Detailinformationen

Autor

Sandra Middendorf

Freie Autorin

verfasst am

09.05.2019

im Heft

05/2019

Schlagworte

Europawahl, Kommunikation, Dax 30

Das aktuelle Heft
Ausgabe 05/2019

Zum Inhalt

Abos und Einzelhefte

Europawahl

Die Wirtschaft macht mobil


Beim ersten BASF-Bürgerdialog am 22. Oktober 2018 diskutierte Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) mit 300 Mitarbeitern des Chemiekonzerns über das „Europa der Zukunft“.


Die Europawahl steht in diesen Wochen ganz oben auf der Kommunikationsagenda der Wirtschaft. Das zeigte eine Dax-Umfrage des prmagazins im April-Heft. Viele Firmen steckten damals noch in den Vorbereitungen – deshalb schauen wir diesen Monat noch einmal genauer hin. Zu den besonders Engagierten zählen thyssenkrupp, BASF und die Deutsche Bank.


Das Auto der Zukunft bringt man nicht auf die Straße, wenn man an jeder Grenze halten muss. Das ist einer der Claims, mit denen thyssenkrupp in den Wochen vor der Europawahl am 26. Mai 2019 bei seinen Mitarbeitern für den Urnengang wirbt. Unter den Slogans steht der Wahlaufruf „Mach Dein Kreuz“. „Dazu müssen wir die Vorteile und Errungenschaften eines geeinten Europas besser erklären“, sagt thyssenkrupp-Sprecher Jakob Barzel, der für die Kampagne zuständig ist. „Und zwar ganz konkret anhand von Beispielen aus unserem Unternehmen.“

Das Besondere: thyssenkrupp beschränkt sich bei der Gestaltung der Motive nicht auf die Corporate-Identity-Farbe des Konzerns – Blau. Diesmal ist alles bunt. Wir haben für die Motive ganz unterschiedliche Farben gewählt, denn Europa ist auch bunt und divers. Das wollen wir abbilden“, sagt Barzel. Alle Motive sind daher auch auf Englisch und Deutsch verfügbar. Ausgewählte Motive wurden für die Printversion in mehr als zehn Sprachen übersetzt.

In ganz Deutschland positionieren sich nicht nur Firmen, sondern auch Verbände zum Thema Europa und rufen Mitarbeiter und Bürger zum Urnengang auf. „Solch ein Engagement gab es meines Wissens vorher noch bei keiner Wahl“, sagt Alexander Kritikos vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Für überraschend hält er den Einsatz nicht: „Vor allem große Unternehmen profitieren von einem funktionierenden Binnenmarkt. Er ist für sie so was wie das Rückgrat ihrer Exportstrategie. Deswegen haben sie ein fundamentales Interesse an einem stabilen Europa“, sagt er. 

Um das zum Ausdruck zu bringen, muss die Wirtschaft keine Wahlempfehlung abgeben, aber möglichst viele Menschen dafür sensibilisieren, dass ihre Stimme gebraucht wird. „Die Europawahl wird von vielen zur Protestwahl genutzt“, sagt Kritikos. Umso wichtiger sei es, dass die gemäßigten Wähler motiviert würden, die dazu neigen, gar nicht zu wählen. „Viele Menschen unterschätzen noch immer die Bedeutung des europäischen Parlaments“, so Kritikos. Das müsse man auch den Parteien vorhalten, die zu wenig über das Parlament und seine gestiegenen Einflussmöglichkeiten informierten. 

In dieses Vakuum will in diesem Jahr die Wirtschaft stoßen. Dazu motiviert werden die Unternehmen auch von vielen Verbänden und allen voran von Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer: „Wir dürfen Europa nicht allein den Parteien überlassen, die viel zu oft den Zerrbildern der Demagogen hinterherlaufen, statt positiv die europäische Idee weiterzuentwickeln“, zitiert ihn die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) auf der Website „Zukunft wählen: Europa“, die die Organisation zur Europawahl gelauncht hat. 

Kramer ruft die Wirtschaft auf, „zur Europawahl klar Flagge zu zeigen“. Sie solle alle Möglichkeiten nutzen, „um für die europäische Idee zu werben – in den Betrieben, in den Verbänden, gemeinsam mit den Sozialpartnern, bei allen uns zur Verfügung stehenden Gelegenheiten“. [...]

Dieser Text ist ein Auszug. Lesen Sie in der Mai-Ausgabe des prmagazins, wie sich Unternehmen wie thyssenkrupp, BASF und Deutsche Bank sowie die Industrieverbände rund um die Europawahl engagieren.


Die prmagazin-Ausgabe 05/2019 – darin unter anderem:

Der Zehnkämpfer: PR-Allrounder Thorsten Möllmann muss bei dem Zulieferer die Wende zu E-Mobilität und Industrie 4.0 erklären.

Klarheit und Konsequenz: Wie können PR-Networks erfolgreich sein? Vier Thesen von GPRA-Präsidentin Christiane Schulz zur #AgenturderZukunft.

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