Detailinformationen

Autor

Reaktion

verfasst am

06.10.2020

im Heft

10/2020

Schlagworte

Social-Media-Analyse, Online-Journalismus, Qualitätsstandards, Desinformation, Corona-Krise, Dax 30

Das aktuelle Heft
Ausgabe 10/2020

Zum Inhalt

Abos und Einzelhefte

Corona-Krise & Online-Journalismus

Digitale Handwäsche


Unter den weniger glaubwürdigen News-Angeboten im Netz sind die reichweitenstärksten zugleich die unglaubwürdigsten. Von den Dax-Konzernen haben vor allem BMW, SAP und Volkswagen mit Berichten in Medien zu kämpfen, die journalistische Qualitätsstandards verletzen.


Krisen stellen Vertrauen und Glaubwürdigkeit von Marken auf die Probe. Die explosive Mischung aus Information und Desinformation in der Corona-Krise macht es Unternehmen besonders schwer, ihre Markenkommunikation zu steuern und die eigene Reputation zu schützen. Für das prmagazin hat pressrelations die Medienresonanz der Dax-30-Konzerne und die Rolle journalistischer Qualitätsstandards in der Online-Berichterstattung analysiert.


Fake News im Sinne bewusst gestreuter Falschinformation
schätzten Führungskräfte aus Politik und Wirtschaft schon vor der Corona-Pandemie als Cyber-Risiko Nummer eins ein (siehe Cyber Security Report 2019, Deloitte/IfD Allensbach). Vor allem Facebook ist als „Superspreader“ in den Fokus gerückt. Das Kampagnennetzwerk Avaaz fand heraus, dass die Inhalte der zehn reichweitenstärksten Facebook-Seiten, auf denen gezielt Falschinformationen zu Gesundheitsthemen gestreut wurden, fast viermal so viele Aufrufe erreichten wie die Beiträge der zehn wichtigsten Gesundheitsorganisationen (siehe NZZ, 19. August 2020).

Auch bei vielen Dax-30-Konzernen stößt der Umgang von Facebook mit Fake News, Hass und Hetze auf Kritik und Ablehnung. 16 Dax-Unternehmen beteiligten sich im Schulterschluss mit anderen Firmen an der Initiative #StopHateForProfit und froren ihre Werbebudgets für mehrere Wochen ein, darunter BASF, Beiersdorf, Fresenius, SAP und Volkswagen. Der Autobauer stehe „für ein offenes und gleichberechtigtes Miteinander. Ein Umfeld von Falschmeldungen oder Hassbotschaften ist für uns nicht akzeptabel“, teilte VW in einer ZDFheute-Umfrage mit (siehe zdf.de, 30. Juni 2020).

Desinformation wirft immer auch Fragen nach der Glaubwürdigkeit von Quellen auf. Ihre Überprüfung sei für User „die digitale Variante des Händewaschens“, so der Medienpsychologe Frank Schwab im Spiegel-Interview. Rund ein Drittel der Bundesbürger über 18 Jahre sind sich eher häufig bis sehr häufig unsicher, ob es sich bei Online-Nachrichten um sogenannte Fake News beziehungsweise Falschmeldungen handelt. Das ergab eine repräsentative Erhebung des Meinungsforschers Civey im Auftrag von pressrelations.

Woran lassen sich fragwürdige News-Angebote erkennen, und an welchen Qualitätsstandards müssen sie sich messen lassen? Um das herauszufinden, arbeitet pressrelations mit dem NewsGuard-Score (NGS) – einem Bewertungssystem für Nachrichtenseiten im Netz. Ausgebildete Journalisten analysieren dafür Medien nach bestimmten Glaubwürdigkeits- und Transparenzkriterien und bewerten sie nach einem Punktesystem.

Hat eine Website etwa wiederholt Falschinformationen verbreitet, ohne diese richtigzustellen? Wird verantwortungsbewusst recherchiert, oder werden Zitate oder Fakten aus dem Kontext gerissen? Werden die redaktionell Verantwortlichen benannt? 100 Punkte können insgesamt erzielt werden. Erreicht ein Medium einen geringeren Score als 60, erfüllt es die journalistischen Ansprüche nicht. [...]

Dieser Text ist ein Auszug. Lesen Sie in der Oktober-Ausgabe des prmagazins, wie das Verhältnis von Medien mit hohem und niedrigem NewsGuard-Score in der Berichterstattung über die der Dax-30-Unternehmen aussieht und wieso es ratsam sein kann, auch einzelne fragwürdige Quellen genauer
zu beobachten.


Die prmagazin-Ausgabe 10/2020 – darin unter anderem:

Die Neue:
Kristin Breuer kam mitten in der Covid-19-Pandemie zum Pharmaverband vfa. Ein Sprung ins ganz eiskalte Wasser war es trotzdem nicht.

Historische Nullleistung: Im Pressestellentest der Streaming-Dienste zeigt sich Disney von seiner schlechtesten Seite. Es gibt aber auch echte Lichtblicke.

Ausgabe kaufen, Abo/Probeabo abschließen