Pressestellentest: LKW-Hersteller
Ausgebremst
Nach Pkw und leichten Nutzfahrzeugen will die EU den CO2-Ausstoß schwerer Lastkraftwagen regulieren. Die Hersteller wehren sich. Misst man ihre Erfolgsaussichten am PR-Handwerk, sieht es schlecht aus. Einige schrammen im Pressestellentest knapp am Crash vorbei. Sieger sind Daimler und Iveco.

(Foto: Theo Heimann/ddp)
Die EU hat eine Mission: Sie will den saubersten Wirtschaftsraum der Welt schaffen. Deshalb plant EU-Klimaschutzkommissarin Connie Hedegaard, nach Pkw und leichten Nutzfahrzeugen auch den Schadstoffausstoß schwerer Lkw zu regulieren. Die Brummis seien für 26 Prozent der CO2-Emissionen im europäischen Verkehr verantwortlich, so die Politikerin.
Die Hersteller bremsen das Vorhaben aus und führen dafür zwei Argumente an. Erstens sei eine Einheitslösung nicht möglich, weil der Lkw-Markt im Vergleich zum Pkw-Markt vielfältiger sei: vom Baustellenkipper bis zum Fernverkehrs-Lkw, mit unterschiedlichen Aufbauten, Größen, Gewichten, Volumen, Einsatzbereichen und Fahrleistungen. Die CO2-Emissionen schwerer Nutzfahrzeuge ließen sich daher nicht vollständig erfassen. Zweitens komme der Druck aus dem Markt selbst. Das Gewerbe lege schon aus Eigeninteresse größten Wert auf effiziente Verbrauchswerte. Vorschriften seien folglich nicht zielführend.
Im Pressestellentest baten wir die größten in Deutschland tätigen Lkw-Bauer um Zahlen und Einschätzungen:
1) Wie hoch ist der CO2-Ausstoß Ihrer Gesamtflotte bei schweren Lkw, wie hoch der Flottenausstoß der einzelnen Lkw-Segmente?
2) Wie stark konnten Sie die Kraftstoffverbrauchswerte bei schweren Nutzfahrzeugen seit 2009 senken, und welche Ziele haben Sie sich in welchem Zeitraum selbst – unabhängig von den Bestrebungen der EU – gesetzt?
3) Welche der derzeit angedachten Lösungsansätze zur Berechnung und Regulierung des CO2-Ausstoßes lehnen Sie in jedem Fall ab? Welche halten Sie zumindest für diskussionswürdig?
4) Ist es realistisch, dass sich eine Regulierung durch die EU noch ganz abwenden lässt?
Wie es scheint, ist die Branche so viel Medienaufmerksamkeit nicht gewöhnt. Die deutsche Presse interessiere sich für Lkw meist nur, wenn sie in einen Unfall verwickelt seien, sagt ein Sprecher. Das erklärt womöglich die Leistungen einiger Pressestellen, die im Test knapp an einem Crash vorbeischlittern. Zudem dürften die Brummi-Bauer wegen der IAA, die Ende September stattfand, schwer beschäftigt gewesen sein. Doch gerade weil auf dem Branchentreff die CO2-Regulierung ein zentrales Thema war, sind manche Leistungen ernüchternd.
Nur Daimler und Iveco punkten mit schneller Rückmeldung und aufschlussreichen Antworten. Dabei wäre der Kontakt zu Iveco-Sprecher Kuchlmayer um ein Haar an seiner „fürchterlichen Handschrift“ (O-Ton) gescheitert: Er konnte die notierte Telefonnummer nicht mehr lesen. Verlierer Renault verbummelt gleich den ganzen Fragenkatalog.
Die Kriterien
Der Testsieger: Daimler Trucks
Der Letzte: Renault Trucks
Den kompletten Pressestellentest lesen Sie in der Oktober-Ausgabe des prmagazins. Hier geht es zum E-Paper. |



