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prmagazin

Redaktion

im Heft

12/2014

Pressestellentest: Automobilverbände

Antworten von Bundesverband CarSharing

Bundesverband CarSharing (bcs), Willi Loose, Geschäftsführer

1) Ich persönlich bin ganz froh darüber, dass der "Heilsbringer" Elektrofahrzeuge ein Stück auf seine Realität zurechtgestutzt wurde. Ich halte Elektrofahrzeuge nicht für die einzige technische Maßnahme, das Verkehrssystem nachhaltig zu gestalten. Dies wäre aber dringend nötig, damit das Verkehrssystem seinen Beitrag zum Klimaschutz leistet. Elektrofahrzeuge werden nur dann einen wirksamen Beitrag dazu leisten, wenn sie 1. mit Strom aus neuen erneuerbaren Wnergiequellen betrieben werden (und nicht aus uralten Laufwasserkraftwerken) und 2. der Umgang mit Elektrofahrzeugen zu einer Verhaltensänderung der Nutzer in Bezug auf die Autonutzung insgesamt führt. Das ist etwas qualitativ anderes, als bloß herkömmlich betriebene Pkw durch Elektrofahrzeuge zu ersetzen und seine alten Fahrmuster beizubehalten. Da im besten Falle diese Verhaltensänderung ihre Zeit benötigt, wird die Akzeptanz für Elektrofahrzeuge ihre Zeit benötigen.

Nachdem die deutsche Autoindustrie die Entwicklung zu Elektrofahrzeugen eine Zeit verschlafen hat, hinkt sie auch jetzt noch hinterher.

2) Der bcs wendet sich gegen Kaufprämien für Elektroautos. Förderung durch kontinuierlichen Aufbau von Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum ist sinnvoll. Politische Förderung durch steuerliche Vorteile auch. Mitbenutzung von Busspuren ist absolut kontraproduktiv, weil dadurch die Gefahr besteht, dass der ÖPNV in seiner Funktionalität behindert wird.

3) Die veröffentlichten Zahlen besagen, dass der Großteil der neu verkauften elektrisch betriebenen Fahrzeuge Hybridfahrzeuge sind. Das ist aus Käufersicht nachvollziehbar, da damit das Reichweitenproblem rein elektrischer Fahrzeuge vermieden wird. Andererseits zeigt es, dass die Käufer eine Verhaltensänderung wie in Antwort 1) gefordert vermeiden.

4) CarSharing und Elektromobilität passen 100-prozentig zusammen. Das ist die Grundaussage unseres Positionspapiers zum Thema Elektromobilität. (siehe http://www.carsharing.de/arbeitsschwerpunkte/elektromobilitaet)

Aber: Elektrofahrzeuge sind heute noch deutlich teurer als herkömmlich betriebene Fahrzeuge, auf die wir in den vom bcs gehaltenen Rahmenabkommen Nachlässe bekommen. Die Kostendifferenz wird im CarSharing auch nicht über die Laufzeit herausgefahren, da CarSharing-Fahrzeuge nicht so lange in den Flotten gehalten werden wie bei gewerblichen Fuhrparks oder von Privatleuten. Deshalb stellt sich für CarSharing-Anbieter außerhalb von staatlichen Förderprogrammen die Frage, ob man für die gleiche Investitionssumme ein Elektrofahrzeug anschafft oder zwei herkömmlich angetriebene Fahrzeuge, niedrig motorisiert und mit moderner Motortechnik. Der Großteil der Umweltentlastung im CarSharing wird nicht durch die Fahrzeuge erzielt, sondern durch die Verhaltensänderung der CarSharing-Nutzer im Vorher/Nachher-Vergleich. Wer sein eigenes Auto abschafft, weil er den Großteil seiner Wege mit Bus & Bahn und dem Fahrrad zurücklegt und für die restliche Autonutzugn das CarSharing-Auto nimmt, hat einen größeren Entlastungseffekt erzielt als durch ein Auto mit alternativem Antrieb, jedoch mit hoher jährlicher Kilometerleistung darauf. Der Ressourcenverbrauch und die CO2-Emissionen im Entstehungsprozess eines neuen Autos tragen erheblich zur Gesamtbilanz bei.

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