achtung!

Mirko Kaminski

1) Auftragsinhalte:
a) Entsprechend dem wachsenden achtung!-Leistungsspektrum hat bei uns die Vielfalt der Aufgaben und Tätigkeiten zugenommen. Wir machen PR, Social Media, Content Marketing, Werbung, Marken- und Unternehmenskommunikation, Influencer Marketing, interne Kommunikation, Live-Sendungen, Storydoing, ... Es gibt Kunden, die buchen uns lediglich für ein Aufgabenfeld, andere beauftragen uns zum Beispiel mit der Kombination aus PR, Social Media und Content Marketing. Und für Kunden wie die SBK sind wir heute sogar im Lead. Was dabei immer im Zentrum steht: eine profunde Strategie und starke kreative Ideen.

b) Immer mehr Unternehmen und Entscheider spüren, dass man mit dem Herkömmlichen niemanden mehr erreicht. Man durchdringt damit nicht mehr den Filter, den sich jeder einzelne schafft, um nur noch das Relevante beziehungsweise Bemerkenswerte zu sich hindurchzulassen. Es braucht daher starke Ideen und das Schaffen von Außergewöhnlichem, um Menschen noch zu erreichen und zu bewegen. Dann ist es egal, ob es via PR, Werbung oder Social einfliegt. Deshalb versprechen wir vor allem: Kreativität und bemerkenswerte Ideen. Ganz konkret beobachten wir bei uns übrigens eine gesteigerte Nachfrage nach Social Content, also nach Inhalten, die in sozialen Kanälen besonders gut funktionieren. Natürlich auch unter Einsatz von Influencern. Hingegen spielt das „klassische“ Content Marketing mit SEO-Zielsetzung eine nicht mehr ganz so große Rolle wie noch vor zwei oder drei Jahren.

c) „Digital“ lässt sich nicht mehr herausrechnen. Wie auch? Ich kann mir nicht mehr vorstellen, dass irgendwas nicht mehr in irgendeiner Weise digital sein sollte. Wir experimentieren viel mit neuen Technologien und Innovationen. Auch weil die kreative Nutzung neuer Technologien per se für Aufmerksamkeit und Resonanz sorgt. So haben wir für E.ON die „E.ON Powergames“ gemacht – gerade zum zweiten Mal. Das ist die erste interaktive Samstagabend-Liveshow auf Facebook. Ebenfalls für E.ON haben wir „Verschollen in Simris“ realisiert – den ersten interaktiven Schweden-Krimi – via Facebook-Messenger und mit großem Erfolg.

d) Über Haltung und Purpose sprechen wir derzeit mit vielen Kunden. Unserer Meinung nach gibt es da aber ein großes Missverständnis. Das müssen nämlich gar nicht immer die polarisierenden, die großen, gesellschaftlichen Themen sein. Ein Beispiel: Die gesündesten und nachhaltigsten Biosäfte anzubieten, damit sich Menschen mit Genuss und Freude besser ernähren können, kann ein Purpose sein. Und dabei konsequent keinerlei Kompromisse zu machen, zeigt Haltung. Es müssen unserer Meinung nach also gar nicht unbedingt die großen Themen der Menschheit sein und vor allem nicht alle, deren Lösung zum Marken-Purpose werden kann und zu denen eine Marke Haltung zeigen muss.

e) Natürlich muss es Ziele geben. Immer. Und ob diese Ziele erreicht worden sind oder nicht, sollte möglichst messbar sein, auch wenn dies bei Brand-Building-Aktivitäten naturgemäß nicht immer direkt möglich ist. Die Abteilungen innerhalb der Unternehmen sind schon deshalb immer mehr zu Wirkungsnachweisen angehalten, weil sie immer stärker ihre Budgets rechtfertigen müssen beziehungsweise sonst keine mehr bekommen. Eine Anforderung, mit der inzwischen fast all unsere Kunden umgehen müssen. Das wird auch nicht mehr weggehen.

2) Auftragsumfang:
Wir freuen uns darüber und halten das auch für eine riesige Chance, dass einer Agentur mit PR-Herkunft und -DNA immer mehr zugetraut wird. Immer öfter addieren unsere Kunden weitere Aufgabenfelder und Gewerke. In mehreren Fällen sind wir bereits Lead-Agentur beziehungsweise decken für den Kunden gänzlich Werbung, Digitalmarketing, Social Media, PR etc. ab. Immer mehr Unternehmen erkennen, dass eine Agentur mit starker PR-Antenne für aufkommende Themen, Trends und Strömungen zu Ideen kommen kann, die sich eine Präsenz und Reichweite verdienen, die man sich mit seinem Budget sonst nicht kaufen könnte.

3) Budgethöhe:
Bei uns wachsen die Etats eher, weil unsere Kunden uns oft und immer mehr mit zusätzlichen Aufgaben betrauen. 

4) Neukundengewinnung:
Aufgrund unserer starken Präsenz in Form von Ranking-Plätzen, starken Projekten, Award-Gewinnen und Eigenkommunikation erhalten wir wöchentlich zwischen fünf und zehn Neugeschäftsanfragen. Die prüfen wir konsequent anhand eines 15 Punkte umfassenden Kriterienkatalogs. Das Gros der Anfragen sagen wir ab und widmen uns nur den wirklich ernsthaften, professionellen und erfolgversprechenden Anfragen. Das sorgt nebenbei für größere Effizienz und auch dafür, dass sich Mitarbeiter hier nicht nachts oder am Wochenende auf dann ohnehin aussichtslosen Pitches verausgaben. Diese Strategie hat sich bewährt. Dabei bleiben wir.

5) Ausblick: 
Wir sehen den großen Trend, dass immer mehr PR-Verantwortliche in Unternehmen verstehen, dass eine starke PR die Mittel der Marketingkommunikation beziehungsweise Werbung nutzt – und umgekehrt. Das fängt bei der Identifikation eines starken Insights an und meint unter anderem auch den Einsatz von Mitteln, die man früher vielleicht eher der Werbung zugeordnet hätte. Das können Stunts sein und ein Video zur Aktion, das dann die Runde macht und Talk wie Berichterstattung auslöst. Das meint aber auch den Einsatz von Paid Media, um dann Earned Media zu initiieren. Für Agenturen, die aus der PR kommen, bedeutet das die große Chance, aber vielleicht auch den Druck, weitere Gewerke und Fertigkeiten an Bord zu holen, eben zum Beispiel eine Vollblutkreation, erfahrene Strategen, Media-Spezialisten. 

6) Weitere bemerkenswerte Trends/Entwicklungen/Herausforderungen: 
Eine besorgniserregende Entwicklung spüren wohl alle Agenturen, und das auch schon länger: Es wird immer schwieriger, freie Positionen gut zu besetzen. Wir alle sollten deshalb gemeinschaftlich dafür sorgen, laut und weit über die Branche hinaus zu vermitteln, wie inspirierend, fördernd und toll das Wirken in Agenturen ist. Ich habe schon vor Jahren vorhergesagt, dass der Mangel an guten Kräften für uns alle mal zur stärksten Wachstumsbremse werden würde. Das ist jetzt leider der Fall. Jede Agentur sollte deshalb zum einen alles daransetzen, selbst zum hochattraktiven Arbeitgeber zu werden und so die eigenen Mitarbeiter zu Empfehlern zu machen. Zum anderen sollten wir alle auch in branchenfernen Medien und Kanälen sowie auf branchenfernen Plattformen für unsere Branche werben. Es ist eine großartige Branche, die sowohl junge Talente wie auch Quereinsteiger anziehen kann und sollte.