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Klaus J. Stöhlker

PR-Berater, Zollikon, Schweiz

im Heft

02/2018

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Schweiz

Noch zu retten?


Die Globalisierung der Wirtschaft hat die Schweizer PR-Branche verändert. Profis von Format fehlen, die Kommunikation der Unternehmen ist defensiv geworden, die Schweizer PR-Branche auf dem Weg ins Abseits. Eine kritische Bestandsaufnahme von Klaus J. Stöhlker, PR-Berater in Zollikon im Kanton Zürich.


Wir haben alles richtig gemacht, aber in die falsche Richtung“
, pflegte der letzte große Divisionär der Schweizer Armee, Gustav Däniker, zu sagen, wenn eine PR-Kampagne in die Hose ging. Er wollte Atombomben für die Schweiz, PR für den Schah von Persien machen, als dieser schon verloren war, und schreckte auch nicht davor zurück, die argentinischen Militärs auf der Geldsuche am Zürcher Paradeplatz zu unterstützen.

Damals, Ende der 1960er Jahre, begann die große Zeit der Public Relations in der Schweiz, als das PR-Institut in Biel gegründet wurde. Heute ist das spri eingestellt. Die großen Unternehmen entdeckten die Financial Relations, Going Publics waren an der Tagesordnung. Die Schweizer Wirtschaft stürmte, getragen von einer konsequent bürgerlichen Politik, nach vorn und in die Welt hinaus. Ihre Helden hießen Holzach, Senn, Bremi und Egon P.S. Zehnder.

Die Schweiz kommunizierte ihre nationalen wie globalen Erfolge. Die PR-Branche, noch von der militärischen Schule der Schweiz geprägt, dachte in Systemen, die sie entwickelte: Marketing Communications, Corporate Communications und Public Affairs. Die Honorare stiegen auf über 5.000 Franken – pro Tag.

Was ist daraus geworden? Ein Boom, denn der Berufsverband pr suisse hat mehr als 1.500 Mitglieder. Aber allein im Großraum Zürich machen geschätzte 2.000 Menschen Kommunikation: PR- und Kommunikationsberater, Ex-Journalisten, darunter viele ehemalige Chefredakteure, die zwei Nationalräte Doris Fiala (FDP) und Claudio Zanetti (SVP), Alt-Bundesrätin Ruth Metzler (CVP), hunderte von Anwälten und Lebenshelfern.

Sie tun das mehr oder (oft auch) weniger glücklich Natasja Sommer, Kommunikationschefin der im Kanton Neuenburg ansässigen Japan Tobacco International, sagt über ihre Aufgabe: „Wir kämpfen gegen die Regulierungen und führen unsere international zusammengesetzte Geschäftsleitung an die Wirklichkeit der Schweiz heran.“

Rainer Borer, verantwortlich für die Hochschulkommunikation an der ETH Zürich, die in jüngster Zeit allerlei Kommunikationspannen erlebt hat, beschreibt seinen Start als Leiter so, dass man sich „erst an den neuen Chef und seine Marotten gewöhnen“ müsse. Bei Sepp Blatter waren derart flapsige Formulierungen ein Grund, seinen FIFA Kommunikationschef Walter de Gregorio zu ersetzen.

Eins hat sich seit den Goldenen Zeiten der Schweizer Public-Relations-Branche massiv verändert. In den größten Unternehmen sitzen meist Ausländer an der Spitze, die oft mehr an ihrer globalen Karriere arbeiten als am guten Ruf ihrer Firma in der Schweiz. Sie holen auch ihre „Old Buddys“ aus dem Ausland als Kommunikationsberater nach, die, aus London oder Frankfurt kommend, die Schweizer PR-Elite eine Stufe tiefer auf Distanz halten. [...]

Dieser Text ist ein Auszug. Den kompletten Beitrag lesen Sie in unserer Februar-Ausgabe. 

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