diese Entscheidung bei allen extrem kurzfristig fiel, fanden die Unternehmen schnell Lösungen, um ihre Zahlen und Inhalte zu kommunizieren und auch die Fragen der Journalisten zu beantworten. Adidas etwa übertrug seine publikumsfreie Bilanz-PK per Live-Stream ins Web. Fragen nahm Sprecher Jan Runau im Nachgang zur Präsentation über das Online-Tool oder per E-Mail entgegen und las sie auf der Bühne vor, damit alle sie hören konnten. „Am Schluss hatten wir alle Fragen beantwortet“ sagt er. 

Auch bei Henkel konnten Journalisten ihre Fragen für alle sichtbar stellen. „Bisher hatten wir unsere Konferenz immer nur per Live-Stream übertragen, Fragen aber nur von den Journalisten vor Ort erlaubt“, erzählt Kommunikationschef Tilger. Diesmal wählten die Düsseldorfer die interaktive Variante: Die Teilnehmer konnten durch Drücken einer Tastenkombination Fragen anmelden und diese stellen, sobald sie dazu aufgerufen wurden. „Das war relativ schnell organisiert, denn wir bieten das Format der Telefonkonferenz genau so schon bei unseren Quartalszahlen an“, so Tilger. 

Andere Unternehmen mussten mehr improvisieren. Die Debeka zum Beispiel konnte die Absage der Präsenzveranstaltung nur noch mit einer reinen Telefonkonferenz auffangen: „Wir mussten sehr kurzfristig entscheiden, welches Format wir wählen“, sagt Debeka-Sprecher Christian Arns. „Am Donnerstag kam der Hinweis, dass wir große Besprechungen vermeiden sollen, einen Tag später haben wir entschieden, die Bilanz-PK abzusagen und als Telefonkonferenz abzuhalten.“ 

Am Montag drauf schickte Arns die Reden der Vorstände an die angemeldeten Teilnehmer, die sich dann am Folgetag ab 11 Uhr in die PK einwählen konnten. Sieben Journalisten nahmen dieses Angebot wahr. Zufrieden war Arns mit dem Ergebnis nicht: „Es gab technische Probleme, Einzelne konnten sich nicht einwählen, oder die Verbindung war schlecht.“ Auch wegen solcher Pannen will der Versicherer in Zukunft lieber wieder zu einer Präsenzveranstaltung einladen.

Bei Unternehmen, die mehr Erfahrung mit Web-Konferenzen haben und damit über eine bessere technische Infrastruktur verfügen, fällt die Bilanz positiver aus. [...]

Dieser Text ist ein Auszug. Lesen Sie in der April-Ausgabe des prmagazins, welche Lösungen andere deutsche Unternehmen für ihre Bilanzpressekonferenzen 2020 fanden und warum reine Webcasts und Telefonkonferenzen nach der Krise wieder die Ausnahme sein werden.

Die prmagazin-Ausgabe 04/2020 – darin unter anderem:

"Wie ein Flugzeug, das nicht landen kann": Holger Wormer von der TU Dortmund über Medien und Kommunikation in der Corona-Krise.

Bilanzpressekonferenzen 2020: Ab März verlegten Unternehmen ihre Jahres-PKs reihenweise ins Netz. Eine Blaupause für die Zeit nach der Krise?

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