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prmagazin

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12/2014

Pressestellentest: Automobilverbände

Antworten von Auto- und Reiseclub Deutschland

1) Ja – sofern sich dieses Aussage auf die E-Mobilität allein bezieht! Deutschland hat hier im Vergleich zu anderen, im Automobilbau konkurrierenden Industrienationen eine Menge aufzuholen – und ist als vom Fahrzeugexport erheblich abhängiges Land unmittelbar vom internationalen Erfolg der produzierten Modelle abhängig. E-Mobilität gehört aber leider immer noch nicht zu den mit dem erforderlichen Nachdruck verfolgten Kerntechnologien, weil sich die herkömmlichen Modelle noch viel zu gut verkaufen. Dementsprechend wenig Gewicht wird derzeit auch  auf den Ausbau einer geeigneten Lade-Infrastruktur gelegt. Aber auf Sicht wird sich auf dem Weltmarkt nur die beste E-Technologie durchsetzen – und der Vorsprung anderer Hersteller vor allem in der Speichertechnologie ist nicht von heute auf morgen aufzuholen.

Für den ARCD stellt sich allerdings die Frage, ob akkubetriebene Elektro­fahrzeuge mit ihren schweren und teuren Energiespeichern nicht doch nur eine Brückentechnologie für die nächsten zehn, fünfzehn Jahre darstellen. Wasserstoff scheint als Alternative durchaus vielversprechend, auch wenn die ersten Gehversuche mit Brennstoffzellen vor einigen Jahren sang- und klanglos wieder eingestellt wurden. Dass hier mit Hyundai ein ausländischer Konkurrent als einziger Hersteller mit einem Serienmodell auf dem Markt ist, spricht Bände – die heimischen Autobauer sind unverständlicherweise immer noch im Versuchsstadium. Aber auch hier gilt: Ohne die geeignete Infrastruktur wird sich diese Alternative ebenso wenig durchsetzen.

Nicht beantwortet ist in diesem Zusammenhang auch die Frage, wie umweltfreundlich Elektroautos tatsächlich sind. Dies hängt ja in erheblichem Maße auch davon ab, wie der für den Betrieb benötigte Ladestrom erzeugt wird. Eine Intensivierung der E-Mobi­lität, die nur greift, wenn uralte Braunkohlekraftwerke zur Stromgewinnung in Betrieb bleiben müssen, lässt den positiven Effekt schnell dahinschwinden. Zu bedenken sind zwangsläufig auch Problemkreise wie die Rohstoffgewinnung, Produktion und Entsorgung. Dies gilt ebenfalls für eine mögliche Wasserstoff-Alternative. Dass bei einer flächendeckenden Durchsetzung derartiger Alternativ-Technologien ganze Produktionszweige, die herkömmliche Technik bauen und zuliefern, ernsthaft betroffen sein werden, steht auf einem anderen Blatt.

2) Jein – die bisher hierzulande geplanten infrastrukturellen Maßnahmen wie die Fahrerlaubnis auf Busspuren in Innenstädten reichen für eine Durchsetzung der E-Technologie gewiss nicht aus. Und ohne eine finanzielle Förderung über Kaufzuschüsse oder steuerliche Erleichterungen, wie uns dies zum Beispiel die USA, China, Frankreich, Norwegen, Dänemark oder Schweden vormachen, wird die Bundesregierung ihr Ziel, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf heimische Straßen zu bringen, nicht erreichen. Aber zur finanziellen Förderung als Kaufanreiz muss sich aus ARCD-Sicht auch eine planvolle Förderung beim Ausbau der Lade-Infrastruktur gesellen. Also: Eine Förderung ist aus unserer Sicht nur sinnvoll, wenn das Gesamtkonzept stimmig ist. Und davon sind wir in Deutschland derzeit noch weit entfernt.

3) Angesichts der relativ geringen Anzahl von Elektro- und Hybridfahrzeugen in der Bundesrepublik gibt es derzeit noch keine aussagekräftige Pannenstatistik.

4) Der ARCD informiert seine Clubmitglieder regelmäßig über alternative Fahrzeugtechnologien, so auch über Elektro- und Hybridfahrzeuge. Dies erfolgt in erster Linie durch die Vorstellung und durch Tests neuer Modelle im Mitgliedermagazin "Auto&Reise". Der Club hält zudem an seiner Bundeszentrale in Bad Windsheim eine für Mitglieder kostenfreie, von Solarzellen gespeiste Mehrfach-Ladestation für Elektroautos bereit. Darüber hinaus bemühen wir uns im Rahmen unserer politischen und wirtschaftlichen Kontakte engagiert um neue Impulse für die Förderung dieser umweltfreundlichen Alternativtechnologie. 

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