Detailinformationen

Autor

Nina Bärschneider

Freie Autorin

verfasst am

03.04.2020

im Heft

04/2020

Schlagworte

Arbeitswelt, Arbeitsweisen, New Work

Das aktuelle Heft
Ausgabe 04/2020

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Arbeitsweisen

New Work


Die Arbeitswelt hat sich verändert, Beschäftigte fordern mehr Flexibilität und Selbstbestimmung. New Work lautet das Stichwort. Gerade in der Corona-Krise dürfte im Vorteil sein, wer sich rechtzeitig auf den Trend eingestellt hat. Einige Wochen bevor Covid-19 die Agenda übernahm, hat sich das prmagazin im Dax umgehört: Wie stehen die Kommunikationsabteilungen ganz grundsätzlich zum Thema New Work? Was verbinden sie mit dem Konzept? Und wie setzen sie es konkret um? 


Die Bielefelder IT-Agentur Rheingans Digital Enabler tut es
– seit 2017 arbeiten die Beschäftigten dort nur noch fünf Stunden am Tag, bei vollem Lohnausgleich. Die Werbeagentur Agidium in Oranienburg tut es – dort gilt seit vergangenem Jahr der Sechs-Stunden-Tag. Und die Schweizer Kreativagentur Büro a+o tut es ebenfalls. Sie ist seit drei Jahren nur noch montags bis donnerstags erreichbar. Freitags haben alle Mitarbeiter grundsätzlich frei. 

Die drei Dienstleister folgen einem Trend in der Arbeitswelt: „New Work“ (siehe Kasten). Was New Work genau ausmacht, ist schwierig zu fassen. Eine repräsentative Studie von Bitkom Research aus dem vergangenen Jahr zeigt: Für 96 Prozent der rund 1.000 befragten Erwerbstätigen bedeutet New Work in erster Linie, dass sie ihre Arbeitszeit frei einteilen können. 

Auch flache Hierarchien gehören für viele dazu, ebenso eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wichtigster Treiber von New Work sei ganz klar die Digitalisierung, betont Bitkom-Präsident Achim Berg: „Digitale Technologien ermöglichen mobiles und selbstbestimmtes Arbeiten, ohne an feste Zeiten und Orte gebunden zu sein.“ 

Klingt, als sei die Kommunikationsbranche wie geschaffen für New-Work-Konzepte. Aber stimmt das auch? Sie muss bei Krisen schließlich augenblicklich reagieren können und besonders für Journalisten jederzeit erreichbar sein. Ingrid Haas, Kommunikationschefin der Deutschen Börse, bringt es auf den Punkt: „Der Reiz und der Fluch der Kommunikation ist die Unvorhersehbarkeit.“ Vier-Tage-Wochen sind da zumindest herausfordernd. 

Eine prmagazin-Umfrage im Dax zeigt: Die Kommunikationsteams sind in Sachen New Work einerseits relativ weit, vor allem dank moderner Technik und dem abstrakten Charakter ihrer Arbeit. Andererseits hinken sie auch hinterher – was genauso mit dem Jobprofil zusammenhängt. 

Viele Unternehmen hätten durch große Ankündigungen Erwartungen geschürt, die sie dann nicht erfüllen konnten, beobachtet Michael Trautmann. Trautmann ist Gründer der Agenturen thjnk und Upsolut Sports und beschäftigt sich seit 2017 mit dem New-Work-Trend. „Unternehmen beschränken sich gern auf oberflächliche Veränderungen“, sagt er. Also: eine Co-Working-Zone, Tischkicker, Obstschalen, Matetee im Kühlschrank und viele, viele Post-its an den Wänden. „Das ist jedoch zu wenig“, kritisiert Trautmann. Wichtig sei ein ganzheitliches New-Work-Konzept. [...]

Dieser Text ist ein Auszug. Lesen Sie in der April-Ausgabe des prmagazins, wie verbreitet mobiles Arbeiten in den Dax-Unternehmen inzwischen ist, welche neuen Teilzeitmodelle es gibt und wie sich der Austausch innerhalb der Kommunikationsteams sowie die Büroumgebungen verändert haben.

Die prmagazin-Ausgabe 04/2020 – darin unter anderem:

"Wie ein Flugzeug, das nicht landen kann": Holger Wormer von der TU Dortmund über Medien und Kommunikation in der Corona-Krise.

Bilanzpressekonferenzen 2020: Ab März verlegten Unternehmen ihre Jahres-PKs reihenweise ins Netz. Eine Blaupause für die Zeit nach der Krise?

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