Faktenkontor

Jörg Forthmann

1) Auftragsinhalte:
a) Die Pressesprecher denken digitaler und strategischer. Digital ist in nahezu jedem Projekt ein bedeutender Bestandteil geworden. Gleichzeitig gewinnt die Reputation als strategische Leitwährung in den Unternehmen rapide an Relevanz. 

b) Wer heute mit der alten Denke der unterschiedlichen Kommunikationsdisziplinen beim Kunden aufschlägt, hat es schwer. Die Unternehmen wollen aus dem vollen Werkzeugkoffer der Kommunikation schöpfen. Aber bitte nicht in Form von Einzelmaßnahmen, sondern als zielorientierte Kampagne.

c) In nahezu jedem Projekt gibt es digitale Eckpfeiler. Projekte mit Big Data und Künstlicher Intelligenz machen in der Faktenkontor-Gruppe etwa die Hälfte aller Umsätze aus. Hier sehen wir die Zukunft: Die Kunden wollen ihre Kampagnen verfolgen, steuern und messen – und noch nie war es so leicht wie heute, diese Analysen zu liefern. Wir sammeln und analysieren heute die gesamte Kommunikation im deutschsprachigen Internet für 20.000 Marken.

d) Haltung ist ein wichtiges Thema geworden, und zwar in Gestalt des Reputationsmanagements. Unsere Kunden arbeiten gezielt daran, wie sie in der Öffentlichkeit gesehen werden wollen – und was sie dafür tun sollten.

e) Immer mehr unserer Projekte entstehen aus einer Kommunikations- oder Reputationsanalyse. Das kannten wir vor fünf Jahren noch nicht.

2) Auftragsumfang:
Die Bereitschaft zum Outsourcing steigt seit Jahren. Im letzten Jahr haben wir die Pressestelle eines renommierten Dienstleistungsunternehmens übernommen. Obendrein werden wir immer öfter für das Interimsmanagement der Pressestelle angefragt.

3) Budgethöhe:
Die Budgets steigen spürbar. Offensichtlich haben sich die vielen Jahre guter Konjunktur auch in den Budgets der Pressestellen positiv niedergeschlagen. 

4) Neukundengewinnung:
Wir bleiben unserem analytischen Ansatz in der Ansprache neuer Kunden treu. Zuerst gibt es eine klare Analyse mit Handlungsempfehlungen. Dann können sich die Kunden entscheiden, mit wem sie in die Umsetzung gehen. Deshalb ist das Faktenkontor auch fast nie in Pitches vertreten. Schaulaufen verträgt sich nicht mit ernsthafter Kommunikationsberatung, die auf klaren Analysen aufsetzt.

5) Ausblick:
a) 2019 wird sich die Digitalkommunikation weiter professionalisieren. Ich hoffe, dass nun endlich in der Breite die strategische Steuerung der (Digital-) Kommunikation durchbricht – und gewohnter Standard in den Pressestellen wird.

b) Die Hauptrolle spielt dabei der Wille zur Exzellenz. Pressearbeit mit Bauchgefühl ist herrlich stressfrei, aber nicht überlebensfähig.

6) Weitere bemerkenswerte Trends/Entwicklungen/Herausforderungen:
Big Data und Künstliche Intelligenz sind Megatechnologien, auch für die PR. Allerdings stehen wir hier noch am Anfang. PR-ler sind gut beraten, hier Gas zu geben, denn wer diese Technologie beherrscht, hat die Nase vorn.