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prmagazin

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12/2014

Pressestellentest: Automobilverbände

Antworten von Auto Club Europa

1) Wir glauben nicht, dass Deutschland im Bereich E-Mobilität gegen die Wand fährt – verschiedene Studien zeigen, dass zumindest von Herstellerseite Deutschland weit vorne mitspielt. Nahezu jeder Hersteller bietet verschiedene Hybrid- oder sogar E-Autos an. Ganz anders sieht das jedoch in Bezug auf die Verbreitung im Markt aus. Im September waren von 260.000 Neuzulassungen nur 3.400 Hybrid- oder reine E-Autos - also nur knapp mehr als ein Prozent. Zu einer wirklichen Euphorie ist es bei den Käufern noch nicht gekommen. Dafür fehlen heute noch die Anreize – ein Hybrid oder E-Auto ist im Unterhalt meist teurer und bietet eine geringere Reichweite – die Autofahrer haben schlicht Angst, mit solch einem Auto liegen zu bleiben oder zu verunfallen. Außerdem ist nicht klar, wie sich der Verkaufspreis von E-Gebrauchtwagen entwickelt – Stichwort Haltbarkeit der Batterie. Wenn diese Zweifel ausgeräumt sind, wird sich die E-Mobilität jedoch durchsetzen, da sind wir uns sicher.

2) Ziel der Anstrengungen ist es ja, ein (lokal) CO2-armes Verkehrssystem zu schaffen. Die Elektromobilität kann hier ein Baustein sein. Aus diesem Grund erachten wir eine Förderung als sinnvoll. Bisher fokussiert sich die Förderung der Elektromobilität in Deutschland jedoch fast ausschließlich auf eine schaufensterartige Industrieförderung. Die E-Autos werden immer besser, für viele potenzielle Nutzer sind sie trotzdem nicht interessant (siehe zurückhaltendes Kaufverhalten – Frage 1). Doch wo liegt das Problem? Gerade in Städten haben die wenigsten Menschen einen eigenen Abstellplatz und könnten ihr E-Auto laden. Das klassische E-Auto ist damit ein Verkehrsmittel bestenfalls für eine Randgruppe in Neubauobjekten der Stadt. Alltagstauglich sind die Fahrzeuge also oftmals nicht. Wer der E-Mobilität zum Erfolg verhelfen will, muss die Leute in ihrer persönlichen Verkehrswelt abholen. In urbanen Gebieten muss beispielsweise die „kleine“ Elektromobilität an Bedeutung gewinnen. Hier ist nicht unbedingt das Elektroauto die alltägliche Mobilitätslösung, sondern das Pedelec. Ein Leitmarkt für E-Mobilität braucht ein Gesamtkonzept, damit die Menschen diese Produkte auch nutzen können. Diese strategische Ausrichtung fehlt hierzulande noch weitgehend. Wer Elektroautos am Alltag der Menschen vorbei  entwickelt, darf sich anschließend auch nicht wundern, dass Elektromobilität – obwohl als absolutes Zukunftsthema gehypt – nicht recht vorankommt.

Prämien und Steuervorteile von bis zu 10.000 EUR wie im Ausland können ein Hebel sein, führen aber lediglich zu Mitnahmeeffekten, wenn die Basis für die Alltagstauglichkeit fehlt. Ziel muss es sein, den Automarkt mittelfristig umzubauen. Interessant sind dabei Ansätze wie in Japan, in der sich die Förderung nach dem Preisunterschied zwischen Elektrofahrzeug und konventionellem Fahrzeug bemisst. Ein Ziel lediglich einen Elektrofahrzeug-Zweitwagenmarkt aufzubauen, hilft nicht weiter. Neben Kaufanreizen kann der Absatz durch regulatorische Maßnahmen gefördert werden. Um das Gesamtziel des Klimaschutzes einzuhalten, dürfen regulatorische Maßnahmen aber nicht dazu führen, dass das Elektroauto als motorisierter Individualverkehr gegenüber dem Umweltverbund bevorzugt wird (Stichwort „Freigabe der Busspuren für E-Autos“). Es müssen also Anreize zum Umstieg geschaffen werden.

3) Die im Verkehr befindlichen neuen Elektroautos und Hybriden unterliegen großteils noch den Hersteller- und Händlergarantien. Damit sind wir von diesem Fahrzeugsegment mit unserer Pannenhilfe derzeit faktisch abgeschottet. Das wird sich aber ändern.

4)  Ein großes Problem ist die Angst der Verbraucher: Was passiert, wenn ich liegen bleibe? Wie gefährlich ist solch ein Fahrzeug, wenn es verunfallt, …?

Um diese Ängste auszuräumen und damit die Pannenhilfe bei E-Autos sicher und gefahrlos durchgeführt werden kann, beteiligt sich der ACE zum Beispiel gemeinsam mit namhaften Partnern aus Wissenschaft und Praxis an einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt namens "SafetE-Car" – mit dem Ziel, für Pannenhelfer die notwendigen technischen Anpassungen zu erarbeiten und praktische Handlungsanweisungen zu entwickeln. Weiter Informationen dazu finden Sie hier: http://www.ace-online.de/ace-lenkrad/test-und-technik/vorsicht-hochspannung-1316.html

Außerdem schleppen wir auch kostenlos ab, wenn ein E-Mobil aus Eigenverschulden liegen bleibt, also wenn die Batterie leer ist. Damit wollen wir potenziellen Interessenten unter die Arme greifen und die Ängste vor der bisher unbekannten E-Mobilität zerstreuen.

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