Serviceplan Public Relations & Content

Klaus Weise

1) Auftragsinhalte:
a) Grundsätzlich werden viele Projekte und Aufträge vergeben. Das ist für uns Agenturen erfreulich und führt dazu, dass inzwischen am Anfang der Geschäftsbeziehung ein gegenseitiges Prüfen steht: Nicht nur die Kunden wählen Agenturen aus, sondern Agenturen schauen bei potenziellen Kunden ganz genau hin. Wir sind in der komfortablen Lage, potentiellen Auftraggeber absagen zu können, bei denen offensichtlich unrealistische Vorstellungen bestehen, denen es an Wertschätzung fehlt oder deren Geschäftsmodell nicht überzeugt.

Besonders gefragt waren drei Themen: Content, internationale Kommunikation und Strategie. Alles, was mit Content zu tun hat boomt, weiter: die Entwicklung von Content-Strategien, Erstellung von Content-Hubs, die Content-Distribution vor allem via Owned und Earned Media. Deutlich zugenommen hat die Bereitschaft, in die Betreuung von LinkedIn und Instagram zu investieren. Ebenfalls hat das Interesse an internationalen Projekten zugenommen. Dies führen wir allerdings auch auf die zunehmende Internationalisierung unserer Agenturgruppe und nicht nur auf Marktveränderungen zurück. Und auch die Bereitschaft, Kommunikations-, Marken- und PR-Strategien fundiert aufzusetzen und miteinander zu synchronisieren, ist spürbar größer geworden.

b) Die Kunden sind einerseits auf der Suche nach tief gehender und auch branchenspezifischer Expertise im jeweiligen Kanal und wollen gleichzeitig die Zahl der Agenturen und Dienstleister reduzieren, um weniger Steuerungsaufwand zu haben. Dies führt zu weniger Anfragen, die allerdings umfassender und integrierter ausfallen.

c) Über KI und VR/AR wird gern und viel gesprochen – in der Praxis wird aber noch mehr experimentiert und wenig wirklich umgesetzt. Social Media und Influencer Relations gehören dagegen beinahe schon zum Standardrepertoire.

d) Die drei wichtigsten Themen sind aktuell Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeit. Das wird unsere Agentur im Jahr 2020 spürbar verändern.

e) In Sachen Messbarkeit gilt, was schon vor 20 Jahren gegolten hat: Die Kunden haben grundsätzlich großes Interesse, in der Praxis dann aber kleine oder keine Budgets dafür. Zugenommen hat aber die Bereitschaft, für fokussierte Konkurrenzbeobachtung Geld auszugeben. Gezieltes Social Listening, vor allem zur Beobachtung der Konkurrenz, wird immer mehr erwartet.

2) Auftragsumfang:
Die Budgets pro Kunde sind unter dem Strich gestiegen, dabei geht es immer mehr in Richtung Projektgeschäft.
Die Etats sind gestiegen – auch weil zunehmend PR, Social-Media- und Content-Aufgaben in eine Hand gegeben werden.

3) Budgethöhe:
Die Etats sind gestiegen – auch weil zunehmend PR, Social Media- und Content-Aufgaben in eine Hand gegeben werden.

4) Neukundengewinnung:
Wir versuchen, Pitches zu vermeiden beziehungsweise die Zahl der Pitches, an denen wir teilnehmen, zu reduzieren. Zur Pitch-Vermeidungsstrategie gehören bezahlte Workshops und das Vorschlagen von Testprojekten. Wenn wir pitchen, prüfen wir im Vorfeld Erwartungen und Herangehensweise des potenziellen Kunden akribisch. Trotzdem passiert es immer wieder, dass sich im Pitch-Termin herausstellt, dass der anwesende Geschäftsführer oder Vorstand das Briefing überhaupt nicht kennt und andere Ziele auf der Agenda hat.

5) Ausblick:
Content bleibt weiter King, immer mehr Mediaplaner sehen Content als separaten Kanal, dem nennenswerte Budgets zugeordnet werden. 

6) Weitere bemerkenswerte Trends/Entwicklungen/Herausforderungen:
Ein bemerkenswerter Trend ist es, pitchen zu lassen, ohne dies Pitch zu nennen. Was auch immer wieder auffällt: Bei Einladungen zu Pitches wird von Auftraggeberseite nicht immer mit offenen Karten gespielt bezüglich der geplanten Pitch-Runden und der Zahl der angefragten Agenturen.