Detailinformationen

Autor

Michael Inacker

CEO WMP EuroCom

im Heft

04/2018

Standpunkt

Gefühle und Geschichten


Ersetzen Algorithmen das Bauchgefühl und das Gespräch mit externen Stakeholdern? Lässt sich mediales Grundrauschen nur noch mit Infohäppchen erzeugen? Nein, meint Michael Inacker, CEO der Beratung WMP EuroCom. In Zeiten von Social Media brauchen Kommunikatoren mehr denn je ein Gespür für Trends und Stimmungen – und die Fähigkeit, eine gute Geschichte zu erzählen.


Michael Inacker: "Im Zeitalter der digitalen Reizüberflutung kann man sich mit guten Geschichten abheben."

Twitter, Instagram, Snapchat – wir kommunizieren immer schneller, immer kürzer, immer visueller, immer automatischer. Die Versuchung ist groß, Algorithmen mehr zu vertrauen als dem Bauchgefühl. So wird ein möglicher „Shitstorm“ zum angeblich objektiven Beleg einer Meinungsverschiebung – obwohl die tatsächliche, „schweigende“ Mehrheit weiterhin eine andere Einschätzung hat.

Der Megatrend für alle Agenturen – Digitalisierung der Kommunikation – wird nicht komplementär gesehen, sondern absolut gesetzt. Der Mensch dient dem Digitalen, nicht das Digitale dem Menschen. Digitale Kommunikation mag die schnellere, preiswertere Methode sein, um das Geschäftsmodell von Kommunikation zu skalieren – aber sie ist auch gefährlich, weil sie unter Umständen eine neue Wahrheit erzeugt, die der Wirklichkeit nicht entspricht.

Für erfolgreiche Kommunikation bleiben auch weiterhin zwei Themen zentral. Man mag das konservativ nennen, aber wenn konservativ nicht das Hängen an dem ist, was gestern war, sondern das Fortschreiben von dem, was immer gilt, dann kann Kommunikation ruhig etwas konservativer sein. Diese zwei Themen sind:

ERSTENS: Die soziale, emotionale und politische Kompetenz des Kommunikators  – sein Bauchgefühl –, um die Themen eines Unternehmens in Bezug zu seinem gesellschaftlich-politischen Umfeld zu setzen. Wie viele Kommunikationsstrategien scheitern daran, dass in den Chefetagen eines Unternehmens der mögliche Widerstand in Politik und Gesellschaft falsch eingeschätzt wird.

Kommunikatoren müssen die Fähigkeit haben, die Welt von draußen in den Vorstandssaal zu transportieren. Allzu oft sind Kommunikatoren Teil einer abgehobenen Wirtschaftselite, die kein Gefühl für gesellschaftliche und politische Strömungen mehr hat.

ZWEITENS: Die Kompetenz, aus diffusen Zahlen und Fakten eine Geschichte zu entwickeln. Journalistisch zu denken und zu handeln. Dabei geht es zunächst nicht darum, das Thema eines Unternehmens auf einer medialen Plattform zu transportieren oder „ins Blatt zu bringen“. Vielmehr müssen Kommunikatoren zunächst selbst ein Thema schlüssig aufbereiten, damit es eine Redaktionskonferenz überlebt.

Die Automobilbranche schafft es bis heute nicht, in kurzer und präziser Form die Vorteile des Dieselmotors und seine positive Rolle für die Umwelt zu erzählen. Erst die Bild-Zeitung hat Anfang März eine verwertbare und verständliche Zusammenfassung gebracht, die das   Thema pointiert und anschaulich erklärt. [...]

 

 

 

Dieser Text ist ein Auszug. Den kompletten "Standpunkt" von Michael Inacker lesen Sie in unserer April-Ausgabe.

 

 

Die April-Ausgabe 2018 ist da. Darin unter anderem:

Der Komplize: Nach der Achterbahnfahrt bei Stada soll Frank Staud den Umbau des Pharmakonzerns begleiten und für Ruhe sorgen.

LinkedIn: Das soziale Netzwerk gilt als neues Facebook für Unternehmen. Warum Firmen und Führungskräfte auf die Plattform stehen.

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