ressourcenmangel

Christof Biggeleben

1) Auftragsinhalte:
a) Wir haben uns in diesem Jahr stark auf das Thema „Public“ konzentriert. Und diese Konzentration hat sich ausgezahlt. Im Corporate-Bereich sind wir weiter stark in den erklärungsbedürftigen und komplexen Thematiken unterwegs: Digitalisierung, Energie, Mobilität, Gesundheit. Um nur einige zu nennen. Sehr gut entwickelt hat sich dabei unsere Beratungseinheit für Transformation/Change Management, TRAFO. Mit ihrem neuartigen, unternehmensberaterischen Ansatz, der um das kommunikative Know-how von ressourcenmangel ergänzt wurde, konnten wir spannende Kundengewinne verbuchen, etwa Airbus. 

b) 360 ist weiter sehr stark nachgefragt. PR bleibt häufig Driving-Seat. Via Influencer Relations und Content. Dazu neu und stärker das Thema Daten-PR, das wir in diesem Jahr stark in die New-Business-Prozesse integriert haben. Über Daten steuern wir Kampagnen, können gezielter und effektiver planen und steuern.

c) Da wir kanalübergreifend unterwegs sind, trennen wir schon länger nicht mehr zwischen digital und analog. Jeder Kanal, jede Disziplin hat einen digitalen Anteil. Mit Blick auf Ihre Frage: Ja, Influencer bleiben wichtig, vor allem Mikro-Influencer. Verstärkt bei uns zuletzt im Verbändeumfeld. Mit dem vfa haben wir einen Kunden, der mutig neue Wege ausprobiert. Influencer als Botschafter und zugleich als Protagonisten bei politischen Events in Berlin. Stichwort KI/Bots. Mit Clara, der ersten Bot-Studienberaterin an der Uni Halle-Wittenberg haben wir einen, wie wir finden, schönen Case umgesetzt. Allerdings spüren wir eine deutliche Zurückhaltung bei den Themen VR/AR. Da wünschen wir uns mehr Experimentierfreude.

d) Die Zeiten des Purpose-Washing sind vorbei. Es wird ernst. Die Gesellschaft wird immer fragmentierter. Die Polarisierung nimmt zu. Die heutigen Zeiten der „Empörungsdemokratie“ treiben unsere Kunden und uns um. Auf die Corporate Communications kommt eine doppelte Verantwortung zu. Ja, sie muss das eigene Unternehmen medial gut darstehen lassen. Aber darüber hinaus hat sie eine neue und viel stärkere Verantwortung für die Gesellschaft und ihre demokratische Verfasstheit. Es gilt, Stellung zu beziehen. Auch wenn man einen Teil der eigenen Kunden/Fans verprellt. Das wird das Thema der nächsten Jahre. Wir haben das in vielen Diskussionen gespürt. Für uns bei ressourenmangel bedeutet das: Wir haben allen Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit gegeben, sich zu engagieren. Bei dem #wirdsindmehr-Konzert in Chemnitz und mehrfach bei den Fridays-for-Future-Demonstrationen.

e) Zum Thema Messbarkeit der Kommunikation haben wir keine fundamental neuen Anforderungen genannt bekommen. 

2) Auftragsumfang:
Der Umfang vieler unserer Aufträge hat in diesem Jahr zugenommen. Das Projektgeschäft dominiert zwar weiterhin, aber in 2019 konnten wir ebenfalls beachtliche Gesamtetats gewinnen. Dabei spüren wir nicht, dass Kunden ihre Aufgaben mehr und mehr allein erledigen. 

3) Budgethöhe:
Die Höhe der einzelnen Kundenetats ist 2019 unterm Strich im Vergleich zu 2018 gestiegen.

4) Neukundengewinnung:
Für ressourcenmangel war 2019 wieder ein gutes Jahr. Wir haben in unseren Wachstumsfeldern wirklich schöne, herausfordernde Mandate gewonnen. Tendenziell mag es für uns sogar einen Tick einfacher geworden sein. Klar, neue Etats werden nicht verschenkt. Wir suchen uns schon recht genau aus, was zu uns passt. Und erfüllen Requests for Proposal nicht gewisse Standards an Zielformulierung, Timing, KPIs, dann lehnen wir auch höflich ab. Das ist der Punkt, wo es einfacher geworden ist. Wir machen nicht mehr alles. Zumal die Briefing-Kultur in diesem Jahr zum Teil wirklich schlecht war. Mehr Blick in die Kristallkugel als inhaltliche Stringenz und Herausforderung.

5) Ausblick:
Wir sind und bleiben Optimisten. Wir wollen unseren erfolgreichen Weg mit Mandaten rund um die großen Veränderungsthemen der Zeit fortsetzen. Vorlagen aus der bewegten Welt um uns herum gibt es schließlich genug. Diese zu begleiten und sogar für eine bessere Zukunft mitzugestalten, darauf haben wir große Lust.

6) Weitere bemerkenswerte Trends/Entwicklungen/Herausforderungen:
So banal es klingen mag, Vertrauen wird immer wichtiger. Nicht jedes Jahr dreht sich alles von links auf rechts und dann wieder zurück. Etwas konkreter: Wirkliche Proof Points bei der Customer Experience nichts nur im B2C-, sondern auch im B2B-Bereich zu entwickeln, wird spannend zu beobachten sein. Und klar, die große Herausforderung bleibt unverändert: die besten Talente für uns und für den Agenturmarkt zu gewinnen.