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prmagazin

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01/2014

Pressestellentest: Luxusimmobilienmakler

Antworten von Grossmann & Berger

Wie hoch waren Ihre Nettoumsätze bei Vermietungen und Verkauf von Luxuswohnimmobilien im Jahr 2012? Welche Zahlen erwarten Sie für 2013?

Lassen Sie mich vorab kurz etwas zu diesem Markt sagen. Das Spitzenpreissegment mit Kaufpreisen von über 750.000 € für eine Wohnimmobilie in Hamburg ist ein kleines Marktsegment, in dem pro Jahr zwischen 250 und 300 Objekte den Eigentümer wechseln. Hierzu zählen wir nicht nur die klassischen Villen und Stadthäuser, sondern auch Eigentumswohnungen in erster Alster- oder Elbreihe oder mit direktem Wasserblick, die häufig nicht offen am Markt angeboten werden. Auch Neubauprojekte im Spitzenpreissegment gibt es nur vereinzelt, da Hamburg nur über eine geringe Zahl an dafür in Frage kommenden Grundstücken verfügt. In den letzten Jahren waren dies der Marco Polo Tower in der HafenCity, das Kristall am Hafenrand, die Sophienterrassen, das H36 und das H25 in Harvestehude und aktuell das Projekt Karlstraße 8 auf der Uhlenhorst. Auch der von uns vollständig vermarktete AverhoffPark neben dem Uhlenhorster Aspria zählt dazu. Sowohl 2012 als auch 2013 verzeichneten wir stetige Umsätze im Spitzenpreissegment. Auch wenn das Jahr 2013 noch nicht abgeschlossen ist, können wir schon absehen, dass das Umsatzniveau gleich hoch, wenn nicht sogar leicht höher liegt als im Vorjahr.

Wie hat sich die Nachfrage nach Luxusimmobilien durch die Finanzkrise verändert? Wie stellt sich Ihr Unternehmen darauf ein?

Im Großen und Ganzen konnten wir keine wesentlichen Veränderungen bei der Nachfrage im Spitzenpreissegment feststellen. Die Kaufpreise für Wohnimmobilien in Hamburg sind über alle Preissegmente hinweg gestiegen und haben Anschluss gefunden an das Premiumsegment. Auf Sylt, dem Premiumimmobilienmarkt Deutschlands schlechthin, wo wir auch mit einem Standort vertreten sind, bewegen sich die Preise nach den enormen Preissprüngen der letzten zwei, drei Jahre mittlerweile stärker seitwärts. Seit der Finanzkrise ist sehr viel Kapital in den Immobilienmarkt geflossen, viele unserer Käufer verfügen über ein hohes bis sehr hohes Eigenkapital, weil es schlicht an Anlagealternativen mangelt. Das Transaktionsvolumen für Luxusimmobilien wäre sicher noch höher ausgefallen, wenn das Angebot größer gewesen wäre. Anders als im Bestandssegment haben Premium-Neubauobjekte generell eine längere Vermarktungsdauer, da Käufer selten „vom Plan weg“ kaufen, sondern sich ein detailliertes Bild von Ausstattung und Materialien machen und daher häufig eine Musterwohnung besichtigen wollen. Das war vor der Finanzkrise aber nicht anders, so dass sich hier für uns in der Vermarktung entsprechender Objekte nichts verändert hat.

Union und SPD haben sich Anfang November in den Koalitionsverhandlungen auf ein „Paket für bezahlbares Wohnen und Bauen“ geeinigt. Ein zentrales Element: Die Maklergebühr soll künftig der Vermieter zahlen. Wie beurteilen Sie die geplanten Neuregelungen?

Noch handelt es sich um reine Absichtserklärungen, bei denen völlig unklar ist, ob und in welcher Ausprägung sie tatsächlich umgesetzt werden. Sofern die angedachten Neuerungen einhergehen mit der Einführung eines Nachweises der Fachkompetenz für den eingeschalteten Makler und dadurch die Qualität der Dienstleistung gesichert ist, begrüßen wir die Neuerung. Lassen Sie mich noch hinzufügen, dass uns das angedachte Bestellerprinzip bei der Maklercourtage nur am Rande betrifft, da es bisher allein für Vermietungen und nicht für Verkäufe, unser Hauptgeschäft, gefordert wird. Generell sollten die Marktmechanismen in einem funktionierenden Markt aber nicht ausgehebelt werden und insbesondere für den Neubau nicht immer schärfere Auflagen verabschiedet werden. Dies könnte den in Metropolregionen wie Hamburg dringend benötigten Wohnungsbau empfindlich ausbremsen.

Wie wird sich der Markt für Luxusimmobilien nach Ihrer Einschätzung mittelfristig entwickeln? Welche Einflussfaktoren werden dabei aus Ihrer Sicht maßgeblich sein?


Aus unserer Sicht wird der Markt für Luxuswohnimmobilien in Hamburg weiterhin ein kleines, feines Marktsegment mit mittelfristig stabilen Preisen bleiben. Durch den gefühlten Wohnraummangel in den begehrten innerstädtischen Stadtteilen könnte es schwierig werden, hochpreisige Projekte dort gesellschaftlich und politisch zu vertreten. Auch den Grundstücksmangel in den begehrten Lagen sehen wir als Einflussfaktor, ebenso wie die noch immer fehlenden Anlagealternativen und die niedrigen Zinsen. Hinzu kommt die Ein-Drittel-Regelung bei der Vergabe von öffentlichen Grundstücken. Eigentumswohnungen im Spitzenpreissegment lassen sich so nicht realisieren, ganz
davon abgesehen, dass die Käufer einer Premiumimmobilie nicht in direkter Nachbarschaft von Sozialwohnungsbau wohnen wollen.

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