FleishmanHillard

Hanning Kempe

1) Auftragsinhalte:
Die Nachfrage nach ganzheitlicher Beratung im Bereich Reputationsmanagement und Krisenkommunikation hält nach wie vor an. Digital/Social ist nahezu in jedem Auftrag mit dabei. Zunehmend sind Projekte, die sich mit den kommunikativen Herausforderungen im Zusammenhang mit der digitalen Transformation von Unternehmen beschäftigen. Neu sind Aufträge im Bereich Employer Branding.

b) Kunden möchten ihr Business-Problem gelöst haben – und das geht nur mit einem liquiden Mix der Kommunikationsdisziplinen. Die Frage ist heute nicht mehr „Kannst Du Media Relations?“, sondern „Beherrschst Du die Kanäle zu den Touchpoints entlang der Customer Journey?“. Hierbei spielen Content Marketing und Influencer Relations/Marketing eine wichtige Rolle.

c) Aufträge ohne digitale Komponente gibt es bei uns nur noch bei rein inhaltlich geriebenen Projekten. Der Anteil Digital am Gesamtumsatz liegt bei uns inzwischen bei deutlich über 50 Prozent. VR/AR sowie KI spielten in 2018 keine Rolle.

d) Die Diskussion um Fake News und die Forderung, "Haltung" zu zeigen, haben keine besondere Auswirkung auf Aufträge. In allen Bereichen menschlichen Lebens und Arbeitens wurden immer schon Fakten und Inhalte mit großer Fantasie der eigenen Realität angepasst. So gesehen ist Fake News nichts Neues – und die Diskussion um „Haltung“ auch nicht. Verändert hat sich meines Erachtens die Schärfe im Ton und in der Auseinandersetzung – wie Trump, Brexit oder die AfD zeigen. Damit steigt die Sensibilität für den Umgang mit dem Thema insgesamt. Das ist gut.

e) Die Forderung nach mehr Messbarkeit der Kommunikationsarbeit ist im Jahr 2018 auf Kundenseite nochmals lauter geworden, vor allem in der Kombination von Kommunikation und der direkten Auswirkung auf Sales und Umsatz. Kunden wollen mehr denn je wissen: Was bringt mir das, wofür ich bezahle?

2) Auftragsumfang:
Die Gesamtetats sind mehr oder weniger gleich geblieben. Das Projektgeschäft ist weiter auf dem Vormarsch. Insgesamt sieht es so aus, als ob die Kunden wieder mehr Expertise nach inhouse verlagern.

3) Budgethöhe:
Unterm Strich sind die Etats im Jahr 2018 konstant geblieben. Für 2019 zeigt sich bisher eine Tendenz nach oben – dies liegt zum einen an der guten wirtschaftlichen Gesamtentwicklung und zum anderen aber sicher auch an unserem ganzheitlichen Leistungsportfolio. 

4) Neukundengewinnung:
Hier sehen wir zu den Vorjahren keine Veränderung. Schwierig machen es nach wie vor kompliziertes Procurement, lange und erratische Entscheidungswege sowie unrealistische Erwartungen/Budgets/KPIs/Zeithorizonte. Requests for Proposal lehnen wir ab, wenn sie nicht Mindeststandards entsprechen. Für unser langfristiges Neugeschäft haben wir uns personell im Bereich Agenturkommunikation verstärkt.

5) Ausblick:
Wir werden uns 2019 noch stärker auf Beratung und strategische Umsetzung konzentrieren. Klassisches Abarbeiten von Kommunikationsmaßnahmen wird weiterhin an Bedeutung verlieren. Dadurch werden wahrscheinlich die Budgets pro Auftrag weiter steigen, das Geschäft aber insgesamt kurzfristiger und damit prinzipiell volatiler werden.

6) Weitere bemerkenswerte Trends/Entwicklungen/Herausforderungen:
Der Brexit wird sich hierzulande positiv auf die Geschäftsentwicklung auswirken, da die Hub-Funktion von dem UK-Markt geschwächt werden wird. Verschärfen wird sich die Situation im Talentebereich. Wir befinden uns bereits in einem Arbeitnehmermarkt, und es wird nicht leichter werden, die besten Talente für das eigene Unternehmen zu gewinnen.