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prmagazin

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07/2015

Pressestellentest: Betriebsräte

Katastrophal!

Werden die massiven Streiks von Spartengewerkschaften wie GDL und Cockpit zur Belastung für die Reputation anderer Arbeitnehmervertreter? Das wollten wir im aktuellen Pressestellentest wissen. Nach den Gewerkschaften baten wir die Betriebsräte der größten Dax-Konzerne um ihre Einschätzung. Das Ergebnis ist ernüchternd. Einzig der Betriebsrat der Munich Re liefert vorzeigbare Arbeit ab.

Spartengewerkschaften wie GDL und Cockpit lähmen Deutschland immer wieder mit ihren Streiks. Nach den Gewerkschaften (Juni-Ausgabe) wollten wir in diesem Pressestellentest von den Betriebsräten der größten Dax-Konzerne wissen, welche Kollateralschäden die Ausstände nach sich ziehen.

 Die Testfragen:

1) Wie stehen Sie zu den massiven Streiks von Spartengewerkschaften wie GDL und Cockpit? Wirken sie sich auf die Stellung von Arbeitnehmervertretern in Unternehmen negativ aus? Was tun Sie, um einem solchen Reputationsrisiko entgegenzuwirken?

2) Ist ein Tarifeinheitsgesetz die richtige Antwort? Oder welche Alternativen favorisieren Sie?

3) Zur Einordnung: Wie viele Mitglieder haben Sie aktuell, und wie hat sich die Zahl Ihrer Mitglieder in den vergangenen fünf Jahren entwickelt? Worauf führen Sie den Rückgang respektive die Zunahme Ihrer Mitgliederzahl zurück? Wie wollen Sie neue Mitglieder gewinnen?

4) Welche Topthemen stehen 2015 auf Ihrer Agenda? Welche Aktivitäten planen Sie?

 

Drei Anmerkungen vorweg: Es ist unüblich, dass Betriebsräte ihre Kontaktdaten für Journalisten ins Internet stellen. In der Kategorie „Kontakt“ bewerten wir deshalb die Auffindbarkeit eines allgemeinen Unternehmenskontakts, der uns mit dem Betriebsrat verbinden sollte. Unsere Ansprechpartner dort nennen wir zweitens nur namentlich, wenn die betreffende Person eine Sprecherfunktion hat. Und drittens beantworten einige Kandidaten die Einschätzungsfragen nicht selbst, sondern verweisen an ihre Gewerkschaften. Analog reichen auch Unternehmenspressestellen Fragen, die die gesamte Branche betreffen, oft an ihre Verbände weiter. Das ist legitim.

Das Ergebnis fällt trotz Schützenhilfe der Gewerkschaften miserabel aus. Nicht weil die Arbeitnehmervertreter grundsätzlich nicht mit Presseanfragen vertraut wären. Im Gegenteil: Die meisten beschäftigen sogar eigens einen PR-Beauftragten. Aber offenbar hat niemand Lust, sich mit unserer Anfrage zu beschäftigen. Die Entschuldigungen wiederholen sich: Terminprobleme. Deutschlands Betriebsräte scheinen entweder überarbeitet oder desinteressiert, was ihre Außenwahrnehmung angeht. Einziger Lichtblick ist Manfred Rassy. Der Vorsitzende des Munich-Re-Betriebsrats beantwortet fast alle Fragen sauber und pünktlich. Schon die Zweit- und Drittplatzierten, Deutsche Post und Daimler, sparen sich jegliche Eigenleistung. Auf den übrigen Rängen herrscht Schweigen.

Das Pressestellenranking

Die Kriterien

Munich RE

Sehr gut: 160 Punkte (ungewichtet: 79)

Deutsche Post DHL

Gut: 156,5 Punkte (ungewichtet: 81)

Daimler

Akzeptabel: 127,5 Punkte (ungewichtet: 71)

BMWReformbedürftig: 62 Punkte (ungewichtet: 41)
BASFReformbedürftig: 60,5 Punkte (ungewichtet: 40)
AllianzKatastrophal: 58,5 Punkte (ungewichtet: 39)
Deutsche TelekomKatastrophal: 58,5 Punkte (ungewichtet: 39)
E.ONKatastrophal: 58,5 Punkte (ungewichtet: 39)
RWEKatastrophal: 58,5 Punkte (ungewichtet: 39)
VolkswagenKatastrophal: 58,5 Punkte (ungewichtet: 39)
SiemensKatastrophal: 32 Punkte (ungewichtet: 21)

Ein monatlich aktualisiertes, branchenübergreifendes Gesamtranking finden Sie unter: www.prmagazin.de/pressestellentest-gesamtranking

Den vollständigen Pressestellentest lesen Sie im Juli-Heft.

Die Juli-Ausgabe des prmagazins ist da. Hier geht es zum E-Paper.

Darin unter anderem:
● „Den Bauch erreichen“: Ein Interview mit Mehmet Ata vom Bundesamt für Migration
● Schieflage: An der Spitze der Topagenturen sind Frauen weiter die Ausnahme

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