Oliver Schrott Kommunikation

Oliver Schrott

1) Auftragsinhalte:
a) Schwerpunkt 1: Einordnung, Bewertung, Ableitung. Unsere Kunden fragen nach klarer Orientierung, starken Konzeptionen sowie smarten und zeitgleich gut umsetzbaren Strategieansätzen.
Schwerpunkt 2: Ideen, Ideen, Ideen – der Hunger nach ungewöhnlichen Lösungen und kreativen Ansätzen ist groß. Smarter Content auf der am besten geeigneten Plattform mit einem klugen PR-Hebel bleiben die Kernelemente. Klassische Maßnahmen haben aber nicht vollends ausgedient.
Komplett neu: Erstmals haben wir Kommunikationsaufträge und sogar einen Etat gewonnen, die sich ausschließlich dem Themenkomplex „Klima“ widmen. Insgesamt spielen Nachhaltigkeit und Umwelt als Kommunikationsinhalte eine zunehmende Rolle, oft im Kontext von Technologie und Mobilität.
Starker Trend: Linkedin hat sich insbesondere im B2B-Bereich zu einem absoluten Leitmedium entwickelt. Im Technologiebereich hat sich die Nachfrage nach Qualitäts-Content und smarter Ausspielung deutlich erhöht. Parallel war das Interesse an Unterstützung beim Personal Branding von Experten und CEOs höher als ohnehin bereits in den Vorjahren.
In einem zunehmend kostensensitiven Umfeld werden hingegen Projekte und Leistungen in den Bereichen Live-PR und Kommunikation im Raum wegen der höheren Kosten kritischer hinterfragt. Die Alternative hierzu sind digitale Live-Formate, die wir mit unserer Technologietochter OSK Berlin anbieten. 

b) Kunden haben vermehrt crossdisziplinäre Konzepte angefragt, die Paid, Owned und Earned miteinander verschmelzen. Das ist ein Trend, den wir schon länger beobachten, der sich jedoch noch mal erheblich verstärkt hat. Content Marketing und Influencer Relations/Marketing gehörten bei uns in 2019 zum Standardprogramm und waren dementsprechend fest im Tagesgeschäft verankert. 

c) Kein Projekt kommt ohne digitalen Anteil aus. Insofern wächst der betreffende Umsatzanteil am Gesamtgeschäft kontinuierlich weiter. Inzwischen ist Digitales keine solitäre Disziplin, sondern vielmehr Garant, Enabler und Erfolgsfaktor für smarte, ganzheitliche Kommunikationslösungen.
KI ist dabei ein zunehmend wichtiges Thema. Nach ersten Erfahrungen in den Vorjahren haben wir in 2019 Projekte mit Chatbot-Anwendungen für digitales Storytelling umgesetzt. Das Kundeninteresse bei KI, AR und VR ist insgesamt stark, wir rechnen für 2020 mit einem weiteren Nachfragewachstum.
Sehr erfreulich hat sich unser Geschäft im Bereich China-Marketing entwickelt, bei dem es um Kommunikation für chinesische Zielgruppen auf digitalen Kanälen geht. Paradebeispiel ist die Multi-App WeChat, für deren intelligenten Einsatz wir einen Boom erleben. Mit der Fraport AG haben wir 2019 sogar einen Kundenetat gewonnen, der schwerpunktmäßig WeChat zum Inhalt hat. 

d) Das Thema „Purpose“ ist 2019 tatsächlich stärker in den Mittelpunkt gerückt. Kampagnen, welche die Felder Corporate Social Responsibility und Erlebniskommunikation kombinieren, sind ein Trend. In Zeiten von Social Selfness möchten Menschen zunehmend Teil einer größeren Sache sein und in Aktionen eine Sinnhaftigkeit erkennen, über die reine Information und Unterhaltung hinaus. Das gilt für Mitarbeiter genauso wie für Kunden, Journalisten oder Influencer. So haben wir bei Veranstaltungsformaten für Online-Medien und Blogger verstärkt Programme entwickelt, bei denen sie aktiv mitgestalten konnten, anstatt nur einseitig angesprochen zu werden. Sie wurden dadurch vom Empfänger zum Bestandteil der Geschichte. Innerhalb der Agentur spielte das Thema Haltung 2019 ebenfalls eine stärkere Rolle als zuvor. Wir haben unser Agenturleitbild dementsprechend aktualisiert und machen darin deutlich, wer wir sind, was wir tun möchten und auch was wir ablehnen.

