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prmagazin

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12/2014

Pressestellentest: Automobilverbände

Antworten von Bundesverband eMobilität

1) Deutschland droht im Vergleich zu anderen Ländern den Anschluss zu verlieren, wenn die Anstrengungen nicht verstärkt und die politischen Willensbekundungen zur Förderung der Elektromobilität nicht endlich in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. Wichtige politische Weichen müssen jetzt gestellt werden, um die Anzahl der im Markt befindlichen Elektrofahrzeuge - sowohl batterie- als auch wasserstoffbetrieben - spürbar zu erhöhen, wichtige Skaleneffekte zu realisieren und die Zukunftsfähigkeit der deutschen Automobilindustrie zu stärken. Entscheidend ist die Implementierung eines Pakets an monetären und nicht-monetären Maßnahmen, die sinnvoll ineinandergreifen und die in der Summe die notwendige Dynamik entfachen. 

2) Verkehrs- und Umweltministerium haben im August einen gemeinsamen Referentenentwurf zur Bevorrechtigung der Verwendung von elektrisch betriebenen Fahrzeugen vorgelegt. Bei dem Gesetz, das 2015 in Kraft treten soll, handelt es sich um die Ermächtigungsgrundlage für Städte und Gemeinden, bestimmte Privilegien für Elektrofahrzeuge im Straßenverkehr zu gewähren. Die Bundesregierung verspricht sich davon, ihrem selbstgesteckten Ziel im Bereich Elektromobilität erfolgreich näher zu kommen. 

Betrachtet man die aktuellen Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen, wird deutlich, dass Anspruch und Wirklichkeit in Deutschland aktuell noch weit auseinander klaffen. Vor diesem Hintergrund sind die im Gesetzesentwurf formulierten Anreize zwar grundsätzlich zu begrüßen, aber insgesamt nicht ausreichend und zu wenig ambitioniert, um der Elektromobilität in Deutschland einen entscheidenden Schub zu verleihen. Die Maßnahmen kommen viel zu spät und hätten als ordnungsrechtlicher Rahmen bereits zu Beginn der Markthochlaufphase vor einigen Jahren verabschiedet werden müssen.

Zudem sind die aufgeführten Privilegien zu einseitig auf den Automobilbereich fokussiert, Regelungen für elektrische Zweiräder und Leichtkraftfahrzeuge zur Förderung multimodaler Verkehrsketten fehlen gänzlich. Allen Beteiligten sollte aber mittlerweile klar sein, dass wir längst nicht mehr nur über den Austausch vom Verbrennungs- zum Elektromotor sprechen. Auch wirklich bedeutsame Themen, wie etwa der Aufbau einer flächendeckenden Schnell-Ladeinfrastruktur entlang wichtiger Verkehrsachsen, der Aufbau einer öffentlichen Ladeinfrastruktur für Laternenparker und eine Beschaffungsinitiative der öffentlichen Hand werden bis dato gar nicht im Gesetzesentwurf thematisiert. So kurzsichtig gedacht, wird die Bundesregierung wohl weiterhin hinter ihren Zielen her hinken. 

Elektromobilität sollte vielmehr als ein Baustein einer multimodalen Mobilitätskette verstanden werden, welche verschiedene Verkehrsträger sinnvoll miteinander verknüpft und Nutzern eine komfortable Kombinierung mehrerer Verkehrsmittel ermöglicht. Daneben sollte insbesondere dem elektrischen Zweiradbereich eine sehr viel größere politische Bedeutung beigemessen werden. Elektrozweiräder können das Sprungbrett für den elektrischen Automobilmarkt sein, die Verkehrsprobleme der Innenstädte verringern und Vertrauen in die „neue“ Technologie schaffen. Vorausgesetzt die Politik versteht es endlich, rechtzeitig die rechtlichen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen zu schaffen. Versicherungspflichtige elektrische Zweiräder wie eBikes, eRoller oder S-Pedelecs werden in dem Gesetzesentwurf leider überhaupt nicht berücksichtig. Auch vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge bis 45 km/h - wie etwa der Renault Twizy - bleiben unberücksichtigt. 

3) [Antwort nachgereicht]: anbei einige Informationen zu Ihrer Frage. 

Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wurden im ersten Halbjahr 2014 genau 4.188 Elektro-Pkw und 13.815 Hybrid-Pkw neu zugelassen, davon 1.575 Plug-in-Hybride. Damit kamen im laufenden Jahr bereits mehr eAutos auf die Straßen als im gesamten Jahr 2013. Schaut man sich die ersten sechs Monate genauer an, so sticht der Mai als “elektrischster” Monat des Jahres heraus. Die Neuzulassungen des Jahres 2014 im Verlauf hat der Branchendienst electrive. net hier anschaulich zusammen gestellt:

(GRAFIK siehe Email)

Weitere Informationen rund um die Zulassungszahlen finden sie direkt beim KBA oder aber im eMobility-Dashboard von electrive.net.

4) Seit August 2009 setzen wir uns dafür ein, die Mobilität in Deutschland mit dem Einsatz Erneuerbarer Energien auf Elektromobilität umzustellen. Zu unseren primären Aufgaben gehört vor diesem Hintergrund vor allem die Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Förderung der öffentlichen Wahrnehmung für Elektromobilität und innovative Verkehrskonzepte von morgen sowie die Vernetzung der Akteure aus Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft sowie die öffentliche Wahrnehmung der Elektromobilität zu steigern.

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