Detailinformationen

Autor

David Selbach

Freier Autor

im Heft

02/2018

Das aktuelle Heft
Ausgabe 02/2018

 

Zum E-Paper

Abos und Einzelhefte

Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands

Der Modernisierer

Dominik Lamminger: „Ich glaube, dass Banken insgesamt noch nicht das Image haben, das sie verdient hätten.“


Aus dem Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands ist ein kleiner, feiner Meinungsbildner geworden. Die ehemals biedere und eher unbedeutende Staatsbanken-Lobby mischt in Debatten rund um Banken- und Kapitalmarktregulierung, Digitalisierung und das deutsche Drei-Säulen-Modell im Kreditwesen mit. Dieser Wandel ist auch ein Verdienst von Dominik Lamminger, seit 2015 Kommunikationschef des VÖB.


Es gab eine Zeit, da durfte sich das politische Berlin alle Jahre wieder auf den „parlamentarischen Adventsnachmittag“ beim Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) freuen.
Die Landes- und Förderbanken-Lobby lud Ministerialbeamte zu Kaffee, Tortenbuffet und Plätzchen. Selbst die eigenen Mitarbeiter empfanden den Empfang dem Vernehmen nach als derart dröge, dass sie ihn abfällig „Beamtenkaffee“ tauften. „Das passte überhaupt nicht mehr in die Zeit“, sagt VÖB-Kommunikationschef Dominik Lamminger rückblickend. Aber es war halt Tradition.

Der Präsident sprach ein kurzes Grußwort, dann wurde das Buffet eröffnet. Thema? Anlass? Egal. Es muss in diesen Jahren gewesen sein, als ein Hauptgeschäftsführer im Dachgeschoss einen Salon mit Blick auf den Tiergarten einrichten ließ, inklusive Bierzapfanlage und Deko-Glühbirnen, die mit kleinen Kunstflammen flackern. Damals hielten Präsidium und Geschäftsführung zur Jahrespressekonferenz an langen Tafeln mit Tischdecken und Blumengestecken Hof. Außer in Fachkreisen spielte der VÖB kaum eine Rolle.

Dominik Lamminger ist seit 2015 Chefkommunikator des Verbands, und er kennt diese Zeiten noch aus eigener Anschauung. Er kam im Jahr 2009 an Bord, auf dem Höhepunkt der Finanzmarktkrise. Banken und ihre Lobbyisten standen unter Schock – nicht zuletzt die vom VÖB, weil sich auch Landesbanken an den Zockereien beteiligt hatten.

Lamminger selbst sagt nicht viel zu den ersten Jahren im Verband. Beobachter aber haben erlebt, wie der ambitionierte, junge Pressereferent aus Geretsried, der zuvor bei der Bayern LB enorme Freiheitsgrade genossen hatte, zeitweise an dem Job verzweifelte. Der Verband kommunizierte praktisch nicht aktiv. Immer weniger Journalisten hatten ihn noch auf dem Zettel.

Was für ein Unterschied zu heute. Für das Jahrespressegespräch baut Lamminger schon lange kein präsidiales Podium mehr auf, sondern lädt in einen schlichten Konferenzraum im Frankfurter Presseclub, in dem Verbandsführung und Sprecher kollegial neben den Journalisten sitzen. Nicht mehr Empfänge ohne Agenda sind das wichtigste Kommunikationsinstrument.

Heute bespielt der VÖB ganz selbstverständlich Twitter – gut 1.000 Follower hat @voeb_banken seit dem Start bei dem Kurznachrichtendienst im Jahr 2014 gesammelt, Lamminger und seine Leute posten teilweise mehrmals am Tag. „1.000 Follower können für uns erst der Anfang sein“, betont der Kommunikationschef. Immer wieder retweetet er Inhalte von Mitgliedsbanken, um deren Reichweite bei Twitter zu erhöhen.

Bis dahin war es ein langer Weg. Nach der Finanzkrise waren die beiden Lager im VÖB, die Landes- und die Förderbanken, aneinandergeraten. „Während die Landesbanken seit der Finanzkrise heftig schrumpfen, feiern sich die Förderbanken dafür, dass sie in Deutschland nach eigener Wahrnehmung eine Kreditklemme verhindert haben“, analysierte manager magazin online im Juli 2013.

Es war so etwas wie ein Schicksalsjahr für den VÖB. Hauptgeschäftsführer Hans Reckers hatte im März seinen Posten vorzeitig räumen müssen – Presseberichten zufolge auf Druck der Mitglieder, die ihm „mangelnde Dynamik“ vorwarfen, „zu große Nähe zur CDU“ und nicht zuletzt „ungeschickte Kommunikation“.

Es folgte ein monatelanges, öffentliches Gerangel um Reckers Nachfolge, bei dem zutage trat, wie sehr sich die Fronten zwischen Landes- und Förderbanken verhärtet hatten. Ein Vorstandsmitglied warf – angeblich aus Frust – seinen Verbandsposten hin. Am Ende gelang es VÖB-Präsident Gunter Dunkel gerade noch, mit Liane Buchholz eine Kandidatin zu präsentieren, auf die sich nicht nur alle einigen konnten – sondern mit der gemeinsam er dann auch das Ruder herumriss. [...]

Dieser Text ist ein Auszug. Das komplette Porträt über Dominik Lamminger und die Kommunikation des Bundesverbands Öffentlicher Banken lesen Sie in der Titelgeschichte unserer Februar-Ausgabe. 

Ausgabe kaufen, Abo/Probeabo abschließen oder E-Paper anfordern

Aktuelle Kommentare zu dieser Titelgeschichte

Noch keine Kommentare.

Kommentare werden moderiert.

Kommentar verfassen

Adding an entry to the guestbook

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spam-Abwehr.

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.