Detailinformationen

Autor

Daniel Neuen

Redakteur

im Heft

9/2012

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Social-Media-Teams (2): Otto Gruppe

Die Vernetzer

Unter dem Motto „Testen und Lernen“ hat sich die Otto Gruppe schon vor Jahren für Social Media geöffnet. Heute nutzen zahlreiche Abteilungen des Versandhändlers Twitter, Facebook und Co – nur die Unternehmenskommunikation nicht. Stattdessen fungiert der Bereich von PR-Chef Thomas Voigt als Berater, Bindeglied und Krisenlöser. Teil zwei unserer Serie über die Social-Media-Teams großer Konzerne.

Der Handelsriese Otto nutzt Social Media seit einigen Jahren intensiv. Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen sind mit den Plattformen befasst. (Foto: Suzanne Eichel)

Ein 200 Quadratmeter großes Luxusloftan der Partymeile Reeperbahn, ein Job in einem großen Unternehmen - und das alles finanziert und gefördert mit mehr als einer halben Million Euro von der Stadt Hamburg und Sponsoren aus der Wirtschaft. Die Aussichten, mit denen das Marketing der Elbmetropole im vergangenen Jahr Berufseinsteiger für das Projekt „Hamburg WG“ lockte, erschienen Thomas Lerche glänzend. Schließlich bestand die einzige Gegenleistung darin, regelmäßig im Internet über das Leben auf dem Kiez und das Arbeiten in der Hansestadt zu berichten, um Hamburg als attraktiven Startpunkt für die Karriere junger Fachkräfte zu porträtieren.

Der 23-Jährige bewarb sich mit einem Video und bekam auch eine Zusage. Wenig später folgte die Ernüchterung: Der Protest gegen die angebliche Verschwendung von Steuergeldern zwang die Stadtväter, das Projekt noch vor dem WG-Einzug der vier siegreichen Bewerber zu stoppen.

Zum Ärger von Thomas Voigt, Kommunikationschef von Otto, einem der drei Geldgeber. Trotz des Rückziehers der Politik verteidigte Voigt nicht nur die Idee, sondern stand auch zu der Zusage, einem der Kandidaten für ein Jahr einen Job beidem Handelsriesen zu geben. Die Bewerbung beim wohl „größten Flop“ in der Geschichte des Stadtmarketings (Hamburger Abendblatt) entpuppte sich für den frisch gebackenen Hochschulabsolventen Lerche als Glücksfall. Seit Oktober 2011 arbeitet er als Junior Social Media Manager bei Otto.

Statt wilder Partys in St. Pauli bedeutet das zunächst einmal viel Lauferei über die weiten Flure und riesigen Treppenhäuser in der Konzernzentrale in Hamburg-Bramfeld. Zwar gehört Lerche zur Unternehmenskommunikation, doch in Voigts Abteilung im Erdgeschoss der Zentrale hat er bislang kaum Zeit verbracht. In regelmäßigen Abständen springt er von einem Bereich zum anderen: vom Dialogmarketing zum Personalmarketing, von der Marktforschung zum Kundendienst. „So lerne ich alle Aktivitäten und die Verantwortlichen kennen, das fördert den Austausch“, sagt Lerche, der als eine Art rasender Social-Media-Reporter mit iPad und Kamera ausgerüstet ständig nach Inhalten für seine Facebook-Seite sucht.

Ausgerechnet das Familienunternehmen mit seinem leicht verstaubten Image als Katalogversender nutzt Social Media seit einigen Jahren umfassend. Bei näherem Hinsehen erscheint es indes nur folgerichtig, dass Otto 2006 begann, in seinen Online-Shops Kundenbewertungen einzuführen, und dann Stück für Stück das Social Web für sich entdeckte. Das Unternehmen ist nach Amazon zweitgrößter Online-Händler der Welt und erwirtschaftet die Hälfte seines Umsatzes im Netz. Quelle und Neckermann, die Konkurrenten des Katalogzeitalters, sind auf der Strecke geblieben. Aber der Wettbewerbsdruck durch den Koloss Amazon und kleine Angreifer wie Zalando ist brutal.

 

Den ganzen Artikel lesen Sie in der September-Ausgabe des prmagazins. Hier geht es zum E-Paper.

Darin unter anderem:
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