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Autor

Redaktion

verfasst am

06.05.2020

im Heft

05/2020

Schlagworte

Corona-Krise, Fake News, Desinformation, Infodemie, Social Media, pressrelations

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Ausgabe 05/2020

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Corona-Krise

Im Mahlstrom der Gerüchte


#QAnon, #billgates, #deepstate oder #bigpharma: Zu Corona gibt es Verschwörungstheorien von globaler Viralität.


Verbreiter von Falschinformationen und Verschwörungstheorien haben in der Corona-Krise leichtes Spiel. pressrelations hat für das prmagazin analysiert, welche Rolle Fake News zu Covid-19 in sozialen Netzwerken spielen, wieso der Begriff Desinformation viel besser passt – und warum die Infodemie das Vertrauen in den Journalismus und offizielle Quellen senkt.


Viel deutlicher als „Fake News“ impliz iert der Begriff „Desinformation“ eine bewusste Irreführung. Genau das ist der Knackpunkt im Verständnis von Falschmeldungen und Halbwahrheiten in Zeiten viraler Verbreitung. Sprachwissenschaftler unterscheiden im Englischen zwischen „misinformation“ und „disinformation“ – was vereinfacht mit Fehlinformation (vielfach irrtumsbasiert) und Desinformation (Täuschungsabsicht und/oder politische Agenda) umschrieben werden kann. 

Fake News im Allgemeinen können in beide Kategorien fallen, sodass der Terminus sprachlich unscharf erscheint. Der Vorwurf, etwas sei Fake News, ist darüber hinaus zu einem Instrument geworden, politisch unliebsame Berichterstattung pauschal zu disqualifizieren. 

Zwei aktuelle Studien zeigen, dass im Fall von Corona der Begriff Desinformation angemessener ist als der Begriff Fehlinformation. Forschende der Universität Oxford untersuchten 225 vom International Fact-Checking Network (IFCN) als falsch identifizierte Beiträge. 59 Prozent davon waren nicht frei erfunden, sondern basierten auf teilweise korrekten Fakten, die falsch zitiert oder aus dem Kontext gerissen wurden. Diese Form der Desinformation war im Social Web besonders erfolgreich.  

In Deutschland wurden an der Uni Münster 120.000 Facebook-Posts analysiert, davon 15.000 von sogenannten alternativen Medien. In der Stichprobe fanden sich kaum Fehlinformationen, dafür aber massenhaft Gerüchte, denen gemein war, dass sie hinter Corona eine Verschwörung vermuten. [...]

Dieser Text ist ein Auszug. Lesen Sie in der Mai-Ausgabe des prmagazins, wie es um die Viralität von Verschwörungstheorien einerseits und das Problembewusstsein der Social-Media-Nutzer andererseits bestellt ist, welche Peaks in Sachen Desinformation es im Beobachtungszeitraum gab und warum explodierende Reichweiten der Online-Seiten von TV-Sendern und Zeitungen nicht zwangsläufig in mehr Vertrauen in den Journalismus und offizielle Quellen münden werden.

Die prmagazin-Ausgabe 05/2020 – darin unter anderem:

Sparkasse Reloaded:
 Der DSGV hat seine Kommunikation grundlegend neu organisiert. In der Corona-Krise hat sich das bereits bewährt.

"Die Aufregung legt sich einfach nicht": Covid-19 bringt das Kommunikationsteam der Uniklinik Freiburg an die Belastungsgrenze.

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