e) So gut wie keine Maßnahme wird mehr ohne Messung durchgeführt. Aber: Die Auswertung der Informationen, das Ableiten konkreter Handlungsempfehlungen und der Einsatz der Ergebnisse als Basis für neue Ideen, Konzepte und Maßnahmen hat ein neues Level erreicht. Wir haben darauf mit der Gründung eines neuen spezialisierten Teams für „Data & Analytics“ reagiert.

2) Auftragsumfang:
2019 war ein herausforderndes Jahr für OSK. Die Bremsspuren in der deutschen und auch internationalen Wirtschaft, insbesondere in unserer Leitbranche, der Autoindustrie, waren spürbar. So ist der Druck auf die Budgets spürbar gewachsen. Gleichzeitig eröffnen sich durch die Transformation der Branche viele neue Chancen und Perspektiven. Interessant ist, dass es – im Gegensatz zu früheren Jahren – keinen homogenen Verlauf gibt, der sich über die meisten Leistungsbereiche und Disziplinen erstreckt. Vielmehr zeigte sich ein sehr heterogenes Bild, das durch Zurückhaltung einerseits und eine rasante Dynamik andererseits gekennzeichnet ist. 

Dass Kunden mehr Aufgaben selbst erledigen, kommt immer mal vor, ist aber kein genereller Trend. Die Art der Zusammenarbeit mit den Kunden ändert sich jedoch, denn sie wird intensiver. Dabei verschwimmen zunehmend die Grenzen zwischen Agentur und Auftraggeber zugunsten einer gemeinsamen Denke und einem partnerschaftlichen Miteinander in der Projekt- und Etatarbeit. 

3) Budgethöhe:
Die Frage, ob die Höhe der einzelnen Kundenetats 2019 unterm Strich im Vergleich zu 2018 gestiegen oder gesunken ist, kann man nicht pauschal beantworten. In einigen Branchen sind die Budgets unter Druck geraten, in anderen sind sie unverändert oder sogar höher.  

4) Neukundengewinnung:
Wir haben in 2019 so viele Anfragen und Pitch-Einladungen erhalten wie noch nie. Gleichzeitig verschärfen sich aber die Pitch-Bedingungen in puncto Timing, Kosten-Nutzen-Verhältnis und administrative Vorgaben. Die Erwartungshaltung der ausschreibenden Unternehmen geht oft nicht einher mit dem Budget. Auch deshalb bleiben wir unserer Maxime treu, nur an ausgesuchten Ausschreibungen und Pitches teilzunehmen. Auch bei unserer eigenen Akquise fokussieren wir uns. 

5) Ausblick:
Wir gehen davon aus, dass der Budgetdruck in 2020 weiter wachsen wird. Die volatile Weltkonjunktur, die Handelskriege, der Brexit und andere wachsende politische und gesellschaftliche Unsicherheiten sind – obwohl sie zahlreiche kommunikative Herausforderungen mit sich bringen – kein guter Nährboden für Wachstum.  

6) Weitere bemerkenswerte Trends/Entwicklungen/Herausforderungen:
Zunehmende Bedeutung von immersiver Kommunikation, bei der die Zielgruppen „Mitmacher“ und Gestaltern der Maßnahme werden und in sie eintauchen.

Digitale Impulse und Kommunikationstrends kommen zunehmend aus China und nicht mehr vornehmlich aus den USA.

Klima, Umwelt, Nachhaltigkeit – an diesen Themen und Inhalten wird 2020 keine Agentur vorbeikommen.

Rasant wachsende Komplexität, ansteigendes Tempo, mehr Kurzfristigkeit und sich permanent verändernde Rahmenbedingungen in den Projekten und der Kundenzusammenarbeit