Detailinformationen

Autor

Reaktion

verfasst am

07.09.2020

im Heft

09/2020

Schlagworte

Social-Media-Analyse, adidas, Corona, Mieten, Reebok

Das aktuelle Heft
Ausgabe 09/2020

Zum Inhalt

Abos und Einzelhefte

adidas

Ratlos im Social Web


Mit seiner Ankündigung, während der corona-bedingten Ausgangsbeschränkungen Mietzahlungen auszusetzen, brachte adidas die Social-Media-Nutzer in Rage. Weitere Aufreger folgten.


Fußball-EM und Olympia – der Ausblick auf 2020 war ein PR-Traum für adidas. Doch dann kamen Corona und das Mieten-Desaster. „Unsolidarisch, unsozial, unanständig“, hieß es im Social Web in seltener Einigkeit. Wie geht der Konzern mit der User-Kritik um? Für das prmagazin hat pressrelations das Minenfeld Mieten und fünf weitere Risikothemen rund um adidas und die US-Tochter Reebok untersucht.


Die adidas-Kommunikation ist seit Monaten in Wallung.
Da waren die späte Positionierung zur „Black Lives Matter“- Bewegung, Rassismusvorwürfe aus der Belegschaft und nicht zuletzt die Partnerschaft mit dem Musiker, Präsidentschaftsaspiranten und Donald-Trump-Fan Kanye West. Doch das ist längst nicht alles.

Die erste Protestwelle gegen den Dax-Konzern brach rund zwei Wochen nach Beginn der coronabedingten Ausgangsbeschränkungen los. Nachdem Bild-Zeitung und Der Spiegel berichtet hatten, adidas stoppe die Mietzahlungen für seine geschlossenen Geschäfte, griffen Medien weltweit das Thema auf – von der New York Times bis zur italienischen La Repubblica. Auch Prominente meldeten sich zu Wort: Eine „beschissene Vorbildfunktion“ sei das, sagte der Koch und Gastronom Tim Mälzer in seinem Podcast „Fiete Gastro“.

Noch deutlicher wird der geballte Zorn einer maximal angespannten Gesellschaft auf Twitter. Empörung in 16 Zeichen unter #niewiederadidas. Das Virus bedroht Existenzen, da ist das Verständnis für einen milliardenschweren Konzern beschränkt. „Image. Aus nichts anderem besteht eine Marke, die in der Lage ist, Schuhe im Wert von 10 Euro für über 100 Euro zu verkaufen. #ADIDAS #niewiederadidas Und das setzt Ihr für zwei Wochen Mietaufschub auf Spiel? @adidas“, schreibt ein User. Die Franken reagierten – aber nicht via Social Media, sondern in einem offenen Brief, in dem sie sich entschuldigten und den geplanten Mietenstopp verwarfen.

Zehn Tage zuvor hatten US-Medien über ein geleaktes, internes Memo von adidas-CEO Kasper Rorsted berichtet. Daraus geht hervor, dass die Geschäfte trotz Corona geöffnet bleiben sollten, was „Mut und Fokus“ erfordere. Auch damals zeigten sich Social-Media-Nutzer alles andere als amüsiert: Die Gesundheit der Menschen werde für Profit aufs Spiel gesetzt, hieß es. Einen Tag später kündigte der Konzern die Schließung aller Läden in Europa, den USA und Kanada an. Die Rivalen Nike und Under Armour hatten zu dem Zeitpunkt längst gemeldet, dass sie ihre Stores schließen und Angestellte für verlorene Arbeitszeit kompensieren würden.

Überhaupt, Nike und die USA: Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten hat adidas immer noch großen Aufholbedarf zum Weltmarktführer. Die Herzogenauracher schaffen es dort bisher nur auf rund ein Drittel des Marktanteils, den Nike in seiner eigenen Heimat erreicht. Das Aufkommen der „Black Lives Matter“-Proteste hätte eine Chance geboten, in den sozialen Netzwerken Haltung zu zeigen und Nike zuvorzukommen. [...]

Dieser Text ist ein Auszug. Lesen Sie in der September-Ausgabe des prmagazins, wie die Social-Media-User adidas in der Rassismusdebatte wahrnehmen, welche anderen Risikothemen des Konzerns im Social Web untergehen und mit welchen die Herzogenauracher punkten können.

Die prmagazin-Ausgabe 09/2020 – darin unter anderem:

Der Techniker:
Kurz vor der Corona-Krise hat Martin Kunz den Umbau der ADAC-Kommunikation abgeschlossen – gerade noch rechtzeitig.

Tönnies: André Vielstädte über eine riesige Lust am Skandal, Konditionsprobleme in der Dauerkrise und die Prominenz seines Chefs.

Ausgabe kaufen, Abo/Probeabo abschließen