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prmagazin

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3/2013

Pressestellentest: Immobilienbranche

Häuserkampf

Die Mietpreise explodieren. Das Thema erzürnt viele Mieter und erreicht auch den Wahlkampf. Zurückhaltend kommunizieren hingegen die Pressestellen einiger großer Wohnungsgesellschaften, wie der Pressestellentest belegt.

(Foto: Philipp Guelland/dapd)

Wer die Immobilienseiten lokaler Tageszeitungen durchblättert, kann so manches Wohngesuch als verklausulierten Hilferuf verstehen. Drei Zimmer sollten es sein, heißt es da etwa, Einbauküche erwünscht, Zustand egal, aber bitte „bezahlbar“. Auch der politische Konsens in der Debatte um steigende Wohnkosten lässt sich auf die Forderung zuspitzen: Mieten müssen in Deutschland bezahlbar bleiben!

Die Fakten sprechen für sich: Seit 2009 ist ein kontinuierlicher, zuletzt sehr deutlicher Anstieg der Mieten festzustellen. In Berlin sind die Preise im vergangenen Jahr um durchschnittlich gut neun Prozent geklettert. In München zahlen Mieter im Schnitt zwölf Euro pro Quadratmeter – kalt. Doch nicht nur in Großstädten ist die Entwicklung drastisch, die steigenden Kosten betreffen die ganze Republik. Einige Medien sprechen schon von einem neuen „Häuserkampf“. Und so wundert es nicht, dass das Thema den Wahlkampf erreicht hat. SPD- Kanzlerkandidat Peer Steinbrück etwa kündigte an, die steigenden Mietkosten deckeln zu wollen.

Für den Pressestellentest baten wir die größten deutschen börsennotierten Wohngesellschaften, einen kommunalen Vermieter, eine Genossenschaft sowie den Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmer um Fakten und Einschätzungen zum Thema.

Die Testfragen:

1) Um wie viel Prozent haben Sie a) die Mieten Ihrer Wohnungen und b) die Preise Ihrer Immobilien im Jahr 2012 erhöht? Um wie viel Prozent haben Sie Mieten und Preise in den ergangenen fünf Jahren angehoben?

2) Planen Sie weitere Erhöhungen in diesem Jahr? Wenn ja: in welchem Umfang?

3) Warum haben Sie die Mieten/Preise erhöht?

4) Erwarten Sie, dass sich die Politik, auch im Hinblick auf die Bundestagswahl, der Problematik verstärkt annimmt und möglicherweise mit Gesetzen und weiteren Regulierungen eingreift? Was muss die Politik tun, um das Problem zu lösen?

Erstaunlich angesichts der gesellschaftlichen Relevanz: Einige Sprecher betreiben eine mehr als zurückhaltende Informationspolitik. Wirklich hintergründige Informationen liefert außer dem Branchenverband nur Testsieger SAGA, laut Eigenbeschreibung das größte kommunale Wohnungsunternehmen Deutschlands. Neben umfassenden Informationen organisiert Sprecher Michael Ahrens ein Telefoninterview mit SAGA-Vorstand Willi Hoppenstedt. Natürlich würden die Mietpreise steigen, räumt der ein, aber das Medienbild sei verzerrt. Zitiert würden meist Extrembeispiele. Zudem würden die Preise aufgrund energetischer Sanierung mittelfristig wieder sinken. Außer Konkurrenz läuft LEG: Da das Unternehmen in der Testwoche seinen Börsengang vorbereitet, darf es aus rechtlichen Gründen keine Einschätzungsfragen beantworten und Prognosen treffen.

 

Klicken Sie auf die verlinkten Namen im Ranking um die autorisierten Antworten der Unternehmen zu lesen.

Das Pressestellenranking

Die Kriterien
Der Testsieger: SAGA GWGErstklassig: 196,5 Punkte (ungewichtet: 99)
GDW - Bundesverband deutscher Wohnungs-
und Immobilienunternehmer
Sehr gut: 171 Punkte (ungewichtet: 82)
GSW ImmobilienSehr gut: 165 Punkte (ungewichtet: 82)
GAG ImmobilienGut: 155 Punkte (ungewichtet: 77)
Gagfah GroupGut: 147,5 Punkte (ungewichtet: 72)
Wohnungsgenossenschaft Aufbau DresdenGut: 145,5 Punkte (ungewichtet: 77)
LEG ManagementGut: 143,5 Punkte (ungewichtet: 79)
Deutsche Annington ImmobilienReformbedürftig: 70,5 Punkte (ungewichtet: 47)
TAG ImmobilienReformbedürftig: 67,5 Punkte (ungewichtet: 45)
Der Letzte: Deutsche WohnenReformbedürftig: 66 Punkte (ungewichtet: 44)

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Den vollständigen Pressestellentest lesen Sie im März-Heft.


Die März-Ausgabe des prmagazins ist da. Hier geht es zum E-Paper.

Darin unter anderem:
Der Multitasker: Nach dem gefloppten BAE-Deal justiert Rainer Ohler bei EADS die PR-Route
Angriff von oben: Unternehmensberater wildern im Revier von PR-Agenturen

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